Scania Brasil: Elektro-Lkw-Werk fertig – Marktstart abwartend
2026-07-07 13:44
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de.wedoany.com-Bericht: Scania hat seine industriellen Investitionen für die Produktion von Elektro-Lkw in Brasilien abgeschlossen. Das Werk in São Bernardo do Campo (SP) ist bereit, doch das Unternehmen wartet darauf, dass der Markt eine ausreichende Größe erreicht, um die lokale Fertigung zu starten.

Christopher Podgorski, Präsident und CEO von Scania Latin America, erklärte kürzlich auf dem Fórum Transporte Sustentável 2026, das Unternehmen sei bereit, das Problem liege darin, einen kritischen Punkt zu erreichen, der diese Investition rechtfertige. Laut dem Manager hat das brasilianische Werk bereits mit der Produktion von Elektrobus-Chassis begonnen, und die gesamte industrielle Struktur für die Herstellung von Elektro-Lkw sei ebenfalls vorhanden. Sobald eine kontinuierliche Nachfrage bestehe, könne das Montageband anlaufen.

Derzeit wird das in Brasilien verkaufte Elektromodell Scania 30 G aus Schweden importiert und hauptsächlich im Stadt- und Regionalverkehr eingesetzt. Laut Scania wurde bisher nur ein einziges Fahrzeug verkauft, und zwar an das Transportunternehmen Reiter Log. Diese Aussage stellt eine zeitliche Vorverlagerung gegenüber dem Zeitplan dar, den der Manager selbst 2025 gegenüber der Fachzeitschrift „Transporte Moderno“ genannt hatte. Damals hatte Podgorski angekündigt, dass die lokale Produktion von Elektro-Lkw voraussichtlich im November 2027 mit einer anfänglichen Geschwindigkeit von einem Fahrzeug pro Tag beginnen werde. Diese Strategie, so sagte er, ermögliche es, die Nachfrageentwicklung zu verfolgen und die Produktion mit der Marktreife schrittweise auszuweiten.

Das Projekt ist Teil des von Scania angekündigten Investitionszyklus von 2 Milliarden Brasilianischen Real für den Zeitraum 2024–2028, wobei das Unternehmen nicht bekannt gab, wie viel davon konkret in die Produktionslinien für Elektro-Lkw und -Busse fließt. Podgorski ist der Ansicht, dass die Entwicklung der Elektrifizierung einem ähnlichen Verlauf folgen wird wie bei Fahrzeugen mit Erdgas und Biomethan – eine Technologie, die Scania vor sieben Jahren in Brasilien eingeführt hat und die nun auch andere Hersteller anzieht. Er betont, dass die Reife neuer Lösungen den Aufbau eines Ökosystems erfordere. Das Erdgas-Ökosystem sei bereits weitgehend etabliert, das Elektro-Ökosystem müsse noch aufgebaut werden.

Podgorski zufolge werden sich die ersten Märkte mit einem größeren Potenzial für eine breitere Einführung auf die wichtigsten Logistikkorridore im Süden und Südosten konzentrieren, insbesondere auf die Achse zwischen Rio de Janeiro, São Paulo und Campinas, da die dortigen Betriebsbedingungen die Technologie begünstigen. Er schätzt, dass einige der derzeit in Erdgas-Lkw investierenden Transportunternehmen in Zukunft auf Elektrofahrzeuge umsteigen könnten, parallel zur schrittweisen Entwicklung der Lade-infrastruktur, der Kosten und der Nachfrage. Diese Perspektive stärkt die Strategie von Scania, ein Multi-Energie-Portfolio beizubehalten, um die Anforderungen der verschiedenen Phasen der Energiewende im Straßengüterverkehr zu erfüllen.

Zu einer Zeit, in der der Markt für Elektro-Lkw noch in den Kinderschuhen steckt, sieht Podgorski den Markteintritt neuer Hersteller von Erdgas- und Biomethan-Lkw als Zeichen dafür, dass diese Technologie wirtschaftlich tragfähig ist. Sie sei kein Pilotprojekt mehr, sondern habe sich im Schwerlastverkehr zu einer kommerziellen Alternative zu Diesel entwickelt. Er erklärt, das Unternehmen habe diese Lösung vor fünf Jahren eingeführt und alle Machbarkeitstests durchgeführt. Heute seien Erdgasfahrzeuge ein Standardprodukt mit allen verfügbaren Spezifikationen. Ihm zufolge sind Erdgas-Lkw nicht mehr auf Nischenmärkte wie die Müllabfuhr beschränkt, sondern können heute in nahezu allen Anwendungen des Straßengüterverkehrs eingesetzt werden. Der Einstieg anderer Hersteller zeige, dass das Ökosystem wirtschaftlich tragfähig ist und eine Nachfrage besteht. Derzeit sind in Brasilien über 2.000 Erdgas-Lkw von Scania im Einsatz, und bis Ende 2026 wird eine Flotte von rund 2.500 Fahrzeugen erwartet.

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