de.wedoany.com-Bericht: Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva unterzeichnete am Dienstag (23.) ein Dekret, das das nationale Programm „Sicheres Handy“ in eine dauerhafte öffentliche Politik umwandelt und die nationale Datenbank für gesperrte Mobiltelefone (BNCR) schafft. Diese Plattform bündelt Informationen über gestohlene, geraubte oder verlorene Mobiltelefone von Telekommunikationsanbietern, der nationalen Telekommunikationsbehörde (Anatel), ABR Telecom, den Zivilpolizeien der Bundesstaaten sowie dem nationalen öffentlichen Sicherheitssystem.

Nach Angaben des brasilianischen Ministeriums für Justiz und öffentliche Sicherheit (MJSP) ändert diese Maßnahme die bisherige Strategie. Neben der Sperrung von Mobiltelefonen auf Antrag der Opfer plant die Regierung auch, die Absatzkette gestohlener Geräte zu bekämpfen, indem sie mithilfe der nationalen integrierten Datenbank Geräte identifiziert, die bereits wieder im Mobilfunknetz genutzt werden, aber weiterhin Nutzungseinschränkungen aufweisen.
Bei der Vorstellung gab die Regierung bekannt, dass die BNCR zu Betriebsbeginn bereits mit 26 Bundesstaaten und dem Bundesdistrikt verbunden war. Die Datenbank umfasste zunächst über 3,3 Millionen Mobiltelefone, die als wiederherstellbar registriert wurden. Die neue Plattform integriert das Programm „Sicheres Handy“, die bei den Zivilpolizeien der Bundesstaaten erfassten Anzeigen, die Mobilfunkanbieter, das nationale öffentliche Sicherheitssystem, das von der nationalen Telekommunikationsbehörde geführte Register gesperrter mobiler Endgeräte (CEMI) sowie Informationen von ABR Telecom. Ziel ist es, die IMEI (International Mobile Equipment Identity) als zentrales Element zu nutzen, um Mobiltelefone zu lokalisieren, die nach einer Diebstahls- oder Raubmeldung wieder in ein Netz eingebucht werden.
Eine der wichtigsten Neuerungen ist der „Wiederherstellungsmodus“. In diesem Modus bleibt die IMEI aktiviert und wird landesweit überwacht. Wenn im Gerät eine neue SIM-Karte aktiviert wird, erkennt das System die Nutzung und leitet ein Verfahren zur Wiederbeschaffung des Geräts ein. Nach Angaben der Regierung können Nutzer gestohlener oder geraubter Mobiltelefone eine Benachrichtigung erhalten, die sie auffordert, das Gerät freiwillig zurückzugeben und den Sachverhalt bei der Polizei zu erklären.
Eine weitere Funktion ist ein öffentlich zugängliches Tool zur Abfrage der Gerätehistorie. Vor dem Kauf eines gebrauchten Mobiltelefons können Verbraucher in der App oder auf dem Portal „Sicheres Handy“ die IMEI-Nummer eingeben, um zu prüfen, ob Nutzungseinschränkungen vorliegen. Die Abfrage liefert nur die Ergebnisse „Keine Einschränkung“ oder „Einschränkung vorhanden“ und entspricht damit den Bestimmungen des Allgemeinen Datenschutzgesetzes.
Die Wiederbeschaffung der Mobiltelefone obliegt weiterhin den Zivilpolizeien der Bundesstaaten, während die nationale Koordination durch das nationale Sekretariat für öffentliche Sicherheit (Senasp) erfolgt. Nach Angaben der Regierung orientiert sich das nationale Modell an bereits in den Bundesstaaten Piauí, Amazonas, Bahia und Ceará umgesetzten Maßnahmen. Bei der Vorstellung erklärte der Sekretär des nationalen Sekretariats für öffentliche Sicherheit, Francisco Lucas Veloso, dass im Land jährlich durchschnittlich etwa eine Million Mobiltelefone auf der Grundlage von Anzeigen gestohlen werden, wobei die Regierung eine hohe Dunkelziffer einräumt.
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