de.wedoany.com-Bericht: Die Universität von Atacama in Chile erstellt einen wissenschaftlichen Katalog der in der Region einzigartigen Mikroorganismen, deren Anwendungsbereiche den grünen Bergbau, die Umweltsanierung und die Landwirtschaft in Trockengebieten umfassen. Das Projekt wird von Rómulo Osses, einem Wissenschaftler der Universität und des Forschungs- und Entwicklungszentrums für nachhaltige Entwicklung der Region Atacama, geleitet und ist das Ergebnis zehnjähriger Feldarbeit, bei der Extremophile identifiziert wurden, die an hohe Salinität, UV-Strahlung und Wassermangel angepasst sind.
Zu den wichtigsten Entdeckungen gehören drei weltweit einzigartige Mikroorganismen, von denen zwei als „Arthrobacter endophyticus“ und „Cellulomonas atacamensis“ klassifiziert wurden. Diese beiden Bakterien zeigen eine Fähigkeit zur Anpassung an extreme Bedingungen und können die Toleranz von Nutzpflanzen verbessern, was konkrete Möglichkeiten für die Wüstenlandwirtschaft eröffnet.
Die Forscher erklären, dass die Studie eine interdisziplinäre Perspektive integriert, die Biologie, Geologie, Chemie und Umweltwissenschaften umfasst. Der Katalog nutzt fortschrittliche Technologien wie Fernerkundung, Satellitenbilder, Drohnen und mehrschichtige Bodenscanner, um die Küsten-, Tal-, Vorgebirgs-, Salar- und Hochgebirgsregionen der Atacama zu charakterisieren. Osses weist darauf hin, dass die Bodenbildung nicht nur von geologischen Prozessen abhängt, sondern auch von der aktiven Interaktion mikrobieller Gemeinschaften.
Das Projekt plant die Schaffung einer mikrobiellen Genbank in der nördlichen Makroregion, um diese genetischen Ressourcen zu erhalten und zu verwalten. Dieses Lager wird konkrete Anwendungen in den Bereichen Biotechnologie, Schadstoffsanierung, nachhaltiger Bergbau und Astrobiologie unterstützen. Die Universität testet derzeit die Toleranz dieser Mikroorganismen in simulierten Grenzbedingungen, was bereits das Interesse der internationalen Biotechnologiegemeinschaft geweckt hat.
Osses betont die Notwendigkeit, die Vorschriften zum Schutz des regionalen mikrobiellen Erbes zu verstärken. „Auf regionaler Ebene müssen wir die unbefugte Entnahme biologischer Ressourcen verhindern und die institutionelle Charakterisierung dieser Mikroorganismen vorantreiben. Eine koordinierte Anstrengung zwischen Wissenschaft, Industrie und Regierung ist entscheidend, um die Logik fragmentierter Projekte in ein institutionalisiertes Projekt mit breiterem Umfang und größeren Ressourcen zu überführen.“
Im Rahmen des Forschungsfähigkeitsentwicklungsplans bis 2035 hat die Universität neue Bachelorstudiengänge in Naturwissenschaften und einen Doktortitel in Biotechnologie für nachhaltige Bioproduktion eingerichtet. Das Projekt stärkt die regional relevante Forschung entlang von vier strategischen Herausforderungen: Wassernachhaltigkeit, nachhaltige Produktionstransformation, sozialer Zusammenhalt und evidenzbasierte Governance.
Das Ziel ist es, Atacama zu einem internationalen Referenzpunkt für die Erforschung von Extremophilen zu machen und eine nachhaltige Bewirtschaftung einzigartiger biologischer Ressourcen zu erreichen. Die Forscher erklären, dass in der Atacama ein noch unentdecktes mikrobielles Universum existiert, das einzigartige Anpassungen aufweist und regionale sowie globale Probleme wie den Klimawandel lösen kann.
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