de.wedoany.com-Bericht: Der norwegische Lackhersteller Jotun baut seine industrielle Präsenz in China weiter aus und hat bereits mit der Planung eines dritten Werks im Land bis 2035 begonnen. Öffentlichen Berichten zufolge verfügt Jotun bereits über eine bedeutende Produktionsbasis in Zhangjiagang, Provinz Jiangsu. Das zweite Werk befindet sich in der Umsetzungsphase, und die anschließende Planung des dritten Werks wird als langfristiger Schritt zur weiteren Stärkung des Engagements auf dem chinesischen Markt angesehen.
Jotuns neue Investitionsrunde konzentriert sich zunächst auf Zhangjiagang. Am 2. Dezember 2025 unterzeichnete Jotun ein Projekt zur Produktion von 200.000 Tonnen Hochleistungsbeschichtungen pro Jahr sowie ein Forschungs- und Entwicklungszentrum für Flüssigbeschichtungen in Zhangjiagang, Suzhou. Die Gesamtinvestition für die beiden Projekte beträgt 330 Millionen US-Dollar, davon entfallen über 230 Millionen US-Dollar auf Anlageinvestitionen. Nach vollständiger Inbetriebnahme wird für die Produktionsbasis in Zhangjiagang ein jährlicher Produktionswert von 10 Milliarden RMB erwartet, was einen wichtigen Meilenstein in der Kapazitätserweiterung des Unternehmens in China darstellt.
Aus entwicklungspolitischer Sicht besteht die Zusammenarbeit zwischen Jotun und Zhangjiagang bereits seit vielen Jahren. Jotun investierte 2004 in den Bau eines Werks in der Freihandelszone von Zhangjiagang und baute die dortige Basis schrittweise zu einer der größten Produktionsstätten des Konzerns weltweit aus. Die aktuelle Vorbereitung des zweiten Werks und die vorzeitige Diskussion über ein drittes Werk im Jahr 2035 zeigen, dass sich die strategische Ausrichtung in China von einer reinen Produktionsausweitung hin zu einem langfristigen Aufbau von Kapazitäten, Forschung und Entwicklung sowie Lieferkettenstrukturen verlagert hat.
Jotuns Entscheidung, sein Engagement in China weiter zu verstärken, steht in direktem Zusammenhang mit den lokalen industriellen Rahmenbedingungen und der Logistikinfrastruktur. Zhangjiagang liegt entlang der goldenen Wasserstraße des Jangtse. Die Hafenabfertigung, die Logistikverteilung und der Chemieindustriekomplex bieten dem Lackhersteller günstige Bedingungen für Rohstoffbeschaffung, Produktion und Kundenbelieferung. In öffentlichen Berichten erklärte Mark Chapman, Technischer Direktor von Jotun für Nordostasien, dass einige lokale Rohstoffe in der Nähe beschafft werden könnten und einige sogar direkt von benachbarten Unternehmen bezogen werden könnten. Nach der Zollabfertigung im Hafen von Zhangjiagang könnten die Rohstoffe schnell zu Kunden entlang des Jangtse gelangen.
Neben traditionellen Schiffsbeschichtungen und industriellen Schutzbeschichtungen entwickelt sich die Erneuerbare-Energien-Industrie zu einem wichtigen Wachstumsbereich für Jotuns China-Geschäft. Berichten zufolge hat Jotun einen hohen Marktanteil bei Schiffsbeschichtungen; Schiffs- und Industrie-Schutzbeschichtungen sind seine Kernkompetenz. Gleichzeitig hat das nordostasiatische Forschungs- und Entwicklungszentrum in Zhangjiagang den Schutzbedarf von Batterien für New Energy Vehicles (NEV) untersucht und Produkte wie feuerfeste Pulverbeschichtungen entwickelt. Jotun gab bekannt, dass sein Pulverbeschichtungsgeschäft ein relativ schnelles Wachstum verzeichnet und einige Produkte im Bereich der NEV-Batterien eingesetzt werden.
Hinter dieser strategischen Ausrichtung steht der Wandel der Nachfrage nach Hochleistungsbeschichtungen, der durch die Modernisierung des chinesischen Fertigungssektors ausgelöst wird. Bereiche wie Schifffahrt, Energie, Infrastruktur, Automobilteile, Batterien, Leichtindustrie und Architekturdesign stellen höhere Anforderungen an Korrosionsschutz-, Brandschutz-, Witterungsbeständigkeits-, Energieeffizienz- und Oberflächenschutzmaterialien. Die Website von Jotun zeigt, dass sein Geschäft Bereiche wie Schifffahrt, Energie, Bauwesen und Design, Infrastruktur und Leichtindustrie abdeckt und weltweit in über 100 Ländern und Regionen tätig ist.
Für ausländische Lackhersteller ist der chinesische Markt nicht länger nur ein Endverkaufsmarkt, sondern ein industrieller Knotenpunkt, der Forschung und Entwicklung, Fertigung, Lieferketten und Anwendungsszenarien vereint. Jotuns zusätzliche Investitionen in das Hochleistungsbeschichtungsprojekt und das Forschungs- und Entwicklungszentrum für Flüssigbeschichtungen in Zhangjiagang bedeuten, dass das Unternehmen durch lokale Forschung und lokale Fertigung schneller auf die Produktanforderungen seiner Kunden in den Bereichen Schifffahrt, neue Energien, industrieller Schutz und Infrastruktur in China reagieren möchte.
Derzeit befindet sich Jotuns drittes Werk in China noch in der Planungsphase für das Jahr 2035. Der genaue Standort, das Investitionsvolumen, der Bauzeitplan und die Kapazitätsplanung wurden noch nicht bekannt gegeben. Ob das Projekt letztendlich realisiert wird, bleibt abzuwarten und hängt von weiteren offiziellen Informationen des Jotun-Konzerns, der lokalen Regierung oder des Projektträgers ab.
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