Deutschland errichtet E-Lkw-Ladekorridor von Ruhrgebiet nach Berlin, erhält Millionen-Förderung
2026-06-04 09:57
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de.wedoany.com-Bericht: Deutschland: An einer Shell-Tankstelle in Lehre bei Helmstedt (Niedersachsen) ist eine Hochleistungsladestation für Elektro-Lkw in Betrieb gegangen. Die Station ist Teil des Netzwerks „Hochleistungsladen im Lkw-Fernverkehr (HoLa)“ und wurde am 2. Juni eröffnet. Damit ist erstmals eine durchgehende Kette von fünf Hochleistungsladestandorten auf der Achse Ruhrgebiet–Berlin entstanden, einer täglichen Hauptverkehrsroute für Lastkraftwagen.

Inbetriebnahme der Hochleistungsladestation für E-Lkw in Lehre (v. l. n. r.): Conrad Mummert, Leiter Shell Commercial Charging Solutions; Lena Kappler, Fraunhofer ISI; Dr. Götz von Esebeck, Traton SE; Florian Glattes, Geschäftsführer Shell Mobility Deutschland-Österreich-Schweiz; Dr. Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium; Melanie Falkenstern, Leiterin Shell Fleet Solutions Deutschland-Österreich-Schweiz; sowie Sascha Hähnke, Remondis Sustainable Services. (Quelle: Shell)

Ziel des HoLa-Projekts ist es, die technische und wirtschaftliche Machbarkeit batterieelektrischer Lkw im Fernverkehr unter realen Bedingungen zu validieren und eine Grundlage für den flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur zu schaffen. Entlang der Autobahnachse Ruhrgebiet–Berlin wurden strategisch fünf Standorte mit Schwerlast-Ladeinfrastruktur errichtet: Lehre (bei Helmstedt, Niedersachsen), Lippeland Süd (bei Bielefeld, Nordrhein-Westfalen), Hamm-Rhynern (Nordrhein-Westfalen), Dortmund (Nordrhein-Westfalen) sowie Wustermark (Brandenburg, Inbetriebnahme in den kommenden Wochen geplant). An diesen Standorten werden die E-Lkw mit einer Ladeleistung von bis zu 1,2 Megawatt geladen. Der Ladevorgang ist auf eine 45-minütige Fahrerpause ausgelegt, um Reichweiten von mehreren hundert Kilometern zu ermöglichen und entlang der zentralen Logistikachse praxisorientiert zu testen.

Dr. Claudia Elif Stutz, Staatssekretärin im Bundesministerium für Digitales und Verkehr, betonte bei der Eröffnung der Ladestation in Lehre, dass der Markterfolg von E-Lkw entscheidend davon abhänge, ob sie zuverlässig und schnell laden könnten. Politik, Forschung und Industrie beschleunigten mit diesem vom Bundesverkehrsministerium geförderten Projekt gemeinsam die Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs. Das Projektkonsortium zeige die konkrete Anwendung des Megawatt-Ladesystems (MCS) im Fernverkehr. Der bereits realisierte MCS-Korridor zwischen Ruhrgebiet und Berlin belege, dass Transportunternehmen mit E-Lkw wirtschaftlicher und flexibler arbeiten könnten. Florian Glattes, Geschäftsführer Shell Mobility Deutschland, Österreich und Schweiz, erklärte, das Projekt mache die Zukunft des Güterverkehrs konkret sichtbar. E-Lkw seien im Fernverkehr bereits einsatzbereit, vorausgesetzt die Infrastruktur halte Schritt.

Von den fünf neuen Standorten werden Lehre und Wustermark bei Berlin von Shell betrieben; die Shell-Tochter SBRS GmbH hat die Ladeinfrastruktur entwickelt und installiert. In Hamm (Westfalen) stellt Shell das Grundstück. Das HoLa-Projekt wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr mit insgesamt 10 Millionen Euro aus der Förderrichtlinie Elektromobilität gefördert und als Technologie- und Erprobungsvorhaben im Rahmen des „Gesamtkonzepts klimafreundliche Nutzfahrzeuge“ durchgeführt. Das Projektkonsortium umfasst 13 Partner aus den Bereichen Fahrzeugbau, Energieversorgung, Netzbetrieb, Autobahnmanagement und Forschung. Die Gesamtprojektleitung und wissenschaftliche Koordination liegt beim Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (Fraunhofer ISI).

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