Dänisches DecarbonICE plant ab 2028 CO₂-Transport per Container nach Esbjerg
2026-07-05 10:11
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de.wedoany.com-Bericht: Das dänische Start-up DecarbonICE plant, Kohlendioxid in Standard-Containern als Trockeneis zu transportieren, um die Hürden für kleine und mittlere Unternehmen beim CO₂-Transport zu senken. Als Standort für die Pilotanlage wurde der dänische Hafen Esbjerg ausgewählt.

Derzeit wird CO₂ hauptsächlich über Pipelines, Tankwagen oder Schiffe mit Drucktanks unter hohem Druck transportiert – ein kostspieliges Verfahren, das sich weltweit nur schwer durchsetzen lässt. DecarbonICE setzt auf einen wärmegedämmten Standard-20-Fuß-Container, in dem das CO₂ bei Atmosphärendruck als Trockeneis gelagert wird. Ein einzelner Container kann bis zu 21 Tonnen Trockeneis aufnehmen und über bestehende Logistiksysteme wie Lkw, Züge, Schiffe und Lastkähne transportiert werden. Weltweit sind derzeit 43 Millionen Seecontainer im Umlauf; das Unternehmen geht davon aus, dass nur ein kleiner Teil davon ausreicht, um den Großteil des künftig geplanten abgeschiedenen CO₂ zu transportieren.

Das Projekt wird von DecarbonICE geleitet, mit Beteiligung der Universität Aarhus (Aarhus University), der Maersk Container Industry, des Hafens Esbjerg (Port of Esbjerg) und des dänischen Energieclusters (Energy Cluster Denmark). CEO Henrik O. Madsen von DecarbonICE erklärte, dass die Lösung die Kapitalkosten für den Transport erheblich senken und die Betriebskosten um bis zu 30 % reduzieren könne. Als Beispiel nannte er eine Biogasanlage, die acht Tankwagen für flüssiges CO₂ zu je rund 280.000 US-Dollar angeschafft habe, während die Kosten für einen Container nach Schätzung des Unternehmens bei etwa 7.000 US-Dollar lägen. DecarbonICE arbeitet mit Maersk Container Industry zusammen, um die isolierten Container in China zu produzieren.

Madsen betonte, dass diese Technologie eine Ergänzung zur bestehenden CO₂-Infrastruktur sei und nicht mit dem Pipelinetransport konkurrieren wolle. Für große Industrieanlagen mit unterschiedlichen Anforderungen würden Pipelines weiterhin eine wichtige Rolle spielen, doch auch kleine und mittlere Unternehmen stünden vor Klimaanforderungen und produzierten unvermeidlich CO₂ in ihren Prozessen. Beispielsweise könne CO₂ per Container zu einem Pipeline-Anschlusspunkt transportiert werden, sodass beide Infrastrukturen zusammenarbeiten.

Im Rahmen des Pilotprojekts wird im Hafen Esbjerg eine Anlage errichtet, die Trockeneis in flüssiges CO₂ umwandelt. Die Anlage nutzt Umgebungswärme und benötigt nur minimale Energiezufuhr. Sie soll bis 2028 oder 2029 betriebsbereit sein und dann an das Greensand-Projekt angeschlossen werden, bei dem CO₂ in einem alten Öl- und Gasfeld in der Nordsee gespeichert wird. Madsen wies darauf hin, dass der Hafen Esbjerg bei der Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS) führend sei und durch seine Nähe zur Nordsee und zum Greensand-Projekt ein idealer Standort sei. Die Projektpartner rechnen damit, dass der globale Markt für CO₂-Speicher bis 2050 ein Volumen von 6 Milliarden Tonnen erreichen wird.

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