de.wedoany.com-Bericht: Eine von der portugiesischen Vereinigung der Autobahnkonzessionäre (APCAP) anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens in Auftrag gegebene und von Deloitte durchgeführte Studie zeigt, dass Portugal über eines der sichersten und günstigsten Autobahnnetze Europas verfügt, dessen Bau- und Betriebskosten pro Kilometer 20 % unter dem europäischen Durchschnitt liegen.

Die am 1. Juli im Nationalen Labor für Bauingenieurwesen (LNEC) in Lissabon vorgestellte Studie kommt zu dem Schluss, dass Portugal die beste Qualität der Straßeninfrastruktur im Netz des europäischen Verbands der Autobahnbetreiber (ASECAP) aufweist, was vor allem auf kontinuierliche Investitionen zurückzuführen ist, die direkt oder indirekt durch Mautgebühren finanziert werden und zu einer niedrigeren Unfallrate als im europäischen Durchschnitt führen.
Die Studiendaten zeigen, dass derzeit 58 % des portugiesischen Autobahnnetzes mautpflichtig sind, ein Wert, der unter dem durchschnittlichen Mautniveau des ASECAP-Netzes liegt. Die Deloitte-Studie warnt gleichzeitig, dass ein vollständiger Wegfall der Maut jährlich eine Finanzierungslücke von 1,5 Milliarden Euro verursachen würde, die vollständig von den Steuerzahlern getragen werden müsste und die laufende Instandhaltung sowie die Modernisierung des Autobahnnetzes ernsthaft gefährden könnte.
APCAP-Präsident Manuel Melo Ramos erklärte in einer Stellungnahme, dass ein strukturierter und transparenter Prozess auf Basis des Nutzer-/Zahlerprinzips der beste Weg sei, das Gemeinwohl zu maximieren. Seiner Ansicht nach ermöglicht dieses Modell nicht nur die Instandhaltung, den Betrieb und die Qualität der bestehenden Infrastruktur, sondern schafft auch Finanzierungsmöglichkeiten für die Zukunft, um moderne Neuinvestitionen zu unterstützen, ohne die öffentliche Verschuldung zu erhöhen.
Ramos betrachtet die Veranstaltung als Auftakt einer Debatte. Die APCAP schlägt vor, in den kommenden Monaten durch die Zusammenarbeit von Entscheidungsträgern, nationalen Institutionen, Konzessionären und anderen Interessengruppen die Diskussion kontinuierlich voranzutreiben, um das zukünftige Modell der Straßenkonzessionen in Portugal zu gestalten.
Die APCAP schätzt, dass die jüngsten Maßnahmen zur Abschaffung der Maut zu jährlichen Einnahmeverlusten von rund 200 Millionen Euro führen werden, die ebenfalls auf alle Steuerzahler umgelegt werden, wodurch die für Neuinvestitionen verfügbaren Mittel reduziert und das Nutzer-/Zahlerprinzip geschwächt wird. Der Verband bezeichnet die Deloitte-Studie als erste umfassende Diagnose des portugiesischen Konzessionsmodells, die die Netzleistung im Vergleich zu wichtigen europäischen Ländern bewertet und Zukunftsperspektiven aufzeigt. Die Schlussfolgerungen des Dokuments untermauern, dass das auf dem Nutzer-/Zahlerprinzip basierende Konzessionsmodell der effektivste Weg ist, ein qualitativ hochwertiges Netz zu gewährleisten, ohne die öffentlichen Finanzen zu belasten.
ASECAP-Präsident Christophe Boutin stellte die Schlussfolgerungen der „Conférence Ambition France Transports“ sowie die ASECAP-Erklärung vor. Ramos ergänzte, dass die Stärkung des Nutzer-/Zahlerprinzips und die Anerkennung des Werts der Maut als fairer, effizienter und nachhaltiger Mechanismus entscheidend seien, um den zukünftigen Mobilitätsbedarf zu decken, gleichzeitig die Investitionen in die Infrastruktur aufrechtzuerhalten und negative externe Effekte wie Verkehrsunfälle, Staus und CO₂-Emissionen zu reduzieren.
Der APCAP-Präsident wies darauf hin, dass die meisten europäischen Länder Mautgebühren für Autobahnen, Tunnel, Brücken, Stadteinfahrten oder zumindest für schwere Fahrzeuge erheben. Die EU-Eurovignetten-Richtlinie verstärke diese Ausrichtung, indem sie die Gebühren an die Nutzung der Infrastruktur und die Umweltauswirkungen der Fahrzeuge koppelt. An der Podiumsdiskussion nahmen João Jesus Caetano (von der IMT), Paulo Carmona (von der portugiesischen Infrastrukturgesellschaft), António Pires de Lima (von der Brisa-Gruppe), Luís Silva Santos (von der Ascendi-Gruppe) und António Ramalho (von der Lusoponte-Gesellschaft) teil. Die Diskussion wurde mit einer Abschlussrede von Staatssekretär für Infrastruktur, Hugo Espírito Santo, beendet.










