US-Satellit testet erstmals im Orbit ein visuelles Sprachmodell
2026-06-16 11:19
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de.wedoany.com-Bericht: Das Jet Propulsion Laboratory der NASA (NASA's Jet Propulsion Laboratory) hat in Zusammenarbeit mit dem Weltraum-Infrastrukturunternehmen Loft Orbital auf dem Satelliten YAM-9 erfolgreich ein visuelles Sprachmodell (VLM) getestet, das auf Abfragen in natürlicher Sprache reagieren und automatisch interessante Bereiche am Boden identifizieren kann. Bei dieser Demonstration wurde das Modell Gemma 3 von Google DeepMind verwendet, das speziell für Edge-Anwendungen entwickelt wurde, auf begrenzter Hardware fernab von Rechenzentren läuft und die kontextuelle Verständnisfähigkeit großer Sprachmodelle mit der Bildanalyse kombiniert.

Im Test wurde das Modell aufgefordert, Sensordaten an der Schnittstelle zwischen natürlicher Umwelt und menschlicher Entwicklung zu klassifizieren oder die Infrastruktur rund um Eisenbahnknotenpunkte zu identifizieren – beides erledigte das Modell erfolgreich. Der Satellit YAM-9 wurde von Loft Orbital gebaut und startete im Herbst 2025. Als Wegbereiter des orbitalen KI-Projekts des Unternehmens ist er mit einer Nvidia Jetson Orin AGX GPU ausgestattet, einem der führenden Chips in der Weltraumcomputing-Branche. Die Raumfahrzeuge von Loft sind als Plattform für Drittanbieter konzipiert, und das Geschäftsmodell ähnelt eher einer Infrastruktur als einem Dienst.

Die Bedeutung dieser Demonstration liegt darin, dass kurzfristig durch die erste Datenklassifikation im Orbit die große Menge an Rohdaten reduziert werden kann, die Analysten verarbeiten müssen; langfristig wird die Machbarkeit des Betriebs größerer KI-Infrastrukturen im Weltraum validiert. Paul Lasserre, KI-Leiter bei Loft, erklärte, dass mit einem VLM eine kontinuierliche Überwachung und logische Interaktion möglich sei, beispielsweise die Überwachung von Grenzen und die Benachrichtigung von Nutzern bei verdächtigen Vorfällen.

Juan Delfa Victoria, technischer Leiter der KI-Gruppe am NASA JPL, leitete die Entwicklung der Software NAVI-Orbital, einem „Framework" für das VLM Gemma 3. Die Ingenieure mussten das Softwarepaket verkleinern, um die benötigten Bibliotheken und den Speicher zu reduzieren und den Betrieb im Orbit zu ermöglichen. Dies ist der erste berichtete Einsatz eines VLM im Orbit, aber andere Unternehmen könnten nachziehen. Die Satelliten von Planet Labs sind mit Jetson Orin-Prozessoren ausgestattet, die derzeit für einfache Objekterkennung verwendet werden, aber ein Sprecher erklärte, dass man andere KI-Anwendungen, einschließlich VLM, untersuche. Kepler Communications lehnte aus Geheimhaltungsgründen eine Aussage darüber ab, ob bereits ein VLM eingesetzt wurde, wies jedoch darauf hin, dass es seit dem Start im Januar mehrere nicht öffentlich gemachte Anwendungsfälle für Computing-Umgebungen gegeben habe.

Lasserre sagte, dass nach der Konzeptvalidierung die zukünftige Entwicklung darin bestehe, die Konstellation zu erweitern, um eine Echtzeitabdeckung jedes Punktes der Erde zu gewährleisten. Dafür seien etwa 50 bis 100 Satelliten wie der YAM-9 erforderlich (Loft betreibt derzeit 12 Raumfahrzeuge im Orbit). Die Erfahrungen mit dem Einsatz kleinerer Modelle im Orbit werden den Aufbau größerer Computing-Infrastrukturen beeinflussen, insbesondere in den Bereichen Strom- und Speichermanagement. Das Konzept von NAVI-Space entstand bei Delfa Victoria und dem JPL-Forscher Taran Cyriac John, die ursprünglich einen digitalen Assistenten für Astronauten auf dem Mond oder Mars entwickeln wollten, der es Astronauten ermöglicht, in Druckanzügen per Sprache mit KI zu interagieren.

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