de.wedoany.com-Bericht: Der Volkswagen-Konzern prüft erstmals ernsthaft die Möglichkeit, in China entwickelte und produzierte Modelle der Marke Volkswagen auf dem europäischen Markt zu verkaufen. Das Management erwägt zunächst den gemeinsam mit SAIC entwickelten Range-Extender-SUV – den ID.Era 9X, der größer ist als der bald eingestellte VW Touareg und eine Lücke im europäischen Produktportfolio von Volkswagen schließen könnte. Brancheninsidern zufolge hat jedoch ein weiterer SUV, der auf der neuen, speziell für China entwickelten CSP-Plattform von Volkswagen basiert, größere Chancen, nach Europa zu kommen. Ein Export nach Europa wird frühestens Ende 2027 erwartet.
Sollte der Plan letztlich umgesetzt werden, hätte dies mehrere Bedeutungen: Einerseits könnte die Auslastung der europäischen Werke gesteigert werden; andererseits ließen sich durch die niedrigeren Entwicklungs- und Produktionskosten in China die Gesamtausgaben senken. Das deutsche Werk in Zwickau ist einer der potenziellen Produktionsstandorte. Vor dem Markteintritt in Europa müssten die Fahrzeuge jedoch noch umfangreich an die europäischen Vorschriften angepasst werden – dies betrifft Softwaresysteme, Fahrerassistenzfunktionen, Innenraummaterialien sowie diverse regulatorische Zulassungen.
Derzeit durchlebt der Volkswagen-Konzern die schwerste Kosten- und Strukturkrise seit Jahrzehnten, mit Überkapazitäten und kontinuierlich sinkenden Margen. Der Vorstand arbeitet an einem neuen Restrukturierungsplan, dessen Umfang die bereits eingeleiteten Sparmaßnahmen bei weitem übertrifft. Insidern zufolge könnte der neue Plan weitere Entlassungen vorsehen, sodass die Gesamtzahl der Mitarbeiter in den kommenden Jahren um rund 100.000 sinken könnte. Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat eine Sitzung für den 9. Juli anberaumt, um über die entsprechenden Pläne zu beraten.
Die Europäische Kommission prüft die Einführung eines „Made in Europe“-Labels, wodurch künftig aus China importierte Volkswagen-Modelle einen Marktnachteil erleiden könnten. Sollte Volkswagen tatsächlich damit beginnen, vollständig in China entwickelte und produzierte Modelle nach Europa zu verkaufen, würde dies einen grundlegenden Wandel der globalen Strategie des Konzerns bedeuten – das jahrzehntelang verfolgte Modell der „Weltautos“ befindet sich im Wandel.









