Ab 1. Juli: Australien startet Solar-Sharing-Plan mit drei Stunden kostenlosem Strom pro Tag
2026-06-02 14:01
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de.wedoany.com-Bericht: Ab dem 1. Juli bietet die australische Bundesregierung mit dem optionalen „Solar Sharer Offer" Haushalten mit intelligenten Stromzählern in New South Wales, South Australia und Südost-Queensland täglich drei Stunden kostenlosen Strom an. Ein separates Programm in Victoria startet im Oktober.

Das Programm soll Menschen dazu ermutigen, in der Mittagszeit, wenn viel Solarstrom ins Netz eingespeist wird, mehr Strom zu verbrauchen. Ziel ist es, den Betrieb stromintensiver Geräte wie Warmwasserbereiter, Poolpumpen, Klimaanlagen und Elektroauto-Ladestationen in diese Zeitspanne zu verlegen. In anderen Zeiten steigen die Strompreise leicht an. Die größte Herausforderung für das australische Stromsystem hat sich von der Deckung der abendlichen Spitzennachfrage hin zur Nutzung oder Steuerung großer Mengen günstigen Solarstroms in den sonnenreichsten, überversorgten Zeiten verlagert. Gerät dieses Ungleichgewicht außer Kontrolle, können Spannung und Frequenz außerhalb des sicheren Bereichs liegen, Geräte können ausfallen und das Risiko von Stromausfällen steigt.

Derzeit haben etwa ein Drittel der australischen Haushalte Solaranlagen installiert. Manchmal deckt diese Stromquelle bis zu 50 % des Gesamtbedarfs des National Energy Market, und die Großhandelspreise waren in den letzten Quartalen häufig negativ. In stark auf Solarenergie setzenden Bundesstaaten wie South Australia kann die Solarenergie mehr als den Bedarf des Staates decken; überschüssiger Strom wird exportiert, gespeichert oder abgeregelt und verschwendet. Das Programm zielt darauf ab, diese überschüssige Solarenergie besser zu nutzen.

Im laufenden Haushaltsjahr liegt die kostenlose Stromzeit in New South Wales und Südost-Queensland täglich zwischen 11:00 und 14:00 Uhr, in South Australia zwischen 12:00 und 15:00 Uhr. Die australische Energieregulierungsbehörde wählte diese Zeiten, um sie mit der höchsten Solarstromerzeugung und den niedrigsten Netz- und Großhandelskosten abzustimmen; sie können jährlich angepasst werden. Das Programm wird nicht landesweit eingeführt, da es an das „Default Market Offer" gekoppelt ist, das nur in diesen drei Regionen gilt.

Ein creme- und gelbfarbenes Apartmentgebäude, umgeben von grünen Bäumen

Die Fairness des Programms bleibt ein zentraler Punkt. Derzeit haben nur etwa 60 % der Haushalte intelligente Stromzähler und sind damit teilnahmeberechtigt. Mieter, Bewohner von Wohnungen sowie Personen in eingebetteten Netzen von Seniorenresidenzen, Wohnmobilparks oder Einkaufszentren stehen vor Hürden. Wenn sie dem Programm beitreten, aber den kostenlosen Strom nicht voll nutzen können, könnten sie durch die höheren Strompreise in anderen Zeiten sogar schlechter dastehen. Die Regierung hat eine tägliche Obergrenze von 24 kWh für die kostenlose Stromzeit festgelegt, um den Nulltarif-Stromverbrauch von Haushalten mit hohem Energiebedarf zu begrenzen und so die Einnahmeverluste der Einzelhändler zu reduzieren, die durch den Stromverbrauch in anderen Zeiten ausgeglichen werden müssen.

Um die Fairness zu fördern, empfehlen Experten, Haushalten zu helfen, tagsüber Wasser zu erhitzen. Elektrische Warmwassersysteme nutzen oft steuerbare Lasttarife, die für den Nachtbetrieb ausgelegt sind. Ein Versuch in South Australia verlagerte fast 50 % der Warmwasserbereitung von der Nacht auf den Tag, wobei kaum Unannehmlichkeiten gemeldet wurden. Einzelhändler und Netzbetreiber können die Ladezeiten dieser Systeme, sofern sicher und machbar, auf die Mittagszeit verschieben. Die Regierung kann durch die Unterstützung von Zeitschaltuhren, intelligenten Steuerungen und effizienten Wärmepumpen-Warmwassersystemen dazu beitragen, dass Mieter und Wohnungsbewohner teilnehmen können. Das kostenlose Mittagessen ist real; die entscheidende Frage ist, wer an diesem Tisch Platz nehmen kann.

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