Chilenische Nebelfangnetze sammeln jährlich 650.000 Liter Wasser – neue Anlagen sollen über 200.000 Liter zusätzlich produzieren
2026-06-18 16:37
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de.wedoany.com-Bericht: Im ökologischen Schutzgebiet Cerro Grande in Chile hat sich ein System von Nebelfangnetzen zur Gewinnung von Wasser aus Nebel bereits im großen Maßstab bewährt. Die jährliche Sammelmenge beträgt bis zu 650.000 Liter. Das System versorgt die landwirtschaftliche Gemeinschaft Peña Blanca und wird hauptsächlich zur Bewässerung von Nutzpflanzen, zur ökologischen Wiederherstellung sowie zur Trinkwasserversorgung von Mensch und Tier genutzt.

Die Gemeinde liegt im Biosphärenreservat Fray Jorge und ist seit langem mit Dürre und Wasserknappheit konfrontiert. Die Haushalte sind auf Brunnen oder Wassertankwagen angewiesen, deren Versorgung jedoch unzuverlässig ist. Mit Unterstützung der Stiftung „Fundación Un Alto en el Desierto“ und anderer Organisationen wurde die Technologie der Nebelfangnetze eingeführt und kontinuierlich verbessert. Diese Technologie wurde ursprünglich in den 1950er Jahren vom chilenischen Wissenschaftler Carlos Espinosa Arancibia entwickelt und wird seit 2006 in wasserarmen Regionen Chiles eingesetzt.

Das Funktionsprinzip der Nebelfangnetze ist einfach: Wenn Nebel durch die engmaschigen Netze strömt, kondensieren die feinen Wassertröpfchen und fließen in Rinnen, von wo aus sie über Schläuche in Speicherbecken geleitet werden. Die Gemeinde hat das Design, die Materialien und die Platzierung der Netze auf der Grundlage lokaler Erfahrungen immer wieder angepasst, um die Wassersammeleffizienz zu steigern.

Derzeit sind im ökologischen Schutzgebiet Cerro Grande 34 Nebelfangnetze mit einer gesamten Sammelfläche von 306 Quadratmetern installiert. Die Hauptsammelperiode liegt im Frühjahr, wenn der Nebel dicht und der Wind stark ist. Ein besonderes Merkmal ist die Mehrzwecknutzung des gesammelten Wassers – es wird gleichzeitig zur Bewässerung, zur ökologischen Wiederherstellung einheimischer Arten sowie als Trinkwasser für Menschen und Tiere verwendet. Seit der Errichtung der Nebelfangnetze hat das Schutzgebiet rund 7.000 Besucher empfangen und dient als Lernort für naturbasierte Lösungen.

Vor kurzem wurden im Schutzgebiet im Rahmen eines Projekts, das vom Globalen Umweltfonds (FMAM) finanziert und von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gemeinsam mit dem chilenischen Umweltministerium und der Nationalen Forstbehörde (Corporación Nacional Forestal) durchgeführt wird, zusätzliche Nebelfangnetze mit einer Fläche von 90 Quadratmetern installiert. Es wird erwartet, dass die neuen Netze jährlich über 200.000 Liter Wasser produzieren, die vor allem die Wasserversorgung im Frühjahr und Sommer ergänzen. Gustavo Carvajal, Vorsitzender der landwirtschaftlichen Gemeinschaft Peña Blanca, äußerte die Hoffnung, die Arbeit der Gemeinde weiterhin unterstützen zu können, um der Welt die Machbarkeit dieser Lösungen zu demonstrieren.

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