de.wedoany.com-Bericht: Selectel und die Nationale Forschungsuniversität ITMO (ITMO University) haben ein Joint Venture gegründet, das sich der Entwicklung einer Produktplattform für Multi-Agenten-Systeme auf Basis großer Sprachmodelle (LLM) widmet. Selectel investiert über 1 Milliarde Rubel in das Projekt. Das neue Unternehmen trägt den Namen „Emergente Multi-Agenten-Systeme (Эмерджентные мультиагентные системы) GmbH“ (ЭМС), Geschäftsführer ist Roman Venediktov.

Die Zusammenarbeit zwischen Selectel und ITMO besteht seit über fünf Jahren. Konstantin Ansimov, Produktdirektor bei Selectel, erklärte, die Universität verfüge über umfangreiche Erfahrung in der Grundlagenforschung und der Umsetzung angewandter Aufgaben. Die bisherige Kooperation habe bereits Potenzial gezeigt, weshalb man sich zur Gründung des Joint Ventures entschlossen habe. Laut Daten des Einheitlichen Staatlichen Registers juristischer Personen (EGRUL) wurde die ЭМС am 4. Mai 2026 in Sankt Petersburg registriert. Die Anteilsverteilung beträgt zwei Drittel für Selectel und ein Drittel für ITMO. Ein Sprecher des Pressedienstes von Selectel wies darauf hin, dass Selectel zum 6. Juli 2026 lediglich zwei Drittel der Anteile halte; die Änderungen nach der Transaktion befänden sich in der Registrierung, und es werde erwartet, dass das EGRUL das Ergebnis innerhalb einer Woche widerspiegele. Das Team des neuen Unternehmens wird aus der ITMO-Projektgruppe und erfahrenen Branchenexperten bestehen. Geschäftsführer Roman Venediktov ist gleichzeitig geschäftsführender Direktor der GlobalNet GmbH (GlobalNet).
ITMO wird als zentrales Kompetenzzentrum fungieren und technologische Ergebnisse für die zukünftige Plattform industrieller Multi-Agenten-Lösungen bereitstellen. Selectel stellt finanzielle Investitionen von über 1 Milliarde Rubel sowie die notwendige IT-Infrastruktur zur Verfügung. Das Geschäftsmodell der Plattform basiert auf dem tatsächlichen Verbrauch von Rechenressourcen und Tokens. Kunden zahlen für die Nutzung der KI-Agenten je nach Arbeitsaufwand, Szenariokomplexität und gewähltem Bereitstellungsmodell (Selectel-Infrastruktur, dedizierte Umgebung oder vor Ort beim Kunden). Alexander Bukhanovsky, Direktor des KI-Instituts der ITMO, erläuterte, das Unternehmen habe im „Forschungszentrum für industrielle starke KI“ ein neues Konzept zur Automatisierung des Aufbaus und Betriebs von Multi-Agenten-KI-Systemen auf Basis großer Basismodelle vorgeschlagen und in Form einer Werkzeugumgebung umgesetzt.
Roman Venediktov, Geschäftsführer der ЭМС, wies darauf hin, dass sich die Lösung derzeit in der Pilotphase befinde. Potenzielle Kunden kommen aus dem Unternehmensbereich (Finanzen, Einzelhandel, Telekommunikation) und der Industrie (Fertigung, Energie, Logistik). Diese Kunden benötigen umfassende KI-Systeme zur Automatisierung komplexer mehrstufiger Prozesse und zur Integration interner Systeme. Im Gegensatz zu Standard-Agenten muss dieses System in der Lage sein, eigenständig Entscheidungen zu treffen, mit APIs zu interagieren und Ressourcen zu verwalten, um die Geschäftseffizienz zu steigern und Betriebskosten zu senken. Dmitri Lifshin, Geschäftsführer der Cyber Business Consulting GmbH, ist der Ansicht, der Vorteil der Zusammenarbeit zwischen Universität und Unternehmen liege im langfristigen Fokus. Die Universität biete wissenschaftliche Tiefe, Talente und Ergebnisse, das Unternehmen verfüge über Kapital, Infrastruktur und Kundenkanäle. Die Kombination beider könne Lücken schließen. Er wies jedoch auch darauf hin, dass die Zusammenarbeit in einem eigenständigen Unternehmen mit erfahrenem operativem Management organisiert werden müsse, um das Produkt auf den Markt zu bringen. Dmitri Demidow, Leiter des Innovationslabors der Norbit AG, stellte fest, dass eine solche Zusammenarbeit den Studierenden helfe, moderne Werkzeuge zu nutzen und Herstellerunterstützung zu erhalten. Es sei eine effektive Möglichkeit, Produkte zu fördern. Der Nachteil bestehe darin, dass die Studierenden Zeit benötigten, um Anwendungserfahrung in der realen Wirtschaft zu sammeln.
Laut dem ComNews-Archiv wurde Roman Venediktov am 11. Februar 1976 in Joschkar-Ola, Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Mari, geboren. 1998 schloss er sein Studium an der Militärischen Weltraumingenieur-Akademie Mozhaisky mit dem Schwerpunkt „Automatische Steuerungssysteme und Kommunikationsingenieur“ ab; 2005 absolvierte er ein Studium an der Hochschule für Wirtschaft mit dem Schwerpunkt „Finanzmanagement“. Von 1993 bis 2000 diente er in den Streitkräften. Ab 2001 war er geschäftsführender Direktor der Linkey GmbH, ab 2004 Geschäftsführer der Prometheus GmbH, ab 2009 zusätzlich Geschäftsführer der Piring GmbH (DATAIX). Derzeit ist er geschäftsführender Direktor der GlobalNet GmbH.










