US-amerikanische NOAA bestätigt El Niño, bedroht brasilianische Ernten
2026-06-15 17:57
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de.wedoany.com-Bericht: Die US-amerikanische National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) hat die Rückkehr von El Niño offiziell bestätigt. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 63 % könnte das Phänomen zwischen Ende 2026 und Anfang 2027 eine sehr starke Intensität erreichen und stellt eine direkte Bedrohung für die brasilianische Agrarernte 2026/27 dar.

Diese Woche hat die NOAA den Klimastatus im äquatorialen Pazifik von „Beobachtung“ auf „El Niño-Beratung“ hochgestuft. Technische Daten zeigen, dass in fast allen überwachten Regionen des Pazifiks eine anhaltende Erwärmung aufgetreten ist. Insbesondere in der Region Niño 1+2 vor der Westküste Südamerikas wurden Meeresoberflächentemperaturanomalien von über +2 °C verzeichnet. Internationale Modelle prognostizieren eine Wahrscheinlichkeit von 97 % bis 99 %, dass das Phänomen in den kommenden Monaten anhält.

Offizielle Vorhersagen zeigen, dass El Niño in der zweiten Jahreshälfte allmählich an Stärke zunehmen wird, mit einem erwarteten Höhepunkt zwischen November 2026 und Januar 2027. Sollte der Meeresindex +2,0 °C überschreiten, könnte das Ereignis als Super-El Niño bezeichnet werden und in die gleiche Kategorie wie die historischen Extremereignisse von 1982/83, 1997/98 und 2015/16 fallen. Diese Ereignisse haben der weltweiten Landwirtschaft Schäden in Milliardenhöhe verursacht.

Für die brasilianische Landwirtschaft fällt die Verstärkung von El Niño mit der Aussaatperiode der Sommerkulturen 2026/27 zusammen. Meteorologische Berichte zeigen, dass insbesondere Soja- und Maisanbauer in den Regionen Mittelwesten und Südosten besorgt sind, da diese Gebiete von September bis Oktober mit einer Verzögerung der Normalisierung der Niederschläge rechnen müssen. Historisch gesehen umfasst das Einflussmuster von El Niño in Brasilien: überdurchschnittliche Niederschläge im Süden mit erhöhtem Risiko von Überschwemmungen und übermäßiger Feuchtigkeit; unregelmäßiger Beginn der Regenzeit im Mittelwesten, was das Aussaatfenster für Soja beeinträchtigt; deutlich geringere Niederschläge im Norden und Nordosten mit erhöhtem Dürrerisiko; überdurchschnittliche Temperaturen im Südosten mit unregelmäßigeren Niederschlagsmustern.

Das brasilianische Nationale Institut für Meteorologie (Instituto Nacional de Meteorologia, INMET) betont in seinem jüngsten Bulletin, dass die Intensität von El Niño umso größer ist, desto stärker seine Auswirkungen auf das nationale Klimaverhalten sind. Meteorologen sind der Ansicht, dass die Ernte 2026/27 eine sorgfältigere Planung erfordert, einschließlich der Auswahl geeigneter Sorten, gestaffelter Aussaat, konservierender Bodenbearbeitung und kontinuierlicher Klimaüberwachung. Die stärksten Auswirkungen werden voraussichtlich zwischen Oktober 2026 und März 2027 zunehmen, also in der Kernphase der brasilianischen Agrarsaison.

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