de.wedoany.com-Bericht: Vodafone hat gemeinsam mit Google Cloud und dem TM Forum ein technisches Whitepaper veröffentlicht, das einen praktischen Rahmen für die Umstellung der Telekommunikationsbranche von manuellem Betrieb hin zu absichtsbasierten autonomen Netzwerken bietet. Das Dokument zielt darauf ab, Betreibern zu helfen, sich von reaktiven Managementmodellen zu lösen und autonome Systeme aufzubauen, die sich selbst heilen und Netzwerkanforderungen vorhersagen können.

Das Whitepaper mit dem Titel „Selbstoptimierende autonome Netzwerke: Ein Implementierungsleitfaden" schlägt vor, dass Betreiber nicht mehr manuell zeitaufwändige Aufgaben erledigen müssen, sondern ein absichtsbasiertes Modell übernehmen: Nach der Festlegung der gewünschten Ergebnisse entscheidet das kognitive System des Netzwerks automatisch und führt die erforderlichen Aktionen aus. Das Framework integriert die technischen Netzwerkkapazitäten von Vodafone, die KI-Technologie von Google Cloud und die Vorteile des TM Forum bei Branchenstandards für autonome Netzwerke und markiert eine neue Phase in Vodafones Strategie für autonome Netzwerke.
Das Whitepaper erläutert, wie KI, Datenanalyse und Closed-Loop-Automatisierung genutzt werden können, um selbstoptimierende Netzwerke zu schaffen. Mit der zunehmenden Komplexität von Telekommunikationsnetzen werden traditionelle manuelle Optimierung und imperative Automatisierung den Anforderungen nicht mehr gerecht. Absichtsbasierte Closed-Loop-Mechanismen können Zielmetriken wie Latenz und Durchsatz definieren und autonom beobachten, analysieren, entscheiden und handeln, um die gewünschten Ergebnisse aufrechtzuerhalten, wenn sich die Bedingungen auf der Netzwerkgeschäfts-, Dienst- und Ressourcenebene ändern. Das Whitepaper betont auch die Kombination von Netzwerkcontrollern mit intelligenter domänenübergreifender Argumentation, wobei lokale KI sofortige Aufgaben wie Basisstationsüberlastung bewältigt, während zentrale KI-Agenten Datenquellen wie Wettervorhersagen und soziale Medien umfassend analysieren, um übergeordnete Geschäftsziele zu interpretieren und Anforderungen vorherzusagen.
Das Whitepaper weist darauf hin, dass KI-Agenten mit Wissensgraphen, Netzwerkdaten-Seen und digitalen Zwillingen zusammenarbeiten müssen, um Netzwerkplanung und -simulation zu unterstützen. Gleichzeitig muss eine menschliche Aufsicht hinzugefügt werden, um Richtlinien, Ziele und Schutzmaßnahmen für KI-Agenten festzulegen und sicherzustellen, dass wesentliche Änderungen einer Genehmigung durch den „Human-in-the-Loop" bedürfen. Beispielsweise können Betreiber Verfügbarkeits- und Latenzanforderungen für 5G-Dienste festlegen, die in automatisierte, netzwerkweit koordinierte Aktionen zur Beseitigung von Engpässen umgesetzt werden. Das Whitepaper empfiehlt eine Kombination aus Hybrid- und Public-Cloud-Bereitstellung, wobei latenzkritische Aufgaben in der netzwerknahen Hybrid-Cloud ausgeführt werden, während Geschäftslogik und KI-Fähigkeiten von zentralisierten Umgebungen wie Google Cloud unterstützt werden.
Das Whitepaper fasst zusammen, dass autonome Netzwerke Betreibern Chancen zur Verbesserung des Kundenerlebnisses und zur Wertschöpfung bieten. Laut STL Partners beträgt das potenzielle jährliche Nutzen pro Betreiber etwa 800 Millionen US-Dollar. Um diesen Wert zu realisieren, müssen Betreiber die geschichtete Closed-Loop-Orchestrierung über Netzwerkebenen hinweg beherrschen, domänenübergreifende Koordination aufrechterhalten und die richtigen Werkzeuge an den richtigen Stellen einsetzen, um letztendlich einen höheren Grad an Netzwerkautonomie zu erreichen und das Kundenerlebnis zu verbessern.









