de.wedoany.com-Bericht: Airbus steht kurz vor dem Abschluss eines bedeutenden Großraumflugzeugauftrags mit Scandinavian Airlines (SAS). Die Fluggesellschaft wird voraussichtlich eine Mischung aus Airbus A330neo und Airbus A350-Flugzeugen bestellen, wobei die Transaktion 15 bis 20 Jets umfasst. Laut Bloomberg könnte die Vereinbarung in den kommenden Wochen endgültig besiegelt werden, mit Auslieferungen Anfang der 2030er Jahre. Dies würde eine der bedeutendsten Langstreckenflottenentscheidungen einer europäischen Fluggesellschaft in diesem Jahr markieren.
Diese Vereinbarung unterstreicht die starke Position von Airbus in der SAS-Flotte. SAS tendiert letztlich zu Airbus, um die Flotteneinheitlichkeit zu wahren und die Betriebskosten zu senken – ein Faktor, der für Fluggesellschaften auf der Suche nach Effizienz vor dem Hintergrund steigender Kosten und anhaltender Herausforderungen in der Lieferkette immer wichtiger wird. Angesichts des bestehenden Langstreckenbetriebs von SAS ist dieses Ergebnis nicht überraschend. Die Fluggesellschaft betreibt derzeit eine Flotte, die ausschließlich aus Airbus-Großraumflugzeugen besteht, darunter die Airbus A350-900 und ältere Airbus A330-Modelle. Die erneute Entscheidung für Airbus ermöglicht es der Fluggesellschaft, bestehende Pilotenausbildungsprogramme, Wartungs-infrastruktur, Ersatzteillager und Betriebsabläufe zu nutzen, anstatt eine neue Flugzeugfamilie einzuführen.

Obwohl die Boeing 787 weiterhin eines der erfolgreichsten Langstreckenflugzeuge der Welt ist und die 777X ein erhebliches Kapazitätswachstumspotenzial bietet, würde die Einführung eines dieser Modelle die Komplexität der SAS-Flottenstruktur erhöhen. Für eine Fluggesellschaft, die sich auf eine geordnete Expansion konzentriert, könnte die Flotteneinheitlichkeit überzeugende Vorteile bieten. Laut den SAS-Flottendaten für 2026 betreibt die Fluggesellschaft insgesamt 72 Flugzeuge, darunter vier Airbus A319-100, fünf Airbus A320-200, 46 Airbus A320neo, drei Airbus A321LR, acht Airbus A330-300 und sechs Airbus A350-900.
SAS macht keinen Hehl aus ihren Ambitionen, die Interkontinentalstrecken auszubauen. Im Februar bestätigte CEO Anko van der Werff, dass die Fluggesellschaft einen groß angelegten Kauf von Großraumflugzeugen prüft, um von der wachsenden Nachfrage nach Langstreckenreisen zu profitieren. Damals sagte er, dass sowohl Airbus als auch Boeing in Betracht gezogen würden. Seitdem hat die Fluggesellschaft ihre Langstreckenstrategie weiter verstärkt. Nach der Investition der Air France-KLM-Gruppe in das Unternehmen und dem Wechsel von SAS zur SkyTeam-Allianz hat die Fluggesellschaft mehrere neue Interkontinentalstrecken ab Kopenhagen angekündigt und positioniert Kopenhagen zunehmend als wichtigen Drehkreuz.

Die in dem Bericht genannte Flugzeugkombination deutet auch darauf hin, dass SAS nach Flexibilität und nicht nach einer Einheitslösung sucht. Die A330neo bietet niedrigere Anschaffungskosten und gute Wirtschaftlichkeit auf Mittel- und Langstrecken, während die größere A350 eine größere Reichweite und mehr Passagierkapazität für Märkte mit hoher Nachfrage bietet. Die Kombination beider Modelle würde es der Fluggesellschaft ermöglichen, die Kapazität in ihrem vielfältigen Streckennetz effektiver anzupassen. Auch die branchenweite Lieferknappheit könnte den Zeitpunkt der Transaktion beeinflusst haben. Da die Nachfrage nach internationalen Reisen weiterhin anzieht und wächst, sichern sich Fluggesellschaften weltweit zunehmend Jahre im Voraus die knappen Produktionsslots für neue Großraumflugzeuge.
Für Airbus würde der Auftrag von SAS dem bereits beträchtlichen Auftragsbestand an Großraumflugzeugen eine weitere wichtige Kundenverpflichtung hinzufügen. Die Nachfrage nach den A350- und A330neo-Familien ist stark, da Fluggesellschaften nach treibstoffeffizienteren Flugzeugen suchen, um ältere Modelle zu ersetzen. Die Transaktion würde auch die Position von Airbus in Nordeuropa festigen, wo SAS eine der bekanntesten Fluggesellschaften der Region ist. Obwohl Boeing weiterhin ein wichtiger Akteur im Langstreckenmarkt ist, insbesondere mit der 787, unterstreicht die gemeldete Entscheidung, dass die Flottenvereinfachung bei der Bewertung zukünftiger Flugzeugkäufe durch Fluggesellschaften immer wichtiger wird.

Weder Airbus noch SAS haben die gemeldeten Auftragsverhandlungen öffentlich bestätigt. Reuters wies darauf hin, dass beide Unternehmen eine sofortige Stellungnahme ablehnten, als sie um einen Kommentar zu dem Bloomberg-Bericht gebeten wurden. Sollte der Kauf endgültig besiegelt werden, würde er SAS eine moderne Großraumflotte für das nächste Jahrzehnt bieten und gleichzeitig den Einfluss von Airbus auf eine der größten europäischen Fluggesellschaftsgruppen stärken. Noch wichtiger ist, dass er der skandinavischen Fluggesellschaft die Flugzeugkapazität bieten würde, die sie zur Unterstützung ihrer Langstreckenambitionen benötigt, da die Nachfrage nach internationalen Reisen in den 2030er Jahren weiterhin im Wandel ist.
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