de.wedoany.com-Bericht: Der CEO des brasilianischen Gasverteilers Gasmig, Gustavo de Marchi, erklärte, dass die Kontroverse um die Neuklassifizierung von Pipelines dringend gelöst werden müsse, und sieht Raum für eine Einigung mit der Bundesregierung. Er wies darauf hin, dass die Gasbranche bereits zu viel Zeit mit leeren Diskussionen verbracht habe und nun zügig substanzielle Themen vorantreiben müsse. Diese Debatte geht auf das neue Erdgasgesetz Brasiliens zurück, das Pipelines, deren technische Eigenschaften die von der Regulierungsbehörde festgelegten Grenzwerte überschreiten, als bundesstaatlich verwaltete Transportpipelines einstuft, was die derzeitigen Vermögenswerte der von den Bundesstaaten verwalteten Pipelines betreffen könnte.

De Marchi trat sein Amt als Leiter von Gasmig am 20. Mai an. Er verriet, dass eine seiner ersten Amtshandlungen die Prüfung der von seinem Unternehmen veröffentlichten öffentlichen Ausschreibung für Biomethan sei. Dieses Projekt wandle Umweltverbindlichkeiten in saubere erneuerbare Energie um und entspreche den Nachhaltigkeitszielen des Bundesstaates Minas Gerais. Der Manager sprach auch über die Pläne des Unternehmens zur Erweiterung des Pipelinenetzes im Bundesstaat sowie über die Fortschritte bei der Integration mit dem staatlichen Stromverteiler Cemig aus Minas Gerais. Er betonte, dass Cemig-Präsident Alexandre Ramos die Integrationsstrategie der beiden Unternehmen wirksam vorantreibe, um Synergien zu erzielen, die Effizienz zu steigern und die Energieinfrastruktur des Bundesstaates zu stärken.
Mit Blick auf die Integrationsperspektiven erklärte de Marchi, dass die beiden Unternehmen noch weit davon entfernt seien, gemeinsame Versorgungsdienstleistungen für Gas und Strom anzubieten. Der rechtliche und regulatorische Rahmen müsse verbessert werden, dies sei jedoch ein erreichbares Ziel. Er verwies auf den Fall von San Diego in Kalifornien, wo bereits beide Energiearten innerhalb eines Unternehmens angeboten werden. Gasmig wolle in diese Richtung steuern, dabei aber die Ressourcenausstattung von Minas Gerais respektieren, wie etwa das Solarpotenzial in den nördlichen Regionen.
In Bezug auf die Investitionsschwerpunkte nannte de Marchi den Netzausbau als Hauptziel. Das Unternehmen treibe ein Abzweigprojekt von der NTS-Transportpipeline voran, das eine Leitung von Bragança nach Extrema mit dem Industriegebiet von Pouso Alegre verbindet. Die Region verzeichne ein starkes Wirtschaftswachstum, und einige Unternehmen hätten bereits Absichtserklärungen für Erdgas unterzeichnet. Nach Genehmigung könne das Unternehmen in den Abzweig von Extrema nach Pouso Alegre investieren, um mehrere Städte im Süden von Minas Gerais zu versorgen.
Mit Blick auf die kürzliche Zuschlagserteilung von fast 20 GW thermischer Kapazität in der LRCAP-Auktion für Stromkapazitätsreserven bewertete de Marchi, dass das thermische Potenzial von Minas Gerais noch nicht vollständig ausgeschöpft sei. In mehreren Regionen des Bundesstaates, wie Governador Valadares, Montes Claros, Extrema und Queluzito, gebe es bereits untersuchte, aber nicht realisierte Wärmekraftwerksprojekte. Er ist der Ansicht, dass Erdgas eine wichtige Rolle für den Bundesstaat spiele, aber als festgelegte Politik des Konzerns verankert werden müsse.
Die kürzlich von Gasmig gestartete öffentliche Ausschreibung für Biomethan ist das erste große Projekt des Unternehmens. Die Ausschreibung richtet sich an die Region Triângulo Mineiro und plant den Bau von rund 400 km Infrastruktur mit Investitionen von fast 1 Milliarde Real. Die erste Projektphase ist für eine tägliche Produktionskapazität von 250.000 Kubikmetern ausgelegt und zielt auf den Bau eines isolierten Pipelinenetzes ab, das zu 100 % mit Biomethan betrieben wird und über ein vollständiges Reservesystem zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit verfügt. Die Angebotsfrist endet am 3. Juni, der Vertragsabschluss wird bis Ende Juni erwartet. Zu den potenziellen Ankerkunden gehören die Brasilianische Bergbau- und Metallurgiegesellschaft (CBMM), LD Celulose und Mosaic, die bereits ihr Interesse an Biomethan bekundet haben.
De Marchi ist der Ansicht, dass die Preiswettbewerbsfähigkeit von Biomethan eher von Marktanreizen und der parallelen Förderung von Umweltattributen abhängen werde als von reinen Subventionen. Er erwartet, dass Erdgas mit zunehmender wirtschaftlicher Tragfähigkeit letztlich durch Biomethan ersetzt werden könnte, und große Akteure arbeiten in diese Richtung.
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