EWE und Salzgitter unterzeichnen Vertrag über Lieferung von grünem Wasserstoff ab 2030
2026-06-11 10:23
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de.wedoany.com-Bericht: Der Energiedienstleister EWE und die Salzgitter-Tochter Salzgitter Flachstahl haben einen langfristigen Liefervertrag für grünen Wasserstoff unterzeichnet. Ab 2030 sollen jährlich rund 10.000 Tonnen grüner Wasserstoff über das Wasserstoff-Kernnetz geliefert werden. Die Vertragsunterzeichnung fand in der Berliner Repräsentanz der EWE statt, anwesend waren die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Gitta Connemann, und der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies.

Dieser Vertrag ist der erste große Abnahmevertrag für die von EWE in Emden geplante 320-Megawatt-Elektrolyseanlage und zugleich der erste Großvertrag von Salzgitter mit einem Wasserstofflieferanten. Die anfängliche Laufzeit beträgt sieben Jahre. Der Vertrag sichert den Absatz eines Großteils der Kapazität der ersten Ausbaustufe der Emder Anlage und deckt rund 6,5 Prozent des Wasserstoffbedarfs des CO₂-armen Stahlproduktionsprojekts Salcos von Salzgitter. Die restliche Liefermenge von EWE kann grundsätzlich für weitere industrielle Partnerschaften genutzt werden. Im Salcos-Projekt können mit einer Erdgas-betriebenen Direktreduktionsanlage bereits 60 Prozent weniger CO₂-Emissionen im Vergleich zu Kohle und Koks der Hochofenroute erzielt werden. Das langfristige Ziel der Salzgitter AG ist eine nahezu klimaneutrale Stahlproduktion, die nur durch den Einsatz von grünem Wasserstoff erreicht werden kann. Insgesamt benötigt die Direktreduktionsanlage des Salcos-Projekts jährlich bis zu 150.000 Tonnen Wasserstoff, wovon rund 9.000 Tonnen von der Salzgitter AG in einer 100-Megawatt-Elektrolyseanlage auf dem eigenen Werksgelände selbst produziert werden.

Gunnar Groebler, Vorstandsvorsitzender der Salzgitter AG, erklärte, dass mit dem Salcos-Projekt die Stahlproduktion schrittweise auf einen nahezu CO₂-freien Weg umgestellt werde, wobei der Einsatz von grünem Wasserstoff ein zentraler Bestandteil sei. Der Vertrag mit EWE sei ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Stefan Dohler, Vorstandsvorsitzender der EWE, betonte, der Vertrag zeige, dass Angebot und Nachfrage nach grünem Wasserstoff zusammengebracht werden könnten. Es gebe auch erste positive Signale bei den regulatorischen Rahmenbedingungen. Diese Dynamik müsse genutzt werden, um weitere industrielle Partnerschaften zu initiieren und den Markt schrittweise aufzubauen. Dafür seien weiterhin wettbewerbsfähige Strompreise, praktikable Regeln für grünen Wasserstoff und langfristige Investitionssicherheit erforderlich.

EWE integriert zentrale Teile der Wasserstoff-Wertschöpfungskette – von der Produktion über den Transport und die Speicherung bis zur Versorgung. Im Rahmen des Important Projects of Common European Interest (IPCEI) „Clean Hydrogen Coastline“ werden in Nordwestdeutschland Elektrolyse-, Speicher- und Pipeline-Infrastruktur aufgebaut. Die Lieferung unterliegt der RFNBO-Zertifizierung (erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs). Die EU-Vorschriften zur Zusätzlichkeit sowie zu zeitlichen und geografischen Korrelationen beim Stromeinkauf könnten die Produktionskosten für grünen Wasserstoff erheblich erhöhen. Beide Unternehmen setzen sich für praktikable Anpassungen der EU-Verordnungen ein, insbesondere für eine verlängerte Übergangsfrist für die Zusätzlichkeit und eine flexiblere Ausgestaltung der stündlichen Stromanforderungen.

Die Bundesregierung und das Land Niedersachsen haben die Vertragsunterzeichnung durch Förderungen ermöglicht. Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Gitta Connemann, erklärte, der Bund stelle 925 Millionen Euro für die Transformation der Stahlproduktion in Salzgitter und 267 Millionen Euro für die Wasserstoffproduktion in Emden bereit. Der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies sagte, Niedersachsen verknüpfe erneuerbare Stromerzeugung, leistungsstarke Häfen, Speicher und Industrie zu einer integrierten Wasserstoffwirtschaft. Mit einem erheblichen Anteil der in Deutschland geplanten großen europäischen Projekte zur Produktion von grünem Wasserstoff, rund 1.800 Kilometern Wasserstoff-Kernnetz im Land und milliardenschweren IPCEI-Förderungen werde die Grundlage für Wertschöpfung und sichere Industriearbeitsplätze gelegt.

Industrie und Politik senden gemeinsames Signal für die Wasserstoffentwicklung (v.l.n.r.): Parlamentarische Staatssekretärin (BMWE) Gitta Connemann, EWE-Vorstandsvorsitzender Stefan Dohler, Salzgitter-Vorstandsvorsitzender Gunnar Groebler und Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies bei der offiziellen Unterzeichnung des langfristigen Liefervertrags für grünen Wasserstoff in Berlin.

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