Libra-Konsortium startet Studie zur Elektrifizierung von Offshore-Plattformen – Vernetzung von fünf FPSO geplant
2026-06-19 17:42
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de.wedoany.com-Bericht: Das brasilianische Libra-Konsortium (Libra consortium) hat mit dem brasilianischen Zentrum für elektrische Energieforschung (Cepel) einen Vertrag zur gemeinsamen Entwicklung des Stromnetzprojekts (Power Grid) unterzeichnet, das ein integriertes Stromsystem für Offshore-Öl- und Gasplattformen schaffen soll. Das Konsortium wird von Petrobras geleitet und betreibt das Feld Campo de Mero im Vorsalzbereich des Santos-Beckens. Der Vertrag hat eine Laufzeit von voraussichtlich zwei Jahren und baut auf früheren Forschungs- und Entwicklungsprojekten zwischen dem Forschungszentrum von Petrobras (Cenpes) und Cepel auf. In dieser Phase werden technische und wirtschaftliche Studien durchgeführt, um die elektrische Vernetzung von bis zu fünf schwimmenden Produktions-, Lager- und Verladeeinheiten (FPSO) zu realisieren.

Das Feld Campo de Mero wird von Petrobras betrieben, mit Partnern wie Shell Brasil, TotalEnergies, der China National Petroleum Corporation (CNPC), der China National Offshore Oil Corporation (CNOOC) und Pré-Sal Petróleo S.A. (PPSA), die die Bundesregierung im Rahmen des Libra-Produktionsteilungsvertrags und der angrenzenden Gebiete vertritt. Das Stromnetzprojekt zielt darauf ab, die Anforderungen des Konsortiums zu erfüllen und eine beispiellose technische Grundlage für die Bewertung neuer integrierter Strombetriebsmodelle in einer hochkomplexen Offshore-Umgebung zu schaffen.

Das Hauptziel des Projekts ist die umfassende technische und betriebliche Machbarkeitsbewertung eines vernetzten Offshore-Stromsystems. Dieses System könnte die gemeinsame Nutzung von Strom zwischen bis zu fünf FPSO-Öl- und Gasproduktionsplattformen ermöglichen, die installierte Stromerzeugungskapazität optimieren, die Nachfrage durch Hinzufügen neuer Anlagen steigern und den Verbrauch fossiler Brennstoffe im Offshore-Betrieb reduzieren.

Derzeit arbeiten Offshore-Plattformen elektrisch unabhängig, hauptsächlich basierend auf der Eigenstromerzeugung durch Gasturbinen. Die Studien des Stromnetzprojekts werden untersuchen, wie eine Vernetzung durch Seekabel die verfügbare Stromkapazität zwischen den fünf Einheiten effizienter nutzen, die Zuverlässigkeit des Stromsystems verbessern, Betriebskosten senken und Bedingungen für die Reduzierung von Treibhausgasemissionen schaffen kann.

Alexandre Orth, Generaldirektor von Cepel, erklärte, dass die Vernetzung von Offshore-Produktionsplattformen mit erneuerbaren Energiequellen wie Wind- und Wasserkraft ein globaler Trend zur Reduzierung der Emissionen der Öl- und Gasindustrie sei. Dank seiner Erfahrung in der Entwicklung und dem Betrieb des nationalen Verbundstromsystems (SIN) könne Cepel die Einführung dieser Innovation in der Offshore-Umgebung beschleunigen, die nationale Ingenieurskompetenz stärken und die Wettbewerbsfähigkeit der brasilianischen Öl- und Gasindustrie steigern. Er betonte, dass mit Cepel als Innovationspionier durch die elektrische Vernetzung von Plattformen der Weg in eine zunehmend effiziente und nachhaltige Produktionszukunft eingeschlagen werde.

Das Stromnetzprojekt umfasst eine Reihe integrierter Studien, die während der Vertragslaufzeit durchgeführt werden. Die Studien umfassen: die Bestimmung von Vernetzungsszenarien und Topologien zur Bewertung verschiedener Anordnungen zwischen den fünf Plattformen des Feldes Campo de Mero; die Durchführung vollständiger elektrischer Studien wie Lastfluss-, Kurzschluss-, elektromechanische Stabilitäts- und elektromagnetische Transientenanalysen sowie Zuverlässigkeitsanalysen und Systemschutzprinzipien; die Spezifikation und Dimensionierung von Geräten, einschließlich Seekabeln und Verbindungssystemen unter Berücksichtigung der anspruchsvollen Betriebsbedingungen auf großen Entfernungen und in der Offshore-Umgebung; die Durchführung von Treibhausgasemissionsstudien zum Vergleich des aktuellen unabhängigen Betriebs mit optimierten Vernetzungsszenarien; das konzeptionelle Design eines Managements- und Kontrollsystems für das Offshore-Stromnetz zur Bewertung der Interaktionen zwischen den Kontrollsystemen der einzelnen Plattformen; und Validierungstests in einer Hardware-in-the-Loop (HIL)-Umgebung unter Nutzung der intelligenten Netz-Infrastruktur von Cepel zur Echtzeitsimulation von Betriebsereignissen und Steuerungsstrategien.

Das Projekt schafft auch eine reproduzierbare technische Grundlage, die auf andere Offshore-Betriebe in Brasilien und international angewendet werden kann, beispielsweise für den zukünftigen Anschluss dieser Lasten an das nationale Verbundsystem (SIN). Vinícius Machado, Anwendungsmanager des Libra-Konsortiums, erklärte, dass die Elektrifizierung des Systems durch die Vernetzung von Plattformen ein wichtiger Schritt in Richtung einer zunehmend effizienten und nachhaltigen Produktion sei. Mit Cepel als Innovationspionier sei man bestens darauf vorbereitet, einen Markt zu bedienen, der Wert auf saubere Energie und die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks legt.

Cepel wurde 1974 von einem Unternehmen der AXIA Energy Group gegründet und ist eine der wichtigsten Forschungs-, Entwicklungs- und Technologieinnovationsinstitutionen der brasilianischen Elektrizitätswirtschaft. Es gilt national und international als Referenz in den Bereichen Energieplanung, Systemmodellierung, Integration erneuerbarer Energien, Asset-Management, Betriebskontrolle und Automatisierung.

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