de.wedoany.com-Bericht: Der brasilianische Bankensektor investiert weiterhin verstärkt in Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). Im Jahr 2025 beliefen sich die Investitionen auf 46,8 Milliarden BRL, ein Anstieg von 12 % gegenüber dem Vorjahr. Da Cybersicherheit zur absoluten Priorität geworden ist, rechnet die Branche für 2026 mit einem Anstieg der Investitionen auf 50,4 Milliarden BRL. Diese Daten stammen aus der von Deloitte durchgeführten „Febraban-Banktechnologie-Umfrage 2026", die auf Daten aus dem Jahr 2025 basiert und am 26. Juni vom brasilianischen Bankenverband (Febraban) veröffentlicht wurde.

Obwohl die durchschnittlichen Investitionen bei etwa 10 % des Budgets blieben, erhielt die Cybersicherheit (einschließlich der Bekämpfung von Digitalbetrug) bei den befragten Instituten eine Priorität von 100 %. Auch Cloud Computing wurde als Priorität eingestuft und gilt als Grundlage für die wachsenden Banktransaktionsvolumina und den Einsatz künstlicher Intelligenz. Die Umfrage ergab zudem, dass die Blockchain-Technologie, die nach einer Phase des Hypes wieder an Bedeutung verloren hatte, im Jahr 2025 einen Investitionsanteil von 32 % ausmachte; das noch in den Kinderschuhen steckende Quantencomputing erreichte 8 %.

Die Umfrage zeigt, dass die Investitionen des Bankensektors in künstliche Intelligenz im Jahr 2025 um 39 % sprangen, von 596 Millionen BRL im Jahr 2024 auf 834 Millionen BRL, und dass sie 2026 voraussichtlich die Marke von 1 Milliarde BRL überschreiten werden. Das Hauptproblem im Bereich Cybersicherheit ist der Fachkräftemangel. Im letzten Jahr schulte Febraban über 211.000 Bankmitarbeiter in IT- und Cybersicherheitskompetenzen, dennoch herrscht in der Branche weiterhin ein Gefühl des Fachkräftemangels.
Cybersicherheit und künstliche Intelligenz stehen vor ähnlichen Schwierigkeiten. 40 % der Finanzinstitute gaben zu, dass es ihnen an Fachkräften mit Kenntnissen für den sicheren Einsatz von KI mangelt; 32 % der Banken räumten Schwierigkeiten bei der Integration von KI in bestehende Altsysteme und Infrastruktur ein. Die Umfrage unterstreicht auch die wachsende Besorgnis über Daten-Governance und ethische KI-Nutzung, die bei 68 % liegt.
Cloud Computing hat im Bankensektor eine neue Positionierung erhalten. Es wird als tragende Säule für Stabilität angesehen, insbesondere für das Pix-System, das einen stabilen 7×24-Stunden-Betrieb benötigt. Die Umfrage zeigt, dass 88 % der Institute ihre Daten in die Cloud verlagern möchten, um Zugang zu neuen Technologien zu erhalten, operative Effizienz zu suchen und den wachsenden Transaktionsvolumina gerecht zu werden. Rodrigo Mulinari, Leiter der Febraban-Banktechnologie-Umfrage, erklärte, dass Public Cloud, Private Cloud oder Hybrid Cloud mögliche Optionen seien und dass Pix und Open Finance die Banken ebenfalls dazu veranlassten, die Cloud als Kernelement ihrer IT zu betrachten.
Die Studie betont außerdem, dass, obwohl KI bereits in vielen Bereichen eingesetzt wird, sich etwa 60 % der Institute noch in der frühen Einführungsphase befinden. Bei generativer KI (GenAI) ist dieser Anteil noch höher, was die derzeitige Phase der Experimente und Anwendungsentwicklung widerspiegelt, mit einem erheblichen Expansionspotenzial in den kommenden Jahren. Sérgio Biagini, FSI Lead Partner – Banking and Capital Markets bei Deloitte, wies darauf hin, dass generative KI sich unter den Bankenakteuren stetig ausbreite, die größte Herausforderung jedoch darin bestehe, sie zu skalieren und Werte zu erschließen. Es gehe nicht nur darum, eine neue Technologie auszuprobieren, sondern sie nachhaltig und umfassend in die Bankgeschäfte und die Endkundenerfahrung zu integrieren.
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