Belgische SNCB streicht von Mittwoch bis Freitag wegen Hitzewelle täglich 100 Züge
2026-06-26 16:05
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de.wedoany.com-Bericht: Die Belgische Staatsbahn (SNCB) hat aufgrund der anhaltenden Hitzewelle beschlossen, von Mittwoch bis Freitag täglich 100 Züge zu streichen, nachdem bereits zu Beginn der Woche 15 Züge in der Hauptverkehrszeit ausgefallen waren. Diese Streichungen betreffen hauptsächlich Züge, die von älteren Fahrzeugen betrieben werden.

Die SNCB betreibt täglich rund 3800 Züge im gesamten belgischen Netz. Die Flotte wird schrittweise modernisiert, unter anderem durch die Einführung von M7-Doppelstockzügen (Auslieferung bis 2026 geplant), während gleichzeitig eine neue, komfortablere Flotte bestellt wird. Ältere Züge verfügen jedoch nicht über Klimaanlagen, was bei extremer Hitze häufiger zu Störungen führt und den Fahrgastkomfort sowie die Arbeitsbedingungen von Zugführern und Triebfahrzeugführern beeinträchtigt. Daher hat die SNCB beschlossen, vorübergehend 200 Züge des Typs Sprinter außer Betrieb zu nehmen – diese Fahrzeuge haben keine Klimaanlage, sodass die Innentemperatur zu hoch werden kann. Rund 60 % dieser Züge werden durch neue Desiro-Fahrzeuge mit Klimaanlage ersetzt.

Bis Freitag werden vor allem die P-Züge gestrichen, die hauptsächlich als Verstärker in der Hauptverkehrszeit eingesetzt werden. Zwei Pendlerlinien – die S5 zwischen Grammont und Mechelen sowie die S7 zwischen Hal und Vilvoorde – werden auf einen Zug pro Stunde reduziert. Die SNCB gibt an, dass für die betroffenen Strecken alternative Verbindungen zur Verfügung stehen. Insgesamt werden täglich 100 Züge gestrichen. In einigen Fällen kann die Umplanung dazu führen, dass Desiro-Züge kürzer als ursprünglich geplant sind, jedoch nur, wenn die prognostizierte Auslastung dies zulässt, so der Betreiber.

Die SNCB empfiehlt Fahrgästen, vor Reiseantritt die App oder Website des Betreibers zu nutzen, um ihre Route zu prüfen; Fahrplanänderungen werden dort angezeigt. Der Reiseplaner zeigt zudem die voraussichtliche Auslastung, die Anzahl der Waggons und an, ob der Zug über eine Klimaanlage verfügt. Der Betreiber rät gefährdeten Personengruppen, in dieser Zeit auf Reisen zu verzichten; andere Fahrgäste sollten die Hauptverkehrszeiten möglichst meiden und ausreichend Trinkwasser mitführen. An rund 100 Bahnhöfen gibt es Trinkwasserspender, an denen Fahrgäste ihre Flaschen kostenlos auffüllen können. Für Gruppen, die bereits Tickets für betroffene Züge gebucht haben, bietet die SNCB Unterstützung an, gegebenenfalls auch alternative Beförderungsmöglichkeiten wie Busse.

Ähnliche Probleme treten auch in Frankreich und Großbritannien auf. Die französische Staatsbahn (SNCF) hat aufgrund der hohen Temperaturen bereits einige Intercités-Züge gestrichen und ältere Züge mit anfälligen Klimaanlagen vorübergehend außer Betrieb genommen. In Großbritannien wird Fahrgästen empfohlen, auf bestimmten Strecken auf nicht notwendige Reisen zu verzichten; einige Verbindungen werden während der heißesten Tageszeit ausgesetzt oder reduziert. Die Hitze beeinträchtigt nicht nur den Komfort in den Zügen, sondern auch die Eisenbahninfrastruktur (Gleise, Signalsysteme und Oberleitungen). In elektrifizierten Netzen kann die Hitze zu einer Ausdehnung der Oberleitungen führen, weshalb auf manchen Abschnitten Geschwindigkeitsbegrenzungen verhängt werden, um das Risiko zu verringern.

Hitzewellen setzen die europäischen Schienennetze zunehmend unter Druck, da viele dieser Netze zu einer Zeit gebaut wurden, als extreme Temperaturen seltener oder von kürzerer Dauer waren. Einige noch im Einsatz befindliche Züge sind nicht an die immer heißeren Sommer angepasst; Züge ohne Klimaanlage oder mit veralteten Systemen sind unter Hitzebedingungen schwieriger zu nutzen. Die Betreiber versuchen, die Auswirkungen durch Flottenmodernisierung, Fahrplananpassungen, verstärkte Infrastrukturkontrollen und gegebenenfalls präventive Streichungen zu begrenzen. Für Reisende wird empfohlen, vor der Abfahrt den Fahrplan zu prüfen, die Hauptverkehrszeiten zu meiden und, falls möglich, weniger überfüllte Züge zu wählen.

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