de.wedoany.com-Bericht: Der globale Containerschifffahrtsmarkt zeigt starke Signale: Die Spotfracht steigt bereits die sechste Woche in Folge. Der Shanghai Containerized Freight Index (SCFI) erreichte am 13. Juni 2.726 Punkte, ein Anstieg von 6 % im Wochenvergleich – der höchste Stand seit September 2024. Die Beratungsfirma Alphaliner weist darauf hin, dass die traditionelle Hochsaison in diesem Jahr offenbar früher eingesetzt hat, geprägt von geopolitischen Unsicherheiten und der US-Handelspolitik.

Die Lage im Nahen Osten bleibt einer der Branchenschwerpunkte. Alphaliner betont, dass die USA und der Iran noch keine dauerhafte Einigung über die Durchfahrtsbedingungen in der Straße von Hormus erzielt haben. Gleichzeitig haben die jemenitischen Huthi-Rebellen erneut Drohungen gegen die kommerzielle Schifffahrt im Roten Meer ausgesprochen, insbesondere gegen Schiffe mit Israel-Bezug – nachdem es im April erstmals seit dem Waffenstillstand zu direkten militärischen Auseinandersetzungen zwischen dem Iran und Israel gekommen war.
Vor diesem Hintergrund erklärte Peter Sand, Chefanalyst von Xeneta, dass die Spotfracht auf den wichtigsten asiatischen Routen weiterhin hoch bleibe und Mitte Juni mit weiteren Anstiegen zu rechnen sei, da die durch den Nahostkonflikt verursachten Störungen den Markt weiterhin stark beeinflussten. Der Analyst ergänzte, dass die Spotfracht von Fernost an die US-Westküste und US-Ostküste seit der Krise in der Straße von Hormus um 127 % bzw. 106 % gestiegen sei.
Xeneta berichtete, dass die durchschnittlichen Marktfrachtpreise am 12. Juni wie folgt lagen: Fernost–US-Westküste: 4.258 USD/FEU; US-Ostküste: 5.462 USD/FEU; Nordeuropa: 3.854 USD/FEU; Mittelmeer: 5.194 USD/FEU.
Auch die Routen nach Südamerika verzeichneten deutliche Anstiege. Laut Daten von Platts liegen die Container-Spotfrachtpreise zwischen Asien und Südamerika nahe ihrem höchsten Stand seit fast zwei Jahren, da die Reedereien durch Streichungen von Abfahrten und kontinuierliche Preiserhöhungen ein aggressives Kapazitätsmanagement betreiben. Am 9. Juni erreichte die Spotfracht von Ostasien an die Westküste Südamerikas 7.800 USD/FEU – ein Anstieg von 13 % im Wochenvergleich und der höchste Stand seit 22 Monaten. Die Fracht auf der Route Ostasien–Ostküste Südamerikas lag bei 5.800 USD/FEU, ein Plus von 3 % gegenüber der Vorwoche und der höchste Wert seit September 2024. JOC weist darauf hin, dass die Frachtpreise weiter steigen könnten, da die Reedereien in den kommenden Wochen Hochsaisonzuschläge erheben wollen.
Mit Blick auf die verfügbare Kapazität erklärte Peter Sand, dass Verlader nicht nur die Frachtkosten zahlen müssten, sondern auch mit Verzögerungen bei Exporten aus Fernost konfrontiert seien – selbst langfristige Vertragskunden hätten Schwierigkeiten, Stellplätze zu sichern. Kapazitätsindikatoren zeigen Anzeichen einer Besserung: Drewry berichtet, dass in den nächsten fünf Wochen (Woche 25 bis 29, 15. Juni bis 19. Juli) auf den wichtigsten Ost-West-Routen voraussichtlich 34 Abfahrten gestrichen (Nullfahrten) werden, was einer Streichungsrate von 5 % entspricht – 95 % der geplanten Dienste sollten planmäßig verkehren. Die Störungen konzentrieren sich weiterhin auf die ostwärtigen transpazifischen Routen (50 % der geplanten Streichungen), gefolgt von den Asien-Europa/Mittelmeer-Routen (35 %); die transatlantischen Routen machen die restlichen 15 % aus. Drewry stellte zudem fest, dass die Gemini Cooperation und MSC weiterhin hohe Pünktlichkeitsraten bei den Abfahrten aufweisen. Die Beratungsfirma fasst zusammen, dass die künftige Marktentwicklung davon abhängen werde, wie gut die Reedereien ihr Angebot an die Nachfrageschwankungen anpassen könnten und wie die Entwicklungen im Nahen Osten die globalen Lieferketten weiterhin beeinflussten.
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