Spanien könnte zum strategischen Drehkreuz chinesischer Autohersteller in Europa werden
2026-06-18 15:26
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de.wedoany.com-Bericht: Laut Bloomberg Intelligence sind chinesische Autohersteller gezwungen, in Europa eigene Fabriken zu errichten, um die EU-Einfuhrzölle von bis zu 45,3 % auf Elektrofahrzeuge zu umgehen. Eine Ansiedlung in Spanien scheint derzeit der Weg des geringsten Widerstands zu sein. Die SAIC Motor Corporation gab diesen Monat bekannt, dass sie in der Autonomen Gemeinschaft Galicien in Spanien Fahrzeuge der Marke MG produzieren wird. Damit erhöht sich die Zahl der chinesischen Autohersteller, die eine Fabrik in Spanien planen oder bereits mit dem Bau begonnen haben, auf vier.

Der Batterieriese CATL hat sich mit Stellantis zusammengetan, um in Spanien eine Fabrik für LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat) zu bauen. Das Projekt hat ein Gesamtinvestitionsvolumen von 4,1 Milliarden Euro und eine geplante Kapazität von 50 GWh. Die Fabrik liegt in unmittelbarer Nähe des Produktionsstandorts von Leapmotor. Auch PowerCo, die Antriebsbatterie-Tochtergesellschaft von Volkswagen, baut gleichzeitig eine Fabrik in Valencia mit einer geplanten Kapazität von bis zu 40 GWh, was in etwa der gleichen Größenordnung entspricht.

Strategische Planung der Batterieherstellung von Stellantis

Datenquellen: BloombergNEF; Unternehmensdokumente (Stellantis): Strategie für Elektrofahrzeugbatterien

Spanien kann massive Investitionen in die Automobilindustrie anziehen, was hauptsächlich auf zwei zentrale politische Maßnahmen zurückzuführen ist. Die erste ist das PERTE-VEC-Programm, eine von der EU im Jahr 2021 eingeführte Förderpolitik für die Herstellung emissionsfreier Fahrzeuge. Die zweite ist das neue Auto+-Programm, das Anfang 2026 offiziell eingeführt wurde und Käufern von Neufahrzeugen sofortige Subventionen von bis zu 4.500 Euro pro Fahrzeug bietet. Gleichzeitig hat Spanien einen bedeutenden Vorteil in Bezug auf die Größe seiner heimischen Industrie. Es ist der zweitgrößte Automobilproduzent in Europa, nur hinter Deutschland, und seit langem ein zentraler Produktionsstandort für ausländische Autohersteller wie Volkswagen und Ford. Da es keine etablierten einheimischen Automobilgiganten gibt, ist das Marktwettbewerbsumfeld günstig, was Spanien zu einem idealen Sprungbrett für chinesische Autohersteller macht, um nach Europa zu gelangen.

Bloomberg Terminal zeigt Prognose für die Produktion von Personenkraftwagen in Spanien

Datenquellen: Bloomberg Intelligence, just-auto Automobilindustrie-Informationsnetzwerk

Der globale Schifffahrtsriese COSCO Shipping gab diesen Monat bekannt, dass er auf der Grundlage seiner 50-jährigen Konzession für den Betrieb des Terminals im Hafen von Tarragona in der Autonomen Gemeinschaft Katalonien in Spanien jährlich 300.000 Fahrzeuge importieren und exportieren wird. Dieser Schritt festigt Spaniens Position als europäisches Logistikdrehkreuz für die Automobilindustrie weiter.

Verfolgung großer europäischer Autotransportschiffe (Tragfähigkeit > 15.000 Tonnen)

Datenquelle: Bloomberg Terminal

In den letzten Jahren haben chinesische Schifffahrtsunternehmen wie COSCO Shipping und China Merchants Group kontinuierlich in den südeuropäischen Markt investiert und halten Kernbeteiligungen an Terminals in den Häfen von Piräus in Griechenland, Valencia und Bilbao in Spanien. Gleichzeitig arbeiten sie mit wichtigen Umschlagknotenpunkten mit großem Frachtaufkommen wie dem Hafen von Koper in Slowenien zusammen. Der Transport von Fahrzeugen über südeuropäische Häfen verkürzt die Seetransportzeit im Vergleich zur traditionellen Route nach Nordeuropa um 4 bis 7 Tage und vermeidet zudem schwere Staus in traditionellen europäischen Automobilimport-Häfen wie Belgien und Deutschland.

Die aggressive Anwerbung von Investitionen der chinesischen Automobilindustrie durch Spanien hat bei der Europäischen Kommission und Gewerkschaften in ganz Europa Unmut ausgelöst. Es besteht die Sorge, dass subventionierte und auf staatlichen Systemen basierende chinesische Autohersteller die Gesamtwettbewerbsfähigkeit der EU-Automobilindustrie allmählich untergraben könnten.

Als Reaktion darauf erlässt die EU eine Reihe von Regulierungsmaßnahmen, darunter strenge Anforderungen an den Lokalisierungsanteil von Batterien, umfassende Überprüfungen des CO2-Fußabdrucks, verbindliche Datenkonformitätsvorschriften und die Anwendung der Verordnung über ausländische Subventionen (FSR) zur Überwachung und Prüfung von Fabriken chinesischer Autohersteller in der EU.

Handelsdefizit der EU wächst weiter

Datenquellen: EU-Statistik, Bloomberg Terminal

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