de.wedoany.com-Bericht: Airbus Helicopters testet derzeit ein aerodynamisches Verbesserungspaket auf dem Airbus PioneerLab in Deutschland, das die Leistungsfähigkeit seiner konventionellen Drehflügler verändern könnte. Das PioneerLab ist ein fliegendes Drehflügler-Labor auf Basis des leichten zweimotorigen Hubschraubers H145 und eines von vier von Airbus betriebenen Drehflügler-Laboren.

Für die Tests fertigte Airbus Verbundstoff-Verkleidungen an, die an den Heckausleger und den hinteren Rumpf angepasst werden, und fügte ein verbessertes Höhenleitwerk mit nach unten gebogenen Flügelspitzen hinzu. Der verbesserte Heckausleger-Querschnitt wechselte von einer elliptischen zu einer rautenförmigen Form, die den Abwind des Hauptrotors in die gleiche Richtung wie die Luftströmung des Anti-Drehmoment-Systems lenkt. Johannes Plaum, Leiter Forschung und Technologie bei Airbus Helicopters Deutschland, erklärte am Eröffnungstag der ILA Berlin am 10. Juni, dass dieses Design kostenlos einen Teil des Gegenmoments erzeuge und so die erforderliche Leistung des Fenestrons (des kanalisierten Anti-Drehmoment-Systems) reduziere.
Ein ähnlicher Heckausleger wurde zuvor am Racer-Demonstrator für schnelle Verbunddrehflügler installiert, aber dies ist das erste Mal, dass das System in einen konventionellen Drehflügler von Airbus integriert wurde. Frühe Flugdemonstrationen zeigten, dass diese Verbesserungen den Luftwiderstand bei niedrigen Geschwindigkeiten verringerten und die Stabilität im Vorwärtsflug erhöhten. Bezüglich der neuen hinteren Rumpfform wird das Unternehmen in nachfolgenden Testflügen weitere Untersuchungen durchführen.
Die aktuelle hintere Rumpfkonfiguration der H145 erzeugt im Flug eine Niederdruckzone, die den Luftwiderstand im Vorwärtsflug erhöht. Das neue Design ermöglicht eine gleichmäßigere Luftströmung zum Heckausleger. Die Tests erfolgen schrittweise: Zunächst konzentrierte man sich auf die Auswirkungen des verbesserten Heckauslegers, dann wurden schrittweise das Höhenleitwerk und die hintere Rumpfverbesserung hinzugefügt, um schließlich das von Plaum als „vollständiges Gesamtpaket" bezeichnete System zu testen. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung waren die Flugtests mit dem Höhenleitwerk und dem Heckausleger abgeschlossen. Die Testfunde fanden im Airbus-Werk in Donauwörth statt.
Neben den aerodynamischen Verbesserungen treibt Airbus auch die Entwicklung eines Hybridantriebssystems voran. Dieses System sieht vor, die beiden Safran Arriel-Triebwerke des PioneerLab durch ein Pratt & Whitney Canada PW210S-Triebwerk mit 1.000 Wellen-PS und zwei von Collins entwickelte, mit Lithium-Ionen-Batterien betriebene 250-kW-Elektromotoren zu ersetzen. Plaum gab an, dass die Ingenieure das vorläufige Design-Review des Hybridantriebssystems abgeschlossen haben und sich nun in der detaillierten Systementwurfsphase befinden, gefolgt von Prüfstandstests und Flugtests. Das Projektziel ist eine Reduzierung des Treibstoffverbrauchs um 30 %, die in Kombination mit den aerodynamischen Verbesserungen noch weiter gesteigert werden könnte.
Diese beiden Initiativen werden von Plaum als „Technologiebausteine" bezeichnet, die möglicherweise das Design zukünftiger leichter Drehflügler beeinflussen könnten. Ein ähnlicher Entwicklungsweg wurde bereits beim 2015 geflogenen experimentellen Hubschrauber EC135 Bluecopter beschritten, der einen erheblichen Einfluss auf den von Airbus derzeit im Testflug befindlichen brandneuen zweimotorigen Drehflügler H140 hatte. Die H140 soll 2028 in den kommerziellen Betrieb gehen.
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