de.wedoany.com-Bericht: Rund 70 % der Ackerflächen in der russischen Oblast Samara werden bereits mit Minimalbodenbearbeitung bewirtschaftet. Diese Information wurde auf dem 11. Internationalen Kongress „Klima, Bodenfruchtbarkeit, Agrartechnologie“ bekannt gegeben, der am 25. Juni in Samara eröffnet wurde. An der Konferenz nahmen Experten aus China, Brasilien, Portugal, Indien sowie aus Dutzenden Regionen Russlands teil.

Die Veranstaltung wurde von der Nationalen Bewegung für konservierende Landwirtschaft (Национальное движение сберегающего земледелия), dem Forum „Petersburger Dialog“, der Russischen Akademie der Wissenschaften (РАН) und der Industrie- und Handelskammer der Russischen Föderation (ТПП РФ) organisiert und vom russischen Landwirtschaftsministerium sowie der Agentur für strategische Initiativen (Агентство стратегических инициатив) unterstützt. Das Forumsthema entspricht den nationalen agrarpolitischen Richtungen. Zu den zentralen Entwicklungsrichtungen des künftigen agroindustriellen Komplexes gehören die Erhaltung und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit, was die Umstellung auf konservierende Anbautechniken und eine rationelle Bewirtschaftung der Bodenressourcen umfasst.
Ljudmila Orlowa (Людмила Орлова), Vorsitzende der Nationalen Bewegung für konservierende Landwirtschaft, wies bei der Eröffnung der Plenarsitzung darauf hin, dass weltweit ein Trend zur Bodendegradation zu beobachten sei. Nach Einschätzung internationaler Experten gingen Bodenressourcen mit einer Geschwindigkeit verloren, die alle paar Sekunden der Fläche eines Fußballfeldes entspreche, und dies wirke sich direkt auf die Wasserressourcen aus. Der Akademiker der Russischen Akademie der Wissenschaften, Sergej Schewtschenko (Сергей Шевченко), erinnerte daran, dass es im Gouvernement Samara Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts 6 Millionen Desjatinen fruchtbares Land für die Getreideproduktion gegeben habe. Das langjährige historische Landnutzungssystem habe jedoch zu einem starken Rückgang des Humusgehalts geführt.
Das Wissenschaftliche Zentrum Samara der Russischen Akademie der Wissenschaften (Самарский научный центр РАН) führt umfangreiche Forschungen durch, die auf den Schutz der Böden, die Steigerung der Erträge und die Bindung von Treibhausgasen zur Bekämpfung des Klimawandels abzielen. Sergej Akimow (Сергей Акимов), stellvertretender Minister für Landwirtschaft und Ernährung der Oblast Samara, betonte, dass etwa 70 % der Ackerflächen in der Region bereits mit Minimalbodenbearbeitung (технология минимальной обработки почвы) bewirtschaftet würden. Die überwiegende Mehrheit der Landwirte habe die traditionelle tiefe Pflugbearbeitung aufgegeben. Gleichzeitig würden Projekte zur chemischen und forstlichen Melioration durchgeführt, um das Land vor Erosion zu schützen und die Feuchtigkeit zu bewahren. Er wies auch darauf hin, dass das russische Landwirtschaftsministerium den Landwirten finanzielle Unterstützung gewähre und bei der Durchführung von Meliorationsprojekten 50 % bis 90 % der Projektkosten erstattet werden könnten.
Die Teilnehmer werden an Sitzungen zu Themen wie dem Mikrobiom von Agrarökosystemen, dem Eintritt in den internationalen Kohlenstoffmarkt CORSIA und dem nachhaltigen Management von Wasserressourcen teilnehmen. Am zweiten Tag des Kongresses werden die Gäste das erste landwirtschaftliche Kohlenstoffversuchsfeld „Agro Engineering“ (Агро Инженерия) im Rajon Pochwistnewo (Похвистневский район) besuchen, das sich auf dem Gelände des Industriepartners ООО «Орловка-АИЦ» befindet, um sich vor Ort über die tatsächlichen Feldversuche zu informieren.
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