de.wedoany.com-Bericht: Der internationale Edelmetallmarkt verzeichnete am Morgen des 15. Juni 2026 einen deutlichen Anstieg. Der Spot-Goldpreis weitete seine Gewinne auf fast 2 % aus und notierte bei 4.307,39 US-Dollar pro Feinunze, dem höchsten Stand seit einer Woche. Im Handelsverlauf durchbrach er die runde Marke von 4.300 US-Dollar und stieg um über 2 %. Zuvor hatte Spot-Gold nacheinander die Marken von 4.270, 4.280 und 4.290 US-Dollar überschritten. Auch die Gold-Futures in New York zogen an und legten im Tagesverlauf um 1 % auf 4.294,12 US-Dollar pro Feinunze zu. Spot-Silber stieg im Tagesverlauf um 2,43 % auf 69,628 US-Dollar pro Feinunze.
Der unmittelbare Auslöser für die starke Erholung des internationalen Goldpreises war die unerwartete Entspannung der geopolitischen Lage im Nahen Osten. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, erklärte US-Präsident Donald Trump am 14. Juni in einem Beitrag in den sozialen Medien, das Abkommen zwischen den USA und dem Iran sei „nun abgeschlossen". Er „ermächtige" die „kostenlose Öffnung" der Straße von Hormus und ordnete die sofortige Aufhebung der Seeblockade der US-Marine gegen iranische Häfen an. Laut einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim vom frühen Morgen des 15. Juni bestätigte der stellvertretende iranische Außenminister Gharibabadi, dass der Text des US-iranischen Memorandum of Understanding endgültig festgelegt sei. Die offizielle Unterzeichnungszeremonie des „Islamabad-Memorandums" werde am 19. Juni in der Schweiz stattfinden. Gharibabadi erklärte, dass die US-Seeblockade gegen den Iran ab dem frühen Morgen des 15. Juni beendet sei und die militärischen Operationen an allen Fronten „sofort und dauerhaft" eingestellt würden. Der Oberste Nationale Sicherheitsrat des Iran gab am frühen Morgen desselben Tages eine Erklärung heraus, in der er das Zustandekommen des US-iranischen Waffenstillstands-Memorandums offiziell bestätigte.
Das Abklingen der geopolitischen Risiken wirkte sich rasch auf die Rohstoffmärkte aus, und die internationalen Ölpreise brachen deutlich ein. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung fiel der WTI-Ölpreis im Tagesverlauf um über 4 % auf 81,258 US-Dollar pro Barrel, wobei die Verluste zwischenzeitlich auf bis zu 5 % anstiegen. Auch der Preis für Brent-Rohöl-Futures gab stark nach. Analysten wiesen darauf hin, dass der Rückgang der Ölpreise die Sorgen des Marktes über Inflation und Zinserhöhungen gemildert habe. Der US-Dollar und die Renditen von US-Staatsanleihen schwächten sich daraufhin beide ab, was den Edelmetallen starken Auftrieb verlieh. Gleichzeitig legten die US-Aktienfutures insgesamt zu, wobei die Nasdaq-Futures um fast 400 Punkte bzw. 1,3 % stiegen. Auch der Kryptowährungsmarkt verzeichnete einen breiten Anstieg mehrerer Coins, und der Bitcoin-Preis durchbrach die Marke von 65.000 US-Dollar.
Marktteilnehmer warnten jedoch, dass die Entspannung der geopolitischen Lage kurzfristig zwar die Edelmetallpreise gestützt habe, aber die Frage, ob das US-iranische Abkommen letztendlich reibungslos unterzeichnet werde und wie die Durchfahrt durch die Straße von Hormus aussehe, weiterhin die entscheidenden Variablen für die Edelmetallentwicklung in dieser Woche seien. Aus mittel- bis langfristiger Perspektive blieben strukturelle Stützfaktoren wie das steigende Risiko der staatlichen Bonität, die Polarisierung der geopolitischen Lage und die Vertiefung des Entdollarisierungsprozesses weiterhin solide.
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