de.wedoany.com-Bericht: Siemens Grid Software hat eine Partnerschaft mit Alliander, dem größten niederländischen Netzbetreiber, geschlossen. Alliander ist damit das erste Versorgungsunternehmen, das seine eigenen Anwendungen direkt in die Siemens Gridscale X-Plattform integriert, um Flexibilität für das überlastete niederländische Stromnetz zu schaffen.

Joris de Groot, Chief Transformation Officer bei Alliander, erklärte, der Ausgangspunkt der Zusammenarbeit sei die interne Erkenntnis gewesen, „durch die eigenen Grenzen eingeschränkt“ zu sein. Alliander habe daraufhin eine Geschäftseinheit gegründet, um neue Lösungen für die Netzüberlastung zu erforschen, jedoch erkannt, dass die Plattformentwicklung nicht zu seinen Kernkompetenzen gehöre. Daher habe man aktiv nach einer Partnerschaft gesucht, um die selbst entwickelten Anwendungen einer professionelleren Plattform zur „gemeinsamen Aufzucht“ anzuvertrauen.
Sabine Erlinghagen, CEO von Siemens Grid Software, zeigte sich beeindruckt von der Kultur bei Alliander, die Netzautomatisierung voranzutreiben. Sie zog einen Vergleich mit dem Autofahren: Alliander habe einen direkten Sprung vom VW Golf Mark II zum autonomen Fahren geschafft und dabei Zwischenschritte wie Tempomat oder Spurhalteassistent übersprungen – ein Zeichen von Ehrgeiz und Wagemut.
Die Partnerschaft reagiert auf die Dringlichkeit, die Netzüberlastung zu lösen. De Groot wies darauf hin, dass rund 10.000 B2B-Kunden von Alliander in der Warteschleife stünden. Erlinghagen betonte: „Es gibt keine Zeit“ und erklärte, dass die Netzbetreiber gleichzeitig mit dem „alten Paradigma“ und dem „neuen Paradigma der Zukunft“ konfrontiert seien. Sie müssten die bestehenden Betriebsweisen beibehalten und gleichzeitig neue Modelle einführen, was enormen Druck auf die Organisation ausübe.
Die Zusammenarbeit habe bereits Ergebnisse gezeitigt: Alliander habe die Abdeckung des Mittelspannungsnetzes von 65 % auf 100 % erweitert und 85 Anwendungen auf die Gridscale X-Plattform migriert. Erlinghagen ist der Ansicht, dass man durch die Bereitstellung der Erfahrungen von Alliander für andere Verteilnetzbetreiber (DSO) und die Rückmeldung der Praktiken anderer DSO an Alliander ein „Innovations-Schwungrad“ schaffen könne, von dem alle Beteiligten im Ökosystem profitieren.
De Groot wies darauf hin, dass der Schritt ins Stromnetz des 21. Jahrhunderts das Unternehmen vor personelle Herausforderungen stelle. Alliander als DSO an der Spitze der Energiewende übe jedoch mit seiner „Mission“ eine Anziehungskraft auf Talente wie Datenwissenschaftler aus. Erlinghagen meinte, dass die Softwareentwicklung, die Grenzen überschreite, ebenfalls internationale Technologie-Talente anziehen könne. Die Branche, einst stabil, habe sich grundlegend verändert, und Unternehmen müssten ihre Investitionsschwerpunkte kontinuierlich neu ausrichten.
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