de.wedoany.com-Bericht: Das spanische Künstliche Intelligenz-Unternehmen Sherpa.ai hat eine Finanzierung in Höhe von 18 Millionen US-Dollar erhalten, um KI-Produkte zu entwickeln, die vollständig ohne Zugriff auf die Rohdaten der Benutzer trainiert werden können. Das Unternehmen richtet sich vor allem an Kunden wie Banken, Krankenhäuser und Regierungen, die besonders sensibel auf den Verbleib ihrer Daten achten. Die technische Lösung passt zum aktuell stark an Bedeutung gewinnenden Thema „Souveräne KI“.

Die Kerntechnologie von Sherpa.ai ist das föderierte Lernen. In diesem Modell werden die Daten nicht zentralisiert, um das Modell zu trainieren, sondern das Modell „geht“ zu den Daten. Jedes Krankenhaus oder jede Bank führt das Modelltraining lokal durch und teilt nur die Lernerfahrungen, nicht die Rohdaten. Sherpa.ai gibt an, dass die Forschung die zwischen den Standorten übertragene Datenmenge um bis zu 99 % reduzieren kann. Dieser Ansatz ist besonders wichtig in regulierten Bereichen mit strengen Datenschutzbestimmungen, in denen die Anforderungen an die Datenkonformität oft die Umsetzung konventioneller KI-Projekte behindern. Der Gründer und CEO Xabi Uribe-Etxebarria erklärte, das Ziel sei es, Unternehmen zu ermöglichen, „das volle Potenzial der KI zu nutzen, ohne die Kontrolle, Privatsphäre und Souveränität über ihre Daten aufgeben zu müssen.“
Bemerkenswert ist, dass sich der auf Cybersicherheit und KI spezialisierte Investor Forgepoint Capital aus dem Silicon Valley an dieser Finanzierungsrunde beteiligt hat, während die bestehenden Investoren Mundi Ventures, Ekarpen, Allegra Holdings und SETT ebenfalls weiter investierten. Für ein Unternehmen, das auf der Sorge aufbaut, KI-Daten in Europa zu halten, ist die Anerkennung aus den USA von großer Bedeutung. Auch die Kundenliste von Sherpa.ai weist in die gleiche Richtung. Das Unternehmen hat kürzlich Verträge mit der spanischen Indra, den Banken Caja Laboral und Unicaja, dem Sicherheitskonzern Prosegur, dem Genomik-Unternehmen Centogene sowie den US National Institutes of Health (NIH) abgeschlossen. Dass ein datenschutzorientiertes europäisches Unternehmen seine Produkte an eine US-Bundesbehörde verkauft, ist an sich schon ein Beweis.
„Souveräne KI“ ist ein überfülltes Label, und föderiertes Lernen ist kein neues Konzept. Doch die Version von Sherpa.ai hat aufgrund der soliden Forschung dahinter Gewicht. Das Unternehmen hat bereits peer-reviewte Arbeiten veröffentlicht, die sich mit dem Training großer Sprachmodelle über private Datensätze hinweg befassen, und arbeitet mit den US National Institutes of Health (NIH) und dem University College London zusammen, um diese Technologie für die Diagnose seltener Krankheiten einzusetzen. Die Finanzierungsrunde ist von moderater Größe, und der Wettbewerb in diesem Bereich ist intensiv. Von nationalen Modellprojekten bis hin zu datenschutzorientierten Sicherheits-Startups versprechen viele Unternehmen, KI zu entwickeln, die die Grenzen von Daten respektiert. Die Marktnachfrage ist jedoch real und wächst stetig. Da Regierungen die Datenspeicherung zunehmend strenger regulieren, werden Lösungen von Unternehmen, die Modelle trainieren können, ohne jemals die Daten zu berühren, überzeugender sein. Die 18 Millionen US-Dollar Finanzierung von Sherpa.ai setzt genau auf diese Perspektive.










