de.wedoany.com-Bericht: Die kürzlich vom Southern African Institute of Mining and Metallurgy veranstaltete Internationale Konferenz für Hochtemperatur-Metallurgie 2026 diskutierte schwerpunktmäßig die PyroFuZA-Initiative, die darauf abzielt, die metallurgische Industrie des Landes wiederzubeleben. Der Name dieser Initiative besteht aus acht Buchstaben und zielt darauf ab, Südafrikas natürliche Ressourcen voll auszuschöpfen, seine Wertschöpfungsfähigkeit wiederherzustellen und die Grundlage für wirtschaftliche Innovation und Wiederaufbau zu schaffen. Während der Konferenz führten „Engineering News & Mining Weekly“ ein exklusives Interview mit Dr. Johan Zietsman und dem Bergbauexperten Bernard Swanepoel, um die Herausforderungen und Chancen der südafrikanischen Hochtemperatur-Metallurgie zu erörtern.
Dr. Zietsman wies im Interview darauf hin, dass Südafrika in den letzten drei Jahrzehnten einen strukturellen Niedergang erlebt habe und seit 2014 über 2 Millionen Tonnen Schmelzkapazität verloren gegangen seien. Derzeit befänden sich mindestens 30 der 59 Chromitöfen in Wartung oder seien stillgelegt. Im letzten Jahr exportierte Südafrika 24 Millionen Tonnen Chromerz, produzierte aber weniger als 1 Million Tonnen Ferrochrom, obwohl die installierte Kapazität bei fast 5 Millionen Tonnen liegt. Bei der Ferrochrom-Produktion werde nur etwa 20 % des Wertes in der Erzphase erzielt; der Verzicht auf das Schmelzen bedeute den Verlust von 80 % des Wertes. Am Beispiel von Ferrochrom bestehe ein fünffacher Multiplikatoreffekt zwischen dem Export von Erz und dem Export von Ferrochrom. Dr. Zietsman erklärte, dass Südafrika im letzten Jahr Chromit im Wert von 5 Milliarden Rand exportiert habe, aber durch das Unterlassen des Schmelzens etwa 20 Milliarden Rand verloren habe – Geld, das für den Wiederaufbau der Energie-infrastruktur hätte verwendet werden können.
Dr. Zietsman analysierte, dass die Energiekosten der Kernfaktor für den Verlust der Wettbewerbsfähigkeit seien. Südafrikas Energiekosten seien im Wesentlichen doppelt so hoch wie die der Hauptkonkurrenten, und die Stromversorgungskapazität sei nicht nachhaltig erneuert worden. Er betonte, dass die zum Schmelzen von Erz erforderliche Mindestenergie durch physikalische Gesetze bestimmt werde und keine Technologie diese senken könne; daher müsse das strukturelle Problem der Energieeinsatzkosten gelöst werden. Darüber hinaus hätten der Rückgang der Logistik- und Eisenbahnkapazitäten sowie die Fragmentierung der Branche die Misere verschärft.
Das Seminar untersuchte auch verschiedene Fallbeispiele aus Indonesien, Kasachstan, Saudi-Arabien und den USA im Umgang mit Wettbewerbsdruck. Dr. Zietsman vertrat die Ansicht, dass Südafrika nicht einfach die Modelle anderer Länder kopieren sollte, sondern – wie Kasachstan, das in Eisenbahnen investiert und Kosten senkt, Saudi-Arabien, das eine aggressive Wachstumsstrategie verfolgt, und die USA, die Forschung und Entwicklung stark unterstützen – die für sich richtigen Maßnahmen wählen müsse. Die Teilnehmer waren sich weitgehend einig, dass die Branche, obwohl ihr aktueller Zustand als „sterbend“ oder „in einer Todesspirale“ beschrieben werde, das Potenzial habe, „florierend“ und „weltweit führend“ zu sein; der Schlüssel liege darin, dass die Branche kollektiv handele, anstatt isoliert vorzugehen.
Dr. Zietsman und Swanepoel stellten eine langfristige Vision vor, wonach Südafrika nicht nur die bestehende Schmelzbasis erhalten, sondern sich höhere Ziele setzen sollte, um ein globaler Marktführer in der Hochtemperatur-Wissenschaft und -Technologie zu werden. Swanepoel wies darauf hin, dass Hendrik van der Bijl vor einem Jahrhundert mit bezahlbarem Strom von Eskom, heimischem Stahl von Iscor und Entwicklungskapital von der Industrial Development Corporation (IDC) die drei Säulen der südafrikanischen Industriewirtschaft gelegt habe. Nun müsse eine neue Generation von Grundlagen geschaffen werden, darunter kostengünstige Energie durch die Nutzung natürlicher Ressourcen, der Aufbau von groß angelegtem, effizientem Schmelzen, die erneute Ausbildung einer technischen Fachschicht sowie pragmatischer Handel im globalisierten Kontext. Er glaubt, dass die vordringlichste Aufgabe darin bestehe, die gesamte Branche zu einen und ein Ökosystem zu fördern, das über die vorhandenen unterirdischen Ressourcen hinausgehe.
Als nächsten Schritt plant die PyroFuZA-Initiative, innerhalb von drei Monaten eine weitere Diskussion abzuhalten, um den Vision-Entwurf, die Fünfjahresziele und die Roadmap zu formalisieren. Darüber hinaus werden die Beteiligten Fachartikel verfassen, die im „Journal of the Southern African Institute of Mining and Metallurgy“ veröffentlicht werden, sowie einen Animationsfilm produzieren, um die Informationen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen und das Seminar von einem einmaligen Ereignis in einen kontinuierlichen Prozess zu verwandeln. Auch der Minerals Council South Africa und andere Organisationen waren an der branchenübergreifenden Zusammenarbeit des Seminars beteiligt.
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