Drei britische Flughäfen werden modernisiert: 1,3-Milliarden-Pfund-Projekt in Manchester abgeschlossen
2026-06-21 16:02
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de.wedoany.com-Bericht: Die drei großen britischen Flughäfen – Manchester, Gatwick und Heathrow – gehen unterschiedliche Wege, um die doppelte Herausforderung von Betrieb und Infrastruktur-Modernisierung zu bewältigen. Der Kernpunkt ist jeweils, wie komplexe Umbauarbeiten bei gleichzeitigem Normalbetrieb des Flughafens durchgeführt werden können.

Ein zehnjähriges, 1,3 Milliarden Pfund schweres Modernisierungsprojekt am Flughafen Manchester wurde kürzlich abgeschlossen. Das Projekt begann mit der Erkenntnis, dass die Infrastruktur den modernen Anforderungen der Branche nicht mehr gerecht wurde. Rick Wagstaffe, Director of Operational Transformation bei der Manchester Airports Group (Mag), beschrieb es als „eine Herzoperation am Terminal". Die Kernmaßnahme bestand darin, drei Terminals zu zwei zusammenzulegen. Rund 35 Fluggesellschaften wurden von Terminal 1 in Terminal 2 verlegt, wodurch ein gemeinsamer Betrieb für 54 Airlines entstand. Terminal 3 wird hauptsächlich von Ryanair genutzt. Nach dem Ausbau wurde die Fläche von Terminal 2 verdoppelt, sodass es nun eigenständig betrieben werden kann. Das Projekt wurde von Mag mit der Beauftragung von Pascall + Watson für durchgängige Architekturleistungen realisiert. Projektleiterin Theresa Pan bezeichnete es als „eine zehnjährige Transformation", an der „unzählige talentierte Personen" beteiligt waren. Die Planer gestalteten das Flughafenlayout mithilfe digitaler Modellierung, Passagierstromanalysen und vorausschauender Wartungssysteme neu. Zu den konkreten Baumaßnahmen gehörte die Errichtung eines provisorischen Tunnels im aktiven Baubereich für den sicheren Passagierverkehr, der über ein Jahr lang ohne Betriebsunterbrechung genutzt wurde. Eine Brücke, die die Bustore mit dem zweiten Pier verbindet, wurde mithilfe eines selbstfahrenden Modultransporters innerhalb von acht Stunden auf einmal an Ort und Stelle gebracht. Das Projekt war externen Störungen wie dem Brexit, der Insolvenz mehrerer Fluggesellschaften (Monarch, Thomas Cook, Flybe) und der COVID-19-Pandemie ausgesetzt. Wagstaffe erklärte, dass während der gesamten Umbauphase 250 Millionen Passagiere den Flughafen „sicher" genutzt hätten. Im Dezember 2025 verzeichnete der Knotenpunkt fast 2,4 Millionen Passagiere, und die jährliche Passagierzahl erreichte erstmals 32 Millionen, was seine Position als drittgrößter Flughafen Großbritanniens festigte.

Der Schwerpunkt des Ausbaus am Flughafen Gatwick liegt auf dem 2,2 Milliarden Pfund teuren Nordbahn-Projekt. Mathieu Boutitie, Chief Technology Officer des Flughafens, erläuterte, dass der Flughafen derzeit über zwei Start- und Landebahnen verfügt, aber immer nur eine genutzt werden kann. Die Nordbahn soll nach Norden verlegt werden, um den gleichzeitigen Betrieb beider Bahnen zu ermöglichen. Die Gesamtkapazität soll dadurch auf über 80 Millionen Passagiere pro Jahr steigen. Im vergangenen Jahr wickelte der Flughafen rund 42 Millionen Passagiere für über 220 Ziele ab. Das Projekt erhielt im September letzten Jahres die Baugenehmigung. Derzeit wird im Rahmen eines gerichtlichen Überprüfungsverfahrens an der Designoptimierung und den Vorarbeiten gearbeitet. Boutitie erklärte, dass es nach der gerichtlichen Überprüfung möglicherweise noch Berufung geben könnte, „möglicherweise bis zum Obersten Gerichtshof". Die größte Herausforderung besteht darin, dass die Hauptstartbahn des Flughafens derzeit bis zu 57 Flugzeugbewegungen pro Stunde abwickelt, was als weltweit höchste Effizienz gilt. Alle Bauarbeiten müssen unter Aufrechterhaltung dieser Kapazität durchgeführt werden. Darüber hinaus treibt der Flughafen den Bau des sechsten Piers voran und plant, bis 2030 Netto-Null-Emissionen der Scopes 1 und 2 zu erreichen. Zu den aktuellen Maßnahmen gehören die Elektrifizierung der Flughafenfahrzeuge und des Heizsystems.

Der Flughafen Heathrow bereitet sich derweil mit Systemen, Technologien und Liefermodellen auf den künftigen Ausbau vor. Alistair Awcock, Director of Infrastructure Solutions am Flughafen, erklärte, dass der Flughafen derzeit jährlich über 1,3 Milliarden Pfund in die Infrastrukturmodernisierung investiert, wobei die Summe voraussichtlich auf über 2 Milliarden Pfund pro Jahr steigen wird. Der Flughafen verwaltet rund 450 laufende Projekte, darunter etwa 150 aktive Baustellen. Bei der kürzlichen Erneuerung der Südbahn entfernten und ersetzten die Bauteams nachts einen 70 Meter langen Bahnabschnitt und nahmen ihn am nächsten Morgen wieder in Betrieb. An dem Projekt waren 150 Fahrzeuge und rund 200 Arbeiter im Nachteinsatz beteiligt. Während der Bauarbeiten wurden Drohnen, robotergestützte Vermessungssysteme, lasergesteuerte Straßenfertiger und Baumaschinen mit 360-Grad-Erkennungssystemen eingesetzt, um Sicherheit und Effizienz zu erhöhen. Durch die Anpassung der Logistik, Elektrifizierung und die Verwendung von Biobitumen konnten bei diesem Bahnprojekt 26.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden. Zu den konkreten Maßnahmen gehörten die Einrichtung eines Bahn-Umschlagplatzes für den Transport von Gesteinsmaterial zum Flughafen und die Abschaffung dieselbetriebener Geräte. Awcock erklärte, dass für künftige Ausbauaktivitäten des Flughafens möglicherweise 4.000 bis 5.000 Arbeiter im Nachtschichtbetrieb benötigt werden. Eine Lösung sei die Verwendung von Fertigteilen, um während der Hauptbauphase rund 1.500 Arbeiter aus der Flughafenumgebung zu entfernen. Heathrow investiert außerdem in eine gemeinsame Datenumgebung und ein virtuelles Kontrollzentrum, um die Betriebskoordination und das Anlagenmanagement bei künftigen Erweiterungen zu unterstützen.

Die Beispiele der drei Flughäfen zeigen, dass die zukünftige Entwicklung der Luftverkehrsinfrastruktur zunehmend von der Fähigkeit abhängt, komplexe Projekte in einer aktiven, sicherheitskritischen Umgebung durchzuführen und gleichzeitig die wachsenden Umwelt- und Betriebsanforderungen zu erfüllen. Einzelheiten wurden auf der NCE Airport Conference im Mai von den Projektverantwortlichen den Teilnehmern vorgestellt.

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