de.wedoany.com-Bericht: Im Lokreparaturdepot Tschita der Transbaikal-Division von „LocoTech-Service" wurde das erste digitale Netzwerk-Wiegesystem zur Regulierung der Sandstreumenge unter den Lokomotivrädern in Betrieb genommen.
Das System automatisiert die Einstellung der Sandstreumenge im Rahmen der TR-1-Regelwartung und überträgt die Daten an das automatisierte Prozessmanagementsystem für Lokomotivreparaturen „Netzplan" (ASU SG).
Diese neue Lösung ist Teil der Umsetzung der Digitalisierungsstrategie von „LocoTech", die darauf abzielt, die technischen Ansätze bei der Reparatur kritischer Lokomotivkomponenten zu verändern. Das Sandstreusystem ist für den Haftreibungskoeffizienten zwischen Rad und Schiene verantwortlich und verhindert gefährliches Durchdrehen – Schleudern. Die Genauigkeit der Sandstreumengeneinstellung wirkt sich direkt auf die Fahrsicherheit, den Radreifenverschleiß und den Materialverbrauch aus. Bisher erfolgte der Einstellprozess im Lokdepot Tschita vollständig manuell. Fachleute hingen spezielle Messbeutel an jedes Sandstreurohr jedes Lokomotivwagens, entnahmen die Behälter nach dem Sandstreuen und wogen sie manuell – ein zeitaufwändiger Prozess.
Das auf Bestellung von „LocoTech-Service" entwickelte digitale Wiegesystem automatisiert während der planmäßigen TR-1-Reparatur den Prozess der Sandstreumengeneinstellung für die Elektrolokomotiven der Baureihen 2Э5К, 3Э5К, Э5К und ВЛ80. Das System umfasst acht tragbare mobile Module, die den einzelnen Sandstreurohren der Lokomotive entsprechen. Jedes Modul ist eine metallene Stützplattform mit integriertem digitalem Sensor und einer Mikroprozessor-Steuereinheit.
Das System misst automatisch das exakte Gewicht des eingebrachten Sandes und führt eine intelligente Normkontrolle durch: Basierend auf dem Einstellergebnis gibt das System an, ob die Düseneinstellung gemäß den vorgegebenen Parametern erfolgt ist. Bei Abweichungen blockiert das System die Datenübertragung, zeigt einen Fehler an und fordert eine erneute Düseneinstellung.
Die Messdaten der Sandmenge werden in Echtzeit an ein mobiles Gerät – ein Smartphone – und von dort an die ASU SG übertragen. Die Messergebnisse werden sofort in der Diagnosekarte der Lokomotive und ihrem elektronischen Reparaturprotokoll im Format TU-28Э angezeigt. Da es keinen manuellen Eingabemodus gibt, wird der menschliche Faktor bei der Datenerfassung ausgeschlossen.
Jewgeni Baranow, Chefingenieur von „LocoTech", erklärte, dass die Automatisierung des Sandmengenmessprozesses die Qualität und Geschwindigkeit des Einstellverfahrens verbessern, den übermäßigen Sandverbrauch im Betrieb sowie den Staubpegel im Arbeitsbereich der Reparaturstation senken werde. Zudem könne ein einziger Mitarbeiter die Einstellung der Sandstreudüsen an allen Sandstreurohren eines Lokomotivwagens durchführen.
Während des mehr als einmonatigen Pilotbetriebs testeten die Mitarbeiter des Lokdepots Tschita das System an 173 Lokomotivwagen und bewerteten seine Funktionalität, Zuverlässigkeit sowie die Übereinstimmung mit den Projekt- und Betriebsdokumentationsanforderungen.
Wladimir Sljunkin, Chefingenieur der Transbaikal-Division, wies darauf hin, dass die mehr als einmonatigen Tests die technische Verfügbarkeit und Eignung des Systems unter realen Bedingungen bestätigt hätten und zeigten, dass das Unternehmensteam vollständig bereit sei, auf die Arbeit mit dem neuen System umzustellen.
Die ausschließlichen Rechte an der für das System entwickelten Software liegen nun bei „LocoTech-Service", was die Einführungskosten senkt. Alle erforderlichen Konstruktions-, Technologie-, Betriebs- und Softwaredokumente sowie Schulungsmaterialien für die Mitarbeiter wurden an das Lokdepot übergeben.
Sergej Ljangasow, stellvertretender Geschäftsführer für strategische Entwicklung von „LocoTech", kommentierte, dass die erfolgreiche erste Inbetriebnahme die Grundlage für die weitere Einführung des digitalen Systems in anderen Unternehmen schaffe, wobei die wirtschaftliche Effizienz noch zu überprüfen sei. Das innovative System sei bereit für eine schrittweise Ausweitung auf andere Reparaturdepots, was die wirtschaftlichen Vorteile vergrößern und die Reparaturqualität des Schienenfahrzeugparks auf einem neuen technologischen Niveau standardisieren werde.
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