de.wedoany.com-Bericht: Am 2. Juli kündigte ein Technologiekonsortium unter der Führung von Microsoft und dem singapurischen Telekommunikations-Infrastrukturunternehmen Lightstorm den Bau des I-2SEA-Seekabels an, das Indien, Malaysia und Singapur verbinden soll. Das Projekt richtet sich an KI-, Cloud-Computing- und Hyperscale-Rechenzentrums-Workloads und zielt darauf ab, die grenzüberschreitende Datenübertragung zwischen Indien und Südostasien zu verbessern.
Das I-2SEA-Seekabel ist etwa 3.600 Kilometer lang und wird einen Landepunkt in Machilipatnam im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh haben. Diese Region entwickelt sich zu einem neuen Rechenzentrumsknotenpunkt im Süden Indiens, wo bereits große Technologieunternehmen Rechenzentrumsressourcen aufbauen. Nach der Fertigstellung wird I-2SEA einen neuen internationalen Kommunikationskanal für indische Cloud-Dienste, KI-Training, Unternehmensdatenverarbeitung und regionalen Internetverkehr bereitstellen.
Das Konsortium umfasst neben Microsoft und Lightstorm auch Tata Communications (Indien), Singtel (Singapur), ASEAN Cableship (Singapur) und NEC (Japan). Die verschiedenen Beteiligten bringen unterschiedliche Fähigkeiten ein: Microsoft repräsentiert die globale Nachfrage nach Cloud- und KI-Rechenleistung, Lightstorm verfügt über ein KI- und Cloud-Regionalverbindungsnetz in Indien, Tata Communications und Singtel besitzen grenzüberschreitende Kommunikationsressourcen, und NEC ist langjährig am Bau von Seekabelsystemen beteiligt. Seekabelprojekte erfordern in der Regel Meeresvermessung, Kabelherstellung, Bau von Landestationen, Kabelverlegung, Netzwerkbetrieb und Koordination internationaler Kommunikationsressourcen – ein einzelnes Unternehmen kann die gesamte Wertschöpfungskette nur schwer allein bewältigen.
Die Expansion der KI-Infrastruktur verändert die Logik des Kommunikationsnetzaufbaus. Früher dienten Seekabel hauptsächlich dem Internetzugang, Unternehmensmietleitungen und internationalem Kommunikationsverkehr; heute benötigen KI-Trainingscluster, Cloud-Computing-Plattformen und Hyperscale-Rechenzentren leistungsfähigere, latenzärmere und stabilere regionenübergreifende Verbindungen. Der indische Datenmarkt wächst rasant, mit steigender lokaler Rechenzentrumskapazität, Cloud-Dienstnachfrage und KI-Anwendungsentwicklung. Unzureichende grenzüberschreitende Verbindungen könnten jedoch die Datenübertragung für Modelltraining, Cloud-Dienststeuerung, Notfallwiederherstellungssynchronisation und die Qualität internationaler Geschäftsverbindungen beeinträchtigen.
Lightstorm verbindet derzeit 19 KI- und Cloud-Regionen in Indien über ein terrestrisches Glasfasernetz. Nach der Inbetriebnahme des neuen Seekabels soll diese Zahl auf 29 steigen. Diese Entwicklung zeigt, dass I-2SEA kein isoliertes maritimes Kommunikationsprojekt ist, sondern mit dem indischen Glasfaser-Backbone-Netz, Rechenzentrumsparks, Cloud-Dienstknoten und Unternehmenskundennetzen verbunden werden soll, um eine umfassendere Dateninfrastrukturabdeckung zu schaffen.
Das Projekt soll im vierten Quartal 2029 in Betrieb gehen. Dieser Zeitplan entspricht dem typisch langen Bauzyklus von Seekabeln, der Routenplanung, behördliche Genehmigungen, Landestationsvorbereitung, Meeresvermessung, Geräteherstellung, Verlegung und Systemtests umfasst. Für die Lieferkette betrifft das Projekt Komponenten wie Seekabel, optische Verstärker, Landestationsausrüstung, Übertragungssysteme, Netzwerkmanagementplattformen, Glasfasertestgeräte und Wartungsschiffsdienste.
Indien verfügt derzeit über 17 in Betrieb befindliche Seekabel mit einer maximalen potenziellen Kapazität von etwa 960 Tbit/s, und es sind mindestens 10 weitere öffentlich angekündigte neue Kabelprojekte geplant. Mit I-2SEA wird die Anbindung der Cloud- und KI-Infrastruktur zwischen Indien und Südostasien weiter gestärkt, insbesondere die Datenübertragungskapazität zwischen indischen Rechenzentren und regionalen Knotenpunkten wie Singapur und Malaysia. Für Cloud-Dienstanbieter und KI-Infrastrukturunternehmen entwickeln sich Seekabel von einer Hintergrund-Kommunikationsressource zu einer entscheidenden technischen Voraussetzung für den Aufbau von KI-Rechenzentren.









