de.wedoany.com-Bericht: Eine vom brasilianischen Stromnetzbetreiber (ONS) abgeschlossene Planungsstudie zeigt, dass die Stromverbindung zwischen Brasilien und Bolivien dazu beitragen kann, die Energieabregelung während der Spitzenzeiten der Solarenergie zu reduzieren. Das geplante Verbundprojekt hat eine Kapazität von 420 MW und nutzt die VSC-Technologie (Voltage Source Converter).

Dieses Verbundprojekt wurde in die im Oktober dieses Jahres stattfindende Übertragungsausschreibung aufgenommen und gehört zum 4. Investitionspaket. Dieses Bündel umfasst Investitionen in Höhe von rund 6,7 Milliarden BRL, den größten Umfang, und beinhaltet einen 500-kV-Leitungskorridor im Bundesstaat Mato Grosso do Sul, der die Umspannwerke Sarandi, Rio Brilhante, Chapadão und Rio Verde Norte verbindet. Das Paket umfasst auch das brasilianisch-bolivianische Verbundprojekt, das die Installation einer Back-to-Back-Umrichterstation mit VSC-Technologie sowie eine bis zur Grenze verlaufende 50-Hz-Leitung vorsieht.
Zur Untermauerung der Analyse bewertete der ONS die Auswirkungen der Verbindung unter verschiedenen Erzeugungs- und Lastszenarien und berücksichtigte dabei vier Konfigurationen des Übertragungsnetzes in Mato Grosso do Sul: das bestehende Netz, die Phasen eins und zwei mit separaten strukturellen Maßnahmen sowie den Zustand nach vollständiger Fertigstellung des neuen 500-kV-Systems. Die Studie weist darauf hin, dass die 230-kV-Leitung Dourados–Guaíra unabhängig von der internationalen Verbindung bereits während der Tagesstunden mit geringer Last und hoher Photovoltaik-Einspeisung ein Überlastungsrisiko aufweist.
Nach Einschätzung des Betreibers gibt es bei Stromexporten von Brasilien nach Bolivien keine Einschränkungen für das brasilianische Stromsystem, und sie tragen dazu bei, die derzeit zur Kontrolle der Last auf der Leitung Dourados–Guaíra erzwungenen Erzeugungsabregelungen zu reduzieren. Im Szenario von Stromimporten aus Bolivien verschärft sich das Überlastungsproblem derselben Übertragungsleitung, wenn nur die aktuelle oder eine teilweise verstärkte Netzkonfiguration berücksichtigt wird.
Basierend auf diesen stationären Analyseergebnissen ist der ONS der Ansicht, dass das Verbundprojekt bei einem Leistungsfluss von Brasilien nach Bolivien uneingeschränkt betrieben werden kann. Im umgekehrten Fall hängt die vollständige Nutzung der 420-MW-Kapazität der zukünftigen Back-to-Back-Umrichterstation jedoch davon ab, ob die strukturellen 500-kV-Maßnahmen in Mato Grosso do Sul aus der Ausschreibung abgeschlossen werden. Der ONS stellte außerdem klar, dass in dieser Studie keine elektromechanische Stabilitätsanalyse durchgeführt wurde, da das Modell der im Verbundumrichter verwendeten VSC-Technologie noch nicht verfügbar war.
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