de.wedoany.com-Bericht: Schneider Electric aus Frankreich und Hewlett Packard Enterprise (HPE) aus den USA haben eine Lösung vorgestellt, die die Modernisierung der industriellen Automatisierung als Managed Service bündelt. Ziel ist es, Fabriken, Versorgungsunternehmen und anderen Betreibern zu helfen, ihre veralteten Steuerungssysteme zu aktualisieren, ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen. Die Lösung kombiniert Schneiders EcoStruxure Automation Expert mit der HPE SimpliVity-Infrastruktur und adressiert einen langjährigen Schmerzpunkt der Industrie: Wie kann die Modernisierung der Betriebstechnologie (OT) vorangetrieben werden, während gleichzeitig der sichere Betrieb der Anlagen gewährleistet bleibt?

Im Zuge der digitalen Transformation hat sich die industrielle Automatisierung zu einem kritischen Engpass entwickelt. Obwohl Konzepte wie KI, menschenleere Fabriken, vorausschauende Wartung und softwaredefinierter Betrieb viel Aufmerksamkeit erhalten, basiert die eigentliche Steuerungsebene weiterhin auf veralteten SPSen, proprietären DCS-Umgebungen und standortspezifischem Engineering-Wissen – Faktoren, die gemeinsam ein Hindernis für die Modernisierung darstellen. Der neue Service von Schneider Electric versucht, dies zu ändern, indem er die Automatisierungsmodernisierung von einem einmaligen, groß angelegten Investitionsprojekt in einen kontinuierlicheren Lebenszyklus-Service überführt.
HPE spielt in dieser Lösung eine zentrale Rolle: Die SimpliVity-Plattform bietet die Grundlage für hybride Cloud und Datenschutz. Schneider steuert seine Automatisierungsexpertise, die EcoStruxure Automation Expert-Software und die Serviceebene bei. Die Zusammenarbeit zielt darauf ab, die Kluft zwischen IT (Informationstechnologie) und OT (Betriebstechnologie) zu überbrücken: IT legt Wert auf Governance, Resilienz und Standardisierung, während OT eher auf Laufzeit, Sicherheit und vorhersagbare Steuerung achtet. Diese Lösung verlagert das Beschaffungsmodell für Automatisierung von Kapitalausgaben (CapEx) zu Betriebsausgaben (OpEx), was die Art der Projektgenehmigung, die Messkriterien und die Häufigkeit von Systemaktualisierungen verändern und Unternehmen inkrementelle Upgrades mit geringeren Vorabinvestitionen ermöglichen könnte.
Dieses Servicemodell kann die interne Belastung verringern, birgt jedoch auch das Risiko einer Abhängigkeit vom Anbieter. Um diese Bedenken zu zerstreuen, betonen Schneider Electric und HPE die Offenheit und Software-Definition der Automatisierung und verweisen auf den IEC 61499-Standard. Unternehmenskäufer müssen in der Praxis den Grad der Offenheit des Technologie-Stacks bewerten. Vor dem Hintergrund strengerer Cybersicherheitsanforderungen für Industrieunternehmen kann dieser Service dazu beitragen, Sicherheitsrichtlinien standortübergreifend zu standardisieren, konzentriert aber gleichzeitig das operative Vertrauen auf eine geringere Anzahl von Technologiepartnern.
Die Schneider-Lösung beinhaltet KI-Technologie, deren erfolgreiche Implementierung jedoch davon abhängt, ob die Fabrik über die Fähigkeiten zur zuverlässigen Datenerfassung, -übertragung, -sicherung und -nutzung verfügt. Laut Schneider verlieren Unternehmen aufgrund veralteter Architekturen durchschnittlich 11 Millionen US-Dollar pro Jahr, große Unternehmen sogar über 45 Millionen US-Dollar. Darüber hinaus kann das Servicemodell angesichts des Fachkräftemangels im Bereich der industriellen Automatisierung teilweise die fehlende interne Expertise kompensieren, jedoch müssen im Unternehmen weiterhin Personen mit Kenntnissen über den tatsächlichen Fabrikbetrieb vorhanden sein.
EcoStruxure Automation Expert basiert auf den Prinzipien der softwaredefinierten Automatisierung. Schneider und HPE sind beide Mitglieder der UniversalAutomation.org-Organisation, die darauf abzielt, Anwendungsportabilität und Hardware-Flexibilität zu fördern. Für große Betreiber mit mehreren Standorten ermöglicht dies eine schnellere Standardisierung. Die beiden Unternehmen haben auf der HPE Discover 2026 und der Automate 2026 in Chicago die praktische Bereitstellung gezeigt, die OT- und IT-Workloads kombiniert. Für Unternehmen verändert diese Lösung das Beschaffungsmodell, indem sie Steuerungshardware, Software, Integration, Lebenszyklus-Services und mehr zu einem stärker integrierten Pfad bündelt.
Diese Partnerschaft spiegelt den Trend der Industrie wider, sich der Unternehmens-IT anzunähern, hin zu Virtualisierung, Cloud-Betrieb und verwalteter Infrastruktur. Schneider und HPE versuchen, einen Mittelweg zwischen einer umfassenden Umstellung und der Beibehaltung des Status quo anzubieten. Käufer können mit risikoarmen, leicht messbaren Workloads (wie der Kühlung von Rechenzentren) pilotieren und dann schrittweise vorgehen. Bei der Auswahl dieses Services müssen Käufer Schlüsselklauseln wie Service-Level-Zusagen, Leistungskennzahlen, Failover-Verhalten, Verantwortlichkeiten für Cybersicherheit, Dateneigentum und Ausstiegsoptionen klar definieren.
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