de.wedoany.com-Bericht: Die Forschungsgruppe für Elektronik und Computertechnik der Universität Córdoba (Universidad de Córdoba, UCO) hat ein mathematisches Modell entwickelt, das darauf abzielt, das Lademanagement von Elektrofahrzeugen auf öffentlichen Parkplätzen in Langzeitnutzungsszenarien wie Flughäfen oder Bahnhöfen zu optimieren.

Die Studie ist Teil des Seawall-Projekts, an dem die Universität von Kastilien-La Mancha (Universidad de Castilla-La Mancha) beteiligt ist. Das Forschungsteam weist darauf hin, dass die steigende Anzahl von Elektrofahrzeugen höhere Anforderungen an die elektrische Infrastruktur stellt, wobei eine der zentralen Herausforderungen darin besteht, gleichzeitig die wachsende Nachfrage nach Ladepunkten mit begrenzter Kapazität zu decken. Daher schlägt die Forschungsgruppe eine detailliertere Methode zur Verwaltung der Fahrzeuganschlusszeiten vor, anstatt sich ausschließlich auf den Ausbau der Anzahl von Ladestationen zu verlassen.
Das Modell ist für Langzeitparkszenarien konzipiert. Wenn ein Benutzer sein Fahrzeug für mehrere Tage zum Laden anschließt, ermittelt das System basierend auf Strompreisschwankungen und Netzauslastung selbstständig den optimalen Ladezeitpunkt und bevorzugt Zeiten mit niedrigeren Strompreisen oder geringerer Netzbelastung. Darüber hinaus unterstützt das Modell den Energieaustausch zwischen Fahrzeugen, jedoch unter strengen Bedingungen: Nur ein vollständig geladenes Fahrzeug kann einem anderen Fahrzeug einmalig Energie liefern, wobei der Batterieladestand zwischen 20 % und 90 % gehalten werden muss. Das Forschungsteam gibt an, dass der Energieaustausch nur dann aktiviert wird, wenn das vom Modell berechnete Szenario optimal ist und die erforderlichen Bedingungen erfüllt sind. Dieses kollaborative Laden ist eine Punkt-zu-Punkt-Energieübertragung, die darauf abzielt, die auf dem Parkplatz verfügbare Flexibilität zu nutzen, ohne die Batterien der teilnehmenden Fahrzeuge zu beschädigen.
Das Werkzeug basiert auf einem Optimierungsmodell der gemischt-ganzzahligen linearen Programmierung (MILP). Die berücksichtigten Variablen umfassen Fahrzeugmodell, Batterietyp, Strompreis und voraussichtliche Anschlussdauer. Die Forschungsdaten stammen aus den in den USA aufgezeichneten Verbrauchsgewohnheiten, die Ergebnisse gelten jedoch als auf andere städtische Umgebungen übertragbar.
Um die Benutzerbeteiligung zu fördern, wurde ein Gamification-Mechanismus in das System integriert. Als Gegenleistung dafür, dass das System die Anschlusszeit verwalten darf, können Fahrer Punkte sammeln, in verschiedene Stufen wie Bronze, Silber, Gold aufsteigen oder direkt Rabatte auf die Ladekosten erhalten. Dieses Konzept zielt darauf ab, das Benutzererlebnis zu verbessern und das Energiebewusstsein zu stärken.
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