de.wedoany.com-Bericht: Seacom hat eine hochkapazitive terrestrische Glasfaserleitung zwischen Nairobi, Kenia, und Kampala, Uganda, in Betrieb genommen und damit auf einem wichtigen Internetkorridor in Ostafrika eine aktive Kapazität von 1 Tbit/s hinzugefügt. Die Strecke verläuft über Nairobi, Kisumu und Kampala und ist für eine Gesamtkapazität von bis zu 30 Tbit/s ausgelegt. Ziel ist es, den Zugang zu den Landstationen für Unterseekabel in Mombasa für das Hinterland zu verbessern und Betreiber, Unternehmen, Cloud-Plattformen und digitale Dienste zu bedienen.

Der Korridor Nairobi–Kampala trägt den Großteil des regionalen Datenverkehrs, darunter Finanzwesen, Telekommunikation, öffentliche Dienste, Cloud-Zugriff, mobile Daten, E-Commerce und grenzüberschreitende Geschäfte. Seacom hat hier eine bestehende Leitung aufgerüstet, keine neue gebaut. Das Unternehmen gibt an, dass das neue System auf DWDM-Technologie basiert und Schnittstellen von 1 GE, 10 GE, 100 GE und 400 GE unterstützt. Es kann flexibel von anfänglich 1 Tbit/s auf bis zu 30 Tbit/s erweitert werden, um dem steigenden Bedarf gerecht zu werden.

Das Geschäftsmodell ist recht klar: Die Erhöhung der Bandbreite zwischen Kenia und Uganda bietet Betreibern mehr Wholesale-Kapazität, Unternehmensanbindungen, Cloud-Zugriff und regionale Backhaul-Infrastruktur. Zudem werden bessere Routen zu benachbarten Märkten wie Ruanda, Burundi und dem Südsudan geschaffen. Seacom gibt an, dass die Latenz auf dieser Leitung nach Nairobi etwa 7 Millisekunden und nach Mombasa etwa 13 Millisekunden beträgt – entscheidend für Finanztransaktionen, Cloud-Workloads und Echtzeitdienste.
Auf technischer Ebene hat Seacom die Automatisch Vermittelte Optische Netzwerktechnologie implementiert, die bei einem Ausfall den Datenverkehr innerhalb von 50 Millisekunden automatisch umleiten kann. Neben dem traditionellen A104-Korridor bietet das Netzwerk alternative Pfade über Narok, Kericho und Kisumu sowie die Nutzung der Grenzübergänge Malaba und Busia. Diese Maßnahmen sollen das Risiko verringern, dass eine einzelne Route oder ein einzelner Grenzübergang zum Engpass oder Single Point of Failure wird. David Kariuki, Chief Technology Officer von Seacom, beschrieb das Projekt als eine Verstärkung einer Leitung, die bereits eine zentrale Rolle in der regionalen Konnektivität spielt.

Für Käufer von Unternehmens-Infrastruktur könnte die neue Leitung die regionalen Architekturoptionen erweitern. Unternehmen, die zwischen Kenia und Uganda tätig sind, können mehr Systeme konsolidieren, Backup-Pfade verbessern oder Cloud-Anbindungen unterstützen. Dienstanbieter können die Leitung nutzen, um ihre Wholesale- oder Hosting-Angebote auszubauen. Allerdings werden die Qualität der letzten Meile, die Preisgestaltung, der Vor-Ort-Service, die regulatorische Koordination und die Redundanz auf Kundenseite letztlich den tatsächlichen Wert für die Unternehmen bestimmen.
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