de.wedoany.com-Bericht: Die afrikanische Stromwirtschaft durchläuft einen tiefgreifenden Wandel von staatlichen Monopolen hin zu öffentlich-privaten Partnerschaftsmodellen, was Investitionsmöglichkeiten in die Modernisierung der Stromnetze, erneuerbare Energien und die damit verbundenen Industrieketten eröffnet. Uganda hat kürzlich eine Vereinbarung mit dem britischen Stromentwickler Gridworks unterzeichnet, um das Amari-Projekt zu starten, das als das erste unabhängige Übertragungsprojekt Afrikas gilt, das in die Bauphase eintritt. Dies markiert einen wachsenden Trend zur Beteiligung des Privatsektors an der Stromnetz-infrastruktur.
In der Vergangenheit wurde das afrikanische Stromsystem von großen, vertikal integrierten Versorgungsunternehmen dominiert, die um zentrale Erzeugungsanlagen (wie Kohlekraftwerke oder große Wasserkraftprojekte) herum aufgebaut und von riesigen Übertragungsnetzen gestützt wurden. Die hohen Kosten für den Bau und die Wartung solcher Systeme machten es jedoch für viele Länder schwierig, diese allein zu tragen. Seit den 1990er Jahren haben einige Länder begonnen, die Aufteilung der Stromerzeugung, -übertragung und -verteilung zu erkunden, um die Beteiligung des Privatsektors zu ermöglichen, was zu den ersten unabhängigen Stromerzeuger-Transaktionen (IPP) auf dem Kontinent führte. Laut Daten des Global Energy Policy Center haben fast 87 % der afrikanischen Länder inzwischen einen regulatorischen Rahmen für öffentlich-private Partnerschaften (PPP) geschaffen, von denen etwa 80 % für den Energiesektor gelten, wobei die Marktreife jedoch variiert.
Südafrika ist ein bemerkenswertes Beispiel für diesen Wandel. Nachdem die Regierung erkannte, dass die Modernisierung und Erweiterung des rund 14.000 Kilometer langen Übertragungsnetzes Kosten von etwa 440 Milliarden Rand verursachen würde, kündigte sie an, über das Independent Transmission Programme (ITP) private Investitionen zu suchen. Zuvor war das Electricity Regulation Amendment Act in Kraft getreten, das die Umstrukturierung von Eskom in separate Einheiten für Erzeugung, Übertragung und Verteilung vorantrieb. Das Renewable Energy Independent Power Producer Procurement Programme (REIPPPP) in Südafrika hat seit 2011 Investitionen in Höhe von rund 272 Milliarden Rand angezogen und 95 Projekte mit einer Gesamtleistung von über 7.300 Megawatt unterstützt. Auch Sambia treibt die Diversifizierung seines Energiemixes voran, um die durch Dürren offengelegte Abhängigkeit von Wasserkraft zu bewältigen. Die 2024 erlassene Electricity (Open Access) Regulation schreibt einen diskriminierungsfreien Zugang zum nationalen Übertragungs- und Verteilungsnetz vor und ermöglicht es IPPs, Strom direkt an Großverbraucher und regionale Märkte zu verkaufen.
In Bezug auf die Investitionsflüsse gehören die Modernisierung und der Ausbau der Stromnetze zu den Hauptbereichen, einschließlich der Verlängerung der nationalen Übertragungsinfrastruktur zu Nachfragezentren und der Entwicklung dezentraler Systeme in abgelegenen ländlichen Gebieten. Daten der Internationalen Energieagentur zeigen, dass die zugesagten Finanzierungen für dezentrale Energielösungen in Subsahara-Afrika seit 2019 erheblich gestiegen sind. Solare Haushaltssysteme und Mikronetze haben sich rasant entwickelt, mit einem Anstieg der Installationen um das 12- bzw. 45-fache im letzten Jahrzehnt, aber dezentrale Systeme sind noch nicht vollständig in die langfristigen Elektrifizierungsstrategien der meisten Länder integriert. Der Markt für Energieaggregation gewinnt ebenfalls zunehmend an Aufmerksamkeit. Laut Daten des Global Solar Council erreichte die neu installierte Solarkapazität in Afrika im Jahr 2025 mit 4,5 Gigawatt einen Rekord, wovon etwa 44 % aus dezentralen, Dach- und Eigenverbrauchssystemen stammen, was eine Nachfrage nach Aggregationsdiensten schafft, obwohl sich dieser Markt außerhalb Südafrikas noch in einem frühen Stadium befindet.
Die wahren Chancen erstrecken sich auch auf Rohstoffe, die das Stromsystem versorgen, insbesondere in Bereichen, die mit Batterietechnologie und der industriellen Basis erneuerbarer Energien zusammenhängen. Trotz Herausforderungen wie Risikoprämien wird die Investitionsrichtung des afrikanischen Strommarktes mit regulatorischen Reformen, die die Eintrittsbarrieren senken, zunehmend klarer.
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