de.wedoany.com-Bericht: Der chinesische Reeder BAL Container Line hat die Auslieferung seines neuen 14.400-TEU-Schiffes „BAL Athena“ verschoben. Ursprünglich war geplant, das Schiff an Maersk zu verchartern und in den AE3-Dienst der Gemini-Kooperation auf der Asien-Europa-Route einzusetzen. Nun wird es stattdessen auf einer temporären transpazifischen Route eingesetzt. BAL hatte sich zuvor aus dem eigenständigen Linienbetrieb zurückgezogen und sich auf die Tonnageversorgung konzentriert – nun kehrt das Unternehmen selektiv in dieses Handelssegment zurück.

Nach Angaben der Containerschifffahrtsberatung Linerlytica wird die „BAL Athena“ am 24. Juli auslaufen und zwischen China und der US-Westküste verkehren. Die Route umfasst die Häfen Ningbo, Shanghai und Long Beach, bevor das Schiff nach Shanghai zurückkehrt. Ziel ist es, die derzeit hohen Spotraten auf der transpazifischen Route zu nutzen. Das Schiff soll nach Abschluss dieser transpazifischen Reise Anfang September an Maersk übergeben werden.
BAL hatte zuvor eine eigenständige China-Mexiko-Route betrieben, stellte diesen Liniendienst jedoch im Januar 2023 ein, als die Frachtraten nach dem Boom während der Pandemie zurückgingen. Die Muttergesellschaft LC Logistics gab am 3. Juni an der Hongkonger Börse bekannt, dass die „BAL Athena“ im Rahmen eines Sale-and-Leaseback-Geschäfts an die China Development Bank Financial Leasing verkauft wurde. Das Schiff ist eines von zwei Schiffen, die das Unternehmen im Juni 2024 bestellt hatte; das andere wurde im Dezember desselben Jahres für 170 Millionen US-Dollar an MSC verkauft, wobei BAL einen Gewinn von 25 Millionen US-Dollar erzielte.
Der am vergangenen Freitag veröffentlichte Shanghai Containerized Freight Index (SCFI) zeigte, dass die Frachtraten von Shanghai an die US-Westküste im Vergleich zum 26. Juni um 9 % auf 6.630 US-Dollar pro 40-Fuß-Container gestiegen sind; die Raten an die US-Ostküste stiegen um 12 % auf 8.296 US-Dollar pro 40-Fuß-Container. Linerlytica wies jedoch darauf hin, dass die SCFI-Daten die Marktrealität nicht widerspiegeln: „Die transpazifischen Raten bleiben sehr robust, und die Carrier konnten die am 1. Juli eingeführte General Rate Increase (GRI) durchsetzen.“ Der Analyst fügte hinzu, dass die Spotraten an der US-Westküste bereits die Marke von 7.000 US-Dollar pro 40-Fuß-Container überschritten hätten, während die Raten an der Ostküste über 8.600 US-Dollar pro 40-Fuß-Container lägen – diese Höchststände seien im SCFI noch nicht berücksichtigt. Die derzeit verfrüht einsetzende Hochsaison hat die Raten von Shanghai an die US-Westküste auf fast das Vierfache des Niveaus von Februar (rund 1.800 US-Dollar pro 40-Fuß-Container) getrieben.










