ABB Schweiz stellt drei NINVA-Berührungslose Temperaturmesslösungen vor
2026-06-15 14:32
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de.wedoany.com-Bericht: ABB Schweiz erweitert sein NINVA-Portfolio für berührungslose Temperaturmessungen um drei neue Lösungen: NINVA Integrated (Integrierte Ausführung), NINVA Remote (Fernausführung) und NINVA Compact (Kompakte Ausführung). Diese sind für anspruchsvolle Anwendungen in der Öl- und Gas-, Chemie-, Energieversorgungs- und Schifffahrtsindustrie konzipiert, die höchste Sicherheit und Präzision erfordern.

ABB erweitert das NINVA-Portfolio für berührungslose Prozesstemperaturmessungen

Im Gegensatz zu herkömmlichen invasiven Thermoelementen wird das NINVA-System direkt auf den Außendurchmesser der Prozessrohrleitung geklemmt. Dadurch können Anlagenbetreiber präzise Prozesstemperaturmesswerte erfassen, ohne Rohre schneiden, schweißen oder Thermoelemente warten zu müssen. Das System misst die Oberflächentemperatur der Rohrleitung, um auf die innere Fluidtemperatur zu schließen, und bietet dabei die gleiche Genauigkeit und Reaktionsfähigkeit wie herkömmliche invasive Geräte. Diese berührungslose Bauweise reduziert den anfänglichen Konstruktions- und Engineering-Aufwand. Im Vergleich zu Thermoelement-Lösungen können Material-, Prüf- und Installationskosten gesenkt werden, während der Engineering-Aufwand und die damit verbundenen Investitionsausgaben um bis zu 75 % reduziert werden. Darüber hinaus ist die Plattform der erste berührungslose Temperaturtransmitter mit funktionaler Sicherheitszertifizierung nach SIL2.

Das erweiterte Produktportfolio umfasst drei spezifische Systemvarianten. NINVA Integrated (Integrierte Ausführung) wurde für die Chemie- und Öl- und Gasindustrie entwickelt und eignet sich für Metallrohrleitungen mit Nennweiten von DN15 bis DN2500 (1/2 Zoll bis 100 Zoll). Es ist ideal für die Nachrüstung in Brownfield-Anlagen, wo Prozessstillstände und Heißarbeitsgenehmigungen hohe Kosten verursachen. NINVA Remote (Fernausführung) ist für die Überwachung von schwer zugänglichen Hochtemperatur-Messpunkten in Kraftwerken und Energieversorgungsanlagen konzipiert, insbesondere in Dampfnetzen und bei Umgebungstemperaturen über 400 °C. Die mechanische Konstruktion hält Vibrationen von bis zu 2 g in der Schwerindustrie stand und wird mit dem feldmontierten Transmitter ABB TTF300-N verbunden. NINVA Compact (Kompakte Ausführung) ist für den Einsatz in der Schifffahrt zertifiziert und wurde speziell für beengte Maschinenumgebungen entwickelt. Es hält Vibrationen von bis zu 4 g stand und eignet sich für kleinere Rohrgeometrien ab DN15, Skid-Systeme und mobile Anlagen.

Die hohe Genauigkeit der NINVA-Plattform wird durch eine Doppelsensorarchitektur in Verbindung mit einem thermischen Korrekturalgorithmus erreicht. Die Hardware umfasst zwei unabhängige Widerstandstemperaturfühler: einen primären Kontaktsensor zur Erfassung der Rohraußentemperatur und einen sekundären Referenzsensor zur Messung der Umgebungstemperatur im Anschlusskopf. Beide verwenden Dünnschicht-Pt100-Platinwiderstände gemäß der Genauigkeitsklasse A der Norm IEC 60751. Der integrierte elektronische Transmitter enthält eine lokale Firmware, die einen Algorithmus zur konjugierten Wärmeübertragungskorrektur ausführt. Dieser Algorithmus berücksichtigt die Umgebungsluftbedingungen, die lokale Isolierung und die Wärmewiderstandseigenschaften der Metallrohrwand. Durch die Echtzeitverarbeitung dieser Variablen werden Umgebungskühlungseffekte kompensiert und die innere Fluidtemperatur mathematisch abgeleitet. Der Standardmessbereich beträgt -40 °C bis 400 °C, die erweiterte Fernsensorvariante kann bis zu 550 °C betrieben werden. Die mechanischen Komponenten verwenden Industrieanschlussköpfe aus epoxidbeschichtetem Aluminium oder 316L-Edelstahl mit Schutzart IP66 oder IP67. Die Prozessintegration erfolgt über spezielle Klemmbügelhalterungen, wodurch strukturelle Spannungen, dynamische Biegung und das Risiko von wirbelerregten Schwingungsausfällen vermieden werden, die bei direkt in die Rohrströmung eingeführten Thermoelementsonden auftreten können. Das System unterstützt das Standard-4-20-mA-Analogsignal mit überlagertem digitalem HART-7-Protokoll und ermöglicht so Fernkonfiguration, Diagnose-Fehlerverfolgung gemäß NAMUR-NE107-Richtlinien sowie die Integration in zentrale verteilte Steuerungssysteme.

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