EU genehmigt Carlyles Übernahme von BASF-Lackgeschäft unter Auflagen
2026-06-05 11:36
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de.wedoany.com-Bericht: Die Europäische Kommission hat die Übernahme des Lackgeschäfts von BASF durch Carlyle unter der Auflage genehmigt, dass die US-amerikanische Private-Equity-Gesellschaft ein wichtiges Chemiegeschäft veräußern muss, um Wettbewerbsbedenken im Luft- und Raumfahrtsektor auszuräumen.

Die Wettbewerbsbehörde wies darauf hin, dass die Transaktion, die Carlyles Spezialchemiehersteller Nouryon mit BASF Coatings zusammenführt, den Wettbewerb in der Lieferkette für luft- und raumfahrtspezifische Dichtstoffe beeinträchtigen könnte.

Voraussetzung für die Genehmigung ist der Verkauf des globalen Polysulfid-Geschäfts von Nouryon durch Carlyle, einschließlich des Produktionsstandorts in Greiz (Deutschland) sowie der zugehörigen Vermögenswerte, Verträge, Lizenzen und Mitarbeiter.

Die Untersuchung ergab, dass die ursprünglich geplante Transaktion es dem fusionierten Unternehmen ermöglichen könnte, Wettbewerbern den Zugang zu Polysulfiden zu beschränken – einem kritischen Bestandteil für luft- und raumfahrtspezifische Dichtstoffe, für den es derzeit keinen Ersatz gibt.

Nouryon ist einer von weltweit nur zwei Anbietern von Polysulfiden für luft- und raumfahrtspezifische Dichtstoffe und verfügt über erhebliche Marktmacht. Die Wettbewerbsbehörde ist der Ansicht, dass ein Wechsel des Lieferanten für Hersteller von Luft- und Raumfahrtdichtstoffen kostspielig und zeitaufwändig wäre, sodass Wettbewerber nach der Fusion mit Versorgungsnachteilen rechnen müssten.

Die Europäische Kommission warnte, dass das fusionierte Unternehmen über die Lieferantenbeziehungen von Nouryon Zugang zu geschäftlich sensiblen Informationen erhalten könnte, was die Wettbewerber von BASF Coatings benachteiligen würde.

Um die Genehmigung zu erhalten, verpflichtete sich Carlyle, das globale Polysulfid-Geschäft von Nouryon an einen Käufer zu veräußern, der über Fachkenntnisse oder einschlägige Erfahrung in der Chemieindustrie verfügt und zudem ein tiefes Verständnis für die Qualifizierungsprozesse industrieller Lieferanten nachweist.

Die Europäische Kommission erklärte, dass diese Abhilfemaßnahmen die Wettbewerbsbedenken vollständig ausräumen, indem sie die vertikale Verbindung zwischen dem Polysulfid-Geschäft von Nouryon und dem Luft- und Raumfahrt-Dichtstoffgeschäft von BASF Coatings beseitigen.

Nach positiven Rückmeldungen aus dem Markttest der vorgeschlagenen Verpflichtungen gelangte die Europäische Kommission zu dem Schluss, dass die geänderte Transaktion keine Wettbewerbsprobleme im Europäischen Wirtschaftsraum darstellt.

Ein unabhängiger Treuhänder wird die Einhaltung der Verpflichtungen überwachen, und die Europäische Kommission behält sich das Recht vor, den endgültigen Käufer zu genehmigen.

Das in den USA ansässige Unternehmen Carlyle ist eine globale Investmentgesellschaft, zu deren Portfolio Nouryon gehört. BASF Coatings ist Teil der deutschen BASF-Gruppe und bietet Beschichtungen und Oberflächenbehandlungsprodukte für die Automobil-, Luft- und Raumfahrt- sowie Industriebranche an.

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