de.wedoany.com-Bericht: Einer der größten virtuellen Mobilfunknetzbetreiber Großbritanniens, Tesco Mobile, erwägt, dem Vorbild von Giffgaff zu folgen und Glasfaser-Breitbandpakete anzubieten, um sein bestehendes Geschäft auszubauen. Das Unternehmen mit fast sechs Millionen Kunden nutzt das nationale Mobilfunknetz von O2 (das zu Virgin Media gehört).

Laut einem Bericht der Financial Times hat Tesco Mobile erste Gespräche über die Bereitstellung von Heimbreitbanddiensten über das Glasfaser- (FTTP) Netz von VMO2 und nexfibre geführt. Diese beiden Netze haben teilweise dieselben Muttergesellschaften und könnten nur Gebiete mit XGS-PON-basierter Vollglasfaser abdecken, ähnlich wie die Vereinbarung von Giffgaff. Tesco war zuvor im Heimbreitbandgeschäft tätig, verkaufte es jedoch 2015 aufgrund finanzieller Schwierigkeiten an TalkTalk (den britischen Telekommunikationsanbieter TalkTalk). Damals hatte das Festnetz-Breitbandgeschäft 75.000 Nutzer (darunter 20.000 Telefonkunden).
Der Einstieg von Giffgaff, das ebenfalls das O2-Netz nutzt, in den Breitbandmarkt könnte Tesco Mobile dazu bewegen, nachzuziehen und zu konkurrieren. Sollte der Betreiber die Rabattvorteile der Tesco Clubcard nutzen und Breitband mit Mobilfunkdiensten bündeln können, wäre das Potenzial groß, da er über einen beträchtlichen und qualitativ gut bewerteten Mobilfunkkundenstamm verfügt. Allerdings gehört Tesco Mobile nicht zum selben Konzern und könnte daher möglicherweise nicht die gleichen Vorzugskonditionen wie Giffgaff erhalten.
Virgin Media (O2) und nexfibre versuchen derzeit, konzernfremde Großhandelspartner (wie Vodafone) für ihre Festnetzplattform für Privatkunden zu gewinnen. Dies könnte dazu beitragen, gegenüber der Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) ein besseres Wettbewerbsbild abzugeben und so die Übernahme des alternativen Glasfasernetzbetreibers Netomnia für 2 Milliarden Pfund zu unterstützen. Ein Sprecher von Tesco Mobile erklärte, dass das Unternehmen im Rahmen seines normalen Geschäftsbetriebs regelmäßig mit potenziellen Partnern über verschiedene Möglichkeiten spreche, fügte jedoch hinzu, dass es derzeit keine Pläne für einen Einstieg in den Breitbandmarkt gebe. Das Unternehmen habe noch keine endgültige Entscheidung darüber getroffen, ob es wieder in den Breitbandmarkt einsteigen werde.
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