Ricoh bringt KI-Plattform Hi.DEEN auf den Markt, 9.500 selbst entwickelte KI-Agenten
2026-06-30 11:42
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de.wedoany.com-Bericht: Auf der jährlichen AWS Japan-Veranstaltung „AWS Summit Japan 2026“ am 26. Juni 2026 hielt Yoshiaki Umezu, Abteilungsleiter der AI Service Division der Unternehmensplanungsabteilung von Ricoh, eine Rede, in der er die konkreten Maßnahmen des Unternehmens zur Kombination von generativer KI und physischer KI sowie zur Förderung der Assetisierung von implizitem Wissen in Unternehmen vorstellte.

Yoshiaki Umezu, Abteilungsleiter der AI Service Division der Unternehmensplanungsabteilung von Ricoh

Umezu wies darauf hin, dass das in Unternehmen angesammelte implizite Wissen vor einem allgemeinen Dilemma stehe: Die durch Erfahrung entwickelte Intuition und Kniffe könnten nicht dokumentiert werden und gingen oft mit dem Ausscheiden von Mitarbeitern für immer verloren. Wie man dieses schwer vermittelbare Wissen archivieren und nutzen könne, werde für viele Unternehmen zu einer gemeinsamen Herausforderung. Er ist der Ansicht, dass die in unternehmensinternen Handbüchern, Spezifikationen und anderen Dokumenten enthaltenen Kniffe ebenfalls nicht ausreichend erschlossen würden. Die KI-gestützte Erschließung dieser Kniffe aus Dokumenten sei in den letzten Jahren ein zentraler Forschungsschwerpunkt von Ricoh gewesen.

Zu diesem Zweck hat Ricoh die eigene KI-Plattform „Hi.DEEN (ひでん)“ entwickelt. Diese Plattform kann nicht nur Text lesen, sondern auch Diagramme, Zeichnungen, unternehmensinterne Begriffe und Zusammenhänge zwischen Technologien in Dokumenten analysieren und die Kniffe erfolgreich in KI umwandeln. Beim Ricoh-Cloud-Dienst „Digital Buddy (デジタルバディ)“, der mit Hi.DEEN ausgestattet ist, können Benutzer einfach eine Frage in das Chatfeld eingeben, woraufhin die KI sofort relevante interne Dokumente durchsucht und die Antwort auf dem Bildschirm anzeigt. Fragt man beispielsweise: „Ich möchte die Geschäftsbedingungen kennen, die dem Subunternehmergesetz unterliegen“, liest die KI ein Diagramm, das Transaktionsinhalte und Kapitalklassifizierungen kombiniert, generiert eine Antwort und stellt gleichzeitig Links zu den zugrunde liegenden internen Dokumenten bereit. Umezu betonte, dass die Plattform Antworten unter Berücksichtigung des Diagramminhalts liefern könne und so Fachwissen und internes Wissen intuitiv und umfassend durchsuche.

Neben der Nutzung von Dokumenten treibt Ricoh auch die „Operation“ voran, bei der Geschäftsprozesse an KI-Agenten delegiert werden. Das Unternehmen nutzt das Low-Code-Tool „Dify“, um eine Mechanik aufzubauen, bei der KI-Agenten festgelegte Routineprozesse ersetzen. Die Anzahl der selbst entwickelten KI-Agenten hat bereits rund 9.500 erreicht. Für nicht standardisierte Geschäfte, die sich je nach Situation ändern, setzt Ricoh auf „selbstverbessernde KI-Agenten“, die durch wiederholte Dialoge mit Menschen selbstständig lernen. Dazu gehört das Konzept der „Personendestillation“, bei dem die KI durch mehrere Gespräche mit einer Person deren Denkweise und Sprechgewohnheiten erlernt und einen „digitalen Klon“ erstellt, der die Person simuliert. In Verhandlungsszenarien wird die KI-Rolle an den Gesprächen teilnehmen und diese aufzeichnen. Mit zunehmender Anzahl der Gespräche wird automatisch ein Profil der Werte und Entscheidungskriterien der anderen Partei erstellt. Der digitale Klon von Umezu selbst wurde ebenfalls durch unternehmensinterne Einzelgespräche und Projektberatungsdialoge erstellt. Er ist der Ansicht, dass die Speicherung der Entscheidungsachsen und Denkgewohnheiten von Menschen als Erinnerung zu einer wichtigen Informationsressource für Unternehmen der nächsten Generation werden wird.

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