de.wedoany.com-Bericht: British Petroleum hat offiziell die kommerzielle Erdgasförderung aus den tiefen Lagerstätten des größten aserbaidschanischen Ölfeldes – Azeri-Chirag-Gunashli (ACG) – aufgenommen und bereitet die Übernahme der Betriebsführung des riesigen Offshore-Gasfeldes Babek vor, um seine regionale Präsenz auszubauen.
Energiemarktbeobachter sind der Ansicht, dass diese Doppelstrategie die westliche Energieintegration im Kaspischen Meer erheblich vertiefen und Aserbaidschans Rolle als wichtiger alternativer Erdgaslieferant für Europa stärken wird. Der Start der Produktion von Nicht-assoziiertem Gas (NAG) markiert einen historischen Wendepunkt für das ACG-Feld – erstmals wird kommerziell freies Erdgas aus den Lagerstätten ober- und unterhalb der Hauptölzone gefördert. Die NAG-Lagerstätten des Blocks sind wirtschaftlich äußerst wertvoll, mit geschätzten förderbaren Erdgasreserven von 4 bis 6 Billionen Kubikfuß. Das geförderte Erdgas und Kondensat werden über bestehende Unterwasserpipelines direkt zum Onshore-Terminal Sangachal transportiert, um die Betriebseffizienz zu maximieren.
Parallel zur Erweiterung seiner bestehenden Vermögenswerte gliedert BP das Offshore-Gasfeld Babek aus der staatlichen Abteilung der aserbaidschanischen Staatsölgesellschaft (SOCAR) aus und wandelt es in ein unabhängiges Betriebsprojekt um. Das Babek-Feld ist ein erstklassiger Vermögenswert mit geschätzten 400 Milliarden Kubikmetern Erdgas und 80 Millionen Tonnen Kondensat. Dieser Schritt steht im Einklang mit BPs Ziel, seine regionale Upstream-Produktion bis 2027 auf 250.000 Barrel Öläquivalent pro Tag zu steigern.
Das Erdgas aus dem ACG-Block wird nach Europa exportiert. Aserbaidschan deckt derzeit etwa 5 % der gesamten Erdgasnachfrage der EU. Da Europa seine Abhängigkeit von russischen fossilen Brennstoffen weiter reduziert, ist aserbaidschanisches Erdgas, das über den Southern Gas Corridor transportiert wird, zu einer wichtigen Stütze der europäischen Energiesicherheit geworden. Der Southern Gas Corridor ist ein 3.500 Kilometer langes Pipeline-Netzwerk, das sich vom Kaspischen Meer bis nach Südeuropa erstreckt und Erdgas aus dem aserbaidschanischen Shah-Deniz-Feld direkt auf den europäischen Markt bringt. Es versorgt mindestens 10 EU-Mitgliedstaaten, insgesamt 12 europäische Länder, mit Erdgas.
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