de.wedoany.com-Bericht: Irak übt seit Kurzem kontinuierlich Druck auf die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) aus, um eine Erhöhung seiner Produktionsquote zu erreichen. Diese Entwicklung wirft Fragen zur Wirksamkeit des internen Koordinierungsmechanismus der OPEC auf. Als Gründungsmitglied der OPEC leidet der Irak seit langem unter Bürgerkriegen, Sanktionen und Terroranschlägen, was seine Energieindustrie schwer geschädigt hat. Bagdad ist der Ansicht, dass die derzeitige Produktionsquote weder die tatsächliche Kapazität des Landes noch seinen Wiederaufbaubedarf widerspiegelt. Die Internationale Energieagentur schätzt die technische Kapazität des Irak auf etwa 4,9 Millionen Barrel pro Tag, während die offizielle Quote, die ihm die OPEC für Juli 2026 zugewiesen hat, nur 4,4 Millionen Barrel pro Tag beträgt. Der Irak erwartet, dass seine Kapazität bis 2026 7 Millionen Barrel pro Tag erreichen wird.

Ein wichtiger Auslöser dieser Krise ist der offizielle Austritt der Vereinigten Arabischen Emirate aus der OPEC am 1. Mai dieses Jahres. Abu Dhabi entschied sich, die Kartellbindungen aufzugeben, um die wirtschaftlichen Vorteile seiner Energiereserven zu maximieren. Dieser Präzedenzfall hat die Unzufriedenheit des Irak mit seiner eigenen Quote verstärkt. Der Irak ist fast vollständig auf den Seetransport über den Persischen Golf angewiesen, und Unterbrechungen der Schifffahrtsroute in der Straße von Hormus haben ihm bereits schwere wirtschaftliche Verluste zugefügt. Im Mai dieses Jahres fiel die irakische Exportmenge drastisch auf 1,5 Millionen Barrel pro Tag.
Saudi-Arabien als informeller Führer der OPEC trägt den Hauptdruck der Produktionskürzungen. Zur Finanzierung von Megaprojekten im Rahmen der „Vision 2030“ liegt der fiskalische Break-even-Punkt des Landes für den Rohölbedarf bei 108 bis 111 US-Dollar pro Barrel, was seine Fähigkeit einschränkt, den Irak durch eine massive Freigabe von Rohöl auf dem Markt zu bestrafen. Mizuho Securities warnt, dass ein Austritt des Irak und ein daraus resultierender Preiskrieg den Ölpreis durch überschüssiges Rohöl auf dem Markt auf unter 50 US-Dollar pro Barrel drücken könnten.
Vor diesem Hintergrund drängt die Türkei den Irak, die Rohölexporte über die Pipeline Kirkuk-Ceyhan bis zum 27. Juli auf 1,5 Millionen Barrel pro Tag zu steigern, um die Abhängigkeit von der Straße von Hormus zu verringern. Große internationale Ölkonzerne wie BP und TotalEnergies planen Investitionen von bis zu 25 bzw. 10 Milliarden US-Dollar im Irak, um von der enormen Produktion des Landes zu profitieren, benötigen jedoch gleichzeitig ein stabiles Betriebsumfeld. Die neu entwickelte Exportroute des Irak zum türkischen Hafen Ceyhan verändert die übermäßige Abhängigkeit des Landes von der Schifffahrtsroute im Persischen Golf.










