de.wedoany.com-Bericht: Die instabile Lage im Nahen Osten legt ein weiteres Schwachglied im Versorgungssystem fossiler Brennstoffe offen – Chemikalien. Das schottische Green-Chemistry-Unternehmen Celtic Renewables weist darauf hin, dass die Unruhen rund um die Straße von Hormus die Hersteller dazu veranlassen sollten, ihre Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas zu überdenken – nicht nur als Energiequelle, sondern auch als Rohstoff.
Das Unternehmen ist der Ansicht, dass sich die derzeitige Diskussion weitgehend auf Energiepreisschwankungen konzentriert, doch petrochemische Produkte sind ebenso zentral für die globale Fertigungsindustrie. Aus Erdöl und Erdgas gewonnene Chemikalien werden als Lösungsmittel, Kunststoffe, Arzneimittel, Kosmetika, Reinigungsprodukte und Rohstoffe für andere Alltagsgegenstände verwendet, was die Chemieindustrie ebenso anfällig für geopolitische Ereignisse macht. Celtic Renewables gibt an, dass die Preise für fossile Derivate seit Ausbruch der jüngsten Krise deutlich gestiegen sind, wobei Butanol und Aceton zu den am stärksten betroffenen Produkten gehören. Diese Kosten werden entlang der Lieferkette weitergegeben und treiben letztlich die Verbraucherpreise in die Höhe.
Das Unternehmen erklärt, dass die derzeitige Versorgungsunterbrechung nach den Auswirkungen der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 die Branche dazu veranlassen sollte, zu hinterfragen, ob eine „Rückkehr zur Normalität“ noch ein nachhaltiges Ziel sei. Vor der Dominanz petrochemischer Produkte wurden viele Industriechemikalien auf biologischem Wege hergestellt.
Bettina Brierley, Chief Commercial Officer von Celtic Renewables, erklärte, dass der Wandel hin zu fossilen Derivaten vor weniger als 80 Jahren, in den 1950er Jahren, stattfand; zuvor war die Verwendung alternativer Rohstoffe für Hersteller Standard. Die Abkehr von der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen – sowohl für Basischemikalien als auch für Energie – sei nicht nur notwendig, um Emissionen zu reduzieren und die Umwelt zu schützen, sondern auch ein Weg, die eigene britische Chemieproduktionskapazität und die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit gegenüber unerwarteten externen Ereignissen zu stärken.
In seiner Bioraffinerie in Grangemouth setzt Celtic Renewables den ABE-Fermentationsprozess ein, um Lebensmittel- und Getränkeabfälle (einschließlich Whisky-Treber und Kartoffelabfälle) in Bioaceton und Biobutanol umzuwandeln. Das Unternehmen gibt an, dass der Wandel hin zu biobasierten Chemikalien den Herstellern eine widerstandsfähigere inländische Lieferkette bieten, die Abhängigkeit von langen Importwegen fossiler Brennstoffe verringern und die industrielle Kapazität unterstützen könne.










