Brasilien eröffnet ersten neuen Containerterminal seit 13 Jahren – Investition über 2 Milliarden Real
2026-06-15 15:27
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de.wedoany.com-Bericht: Brasilien hat den ersten neu gebauten Containerterminal des Landes seit 13 Jahren in Betrieb genommen. Das Projekt befindet sich im Hafen- und Industriekomplex Suape (Complexo Industrial Portuário de Suape, PE) und wird von APM Terminals, einem Unternehmen der Maersk-Gruppe, betrieben. Es kann die Containerumschlagskapazität der Region um bis zu 55 % steigern.

Der Terminal soll voraussichtlich im August den kommerziellen Betrieb aufnehmen, bedarf jedoch noch der endgültigen Genehmigung durch die brasilianische Nationale Wasserstraßenbehörde (ANTAQ). Die anfängliche Jahreskapazität beträgt 400.000 Standardcontainer (TEU). In der zweiten Phase, die voraussichtlich 2028 abgeschlossen wird, soll die Jahreskapazität auf 600.000 TEU steigen. Das Unternehmen gab an, dass durch zusätzliche Investitionen in der Zukunft eine potenzielle Kapazität von 1,3 Millionen TEU in der Region erreicht werden könne. Der Terminal erstreckt sich über rund 495.000 Quadratmeter, verfügt über eine 430 Meter lange Kaimauer und eine Wassertiefe von bis zu 15,5 Metern. Die Gesamtinvestition beträgt über 2 Milliarden Real, wovon rund 235 Millionen Real für die Beschaffung elektrischer Geräte verwendet wurden. Es handelt sich um den ersten vollelektrischen Containerterminal Lateinamerikas.

Trotz der Ausweitung der Hafenumschlagskapazität bleibt der fehlende Eisenbahnanschluss das größte logistische Hindernis. Der Eisenbahnabschnitt, der Salgueiro mit dem Hafen verbindet, wird noch vom Bundesrechnungshof (TCU) geprüft. Das Gericht stellt infrage, ob die Machbarkeitsstudien zur Wiederaufnahme des Eisenbahnbaus noch dem aktuellen Stand entsprechen. Eine Entscheidung des Gerichts vor einem Monat schränkte die Unterzeichnung neuer Verpflichtungen im Zusammenhang mit der Wiederaufnahme der Bauarbeiten ein, widerrief jedoch keine bereits abgeschlossenen Verträge und entschied auch nicht über die endgültige Einstellung des Projekts. Die Gouverneurin des Bundesstaates Pernambuco, Raquel Lyra (PSD), erklärte, die Bundesregierung versuche, die bereits ausgeschriebenen ersten Verträge von der Diskussion über andere Abschnitte der Eisenbahn zu trennen. Sie ist der Ansicht, dass das Projekt auf ausreichende Nachfrage für seine Umsetzung stößt. Die Landesregierung wartet auf die Ergebnisse der Klärung von Einwänden gegen die Entscheidung des Berichterstatters des Falls.

Leonardo Levy, Investmentdirektor von APM Terminals Brasilien, erklärte, das Unternehmen habe eine aufgestaute Nachfrage in der Nordostregion festgestellt. Die enge Zusammenarbeit mit Kunden und Verladern helfe dabei, Engpässe zu identifizieren, die die Wettbewerbsfähigkeit der Import- und Exportketten beeinträchtigen. Dies sei hauptsächlich auf unzureichende Infrastruktur zurückzuführen. Levy fügte hinzu, dass das Unternehmen zwar die Investitionen in die bestehenden Terminals in Suape, Pecém, Santos und Itapoá verstärke, aber weiterhin an neuen Möglichkeiten auf dem brasilianischen Markt interessiert sei – unabhängig davon, ob das Investitionsmodell private Nutzungsterminals, Konzessionen, öffentlich-private Partnerschaften oder private Kooperationen umfasse.

Der letzte vollständig neue Containerterminal war die BTP (Brasil Terminal Portuário), die 2013 im Hafen von Santos eröffnet wurde. Seitdem wurde das nationale Umschlagswachstum hauptsächlich durch Erweiterungen, Modernisierungen und Effizienzsteigerungen bestehender Anlagen erzielt. Die Eröffnung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Bedenken hinsichtlich der Fähigkeit der brasilianischen Häfen bestehen, das Wachstum des Containerverkehrs zu bewältigen. Eine Studie des Beratungsunternehmens Macroinfra zeigt, dass die nationale Infrastruktur bis 2030 an ihre Betriebsgrenzen stoßen könnte, wenn neue Projekte und Erweiterungen nicht vorangetrieben werden. Basierend auf Daten der brasilianischen Nationalen Wasserstraßenbehörde aus dem Zeitraum 2015 bis 2025 zeigt die Studie Sättigungserscheinungen in den wichtigsten Containerumschlagsknotenpunkten wie Santos, Paranaguá (PR), Itajaí/Navegantes (SC) und Itapoá. Die Prognose geht von einer Nachfrage von 20,4 Millionen TEU bis 2030 aus, was die derzeit verfügbare Kapazität von rund 23 Millionen TEU nahezu erschöpfen würde. Die Branche diskutiert zudem das Projekt des Tecon 10-Terminals in Santos, dessen geplante Jahreskapazität bei Vollauslastung 3,5 Millionen TEU beträgt. Das Projekt stand kurz vor der Auktion, doch aufgrund von Meinungsverschiedenheiten über das Wettbewerbsmodell der Ausschreibung steht der genaue Auktionstermin noch nicht fest.

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