US-amerikanisches Unternehmen Deep Fission unterzeichnet Absichtserklärungen für unterirdische Reaktoren – potenzieller Bedarf von 18,5 Gigawatt
2026-06-30 14:22
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de.wedoany.com-Bericht: Das US-amerikanische Unternehmen Deep Fission hat kürzlich bekannt gegeben, dass es mit mehreren potenziellen Kunden Absichtserklärungen für seine unterirdischen Kernreaktoren unterzeichnet hat. Sollten alle Projekte realisiert werden, würde der kumulierte Bedarf an neuartigen Reaktoren 18,5 Gigawatt betragen. Zu den Kunden zählen Rechenzentrumsbetreiber, Industrieunternehmen, Entwickler von Industrieparks sowie Infrastrukturunternehmen.

Diese Vereinbarungen stellen derzeit keine formellen Verträge dar, sondern bestätigen lediglich die Absicht zur Zusammenarbeit beider Seiten. Die Kunden sind nicht verpflichtet, Baukosten zu tragen, Reaktoren zu kaufen oder exklusive Vereinbarungen zu unterzeichnen, und können ohne Vertragsstrafen aussteigen.

Deep Fission entwickelt einen kompakten Druckwasserreaktor namens Gravity Nuclear Reactor (Schwerkraft-Kernreaktor). Diese Anlage wird nicht oberirdisch errichtet, sondern soll in einem etwa 1,6 Kilometer tiefen vertikalen Schacht installiert werden. Das Unternehmen gibt an, dass dieser Ansatz im Vergleich zu herkömmlichen kleinen modularen Reaktoren die Grundfläche des Kraftwerks erheblich reduziert und die Sicherheits- sowie Schutzauslegung vereinfacht.

Der erste Demonstrationsstandort befindet sich im Great Plains Industrial Park im US-Bundesstaat Kansas und ist Teil des „Reaktor-Pilotprogramms“ des US-Energieministeriums. Das Unternehmen hat bereits einen etwa 1,8 Kilometer tiefen Forschungsbohrschacht niedergebracht. Die gewonnenen Daten werden die nächste Phase unterstützen – das Abteufen eines Schachts in Originalgröße für die Installation eines Versuchsreaktors.

Der kommerzielle Betrieb dieser Technologie wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Deep Fission plant, in der ersten Jahreshälfte 2027 einen Genehmigungsantrag bei der US-amerikanischen Nuklearaufsichtsbehörde (NRC) einzureichen. Die ersten kommerziellen Kraftwerke können erst nach erfolgreichen Tests, der Erlangung aller Genehmigungen und dem Abschluss formeller Verträge mit Kunden in Betrieb gehen.

Das Unternehmen ist der Ansicht, dass die rasche Expansion von Künstlicher Intelligenz und Cloud-Diensten den Strombedarf von Rechenzentren erhöhen und damit das Interesse an solchen Lösungen steigern wird. Deep Fission betont jedoch gleichzeitig, dass die 18,5 Gigawatt lediglich das potenzielle Marktinteresse widerspiegeln und nicht bedeuten, dass diese Kapazitäten tatsächlich gebaut werden.