de.wedoany.com-Bericht: Ein neuer Bericht von Turner & Townsend zeigt, dass die steigende Nachfrage nach Rechenzentren und zugehöriger KI-Infrastruktur den Arbeitskräftemangel im Bausektor verschärft, insbesondere in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und Sanitärinstallation.

In einer Analyse mehrerer Märkte stellte Turner & Townsend fest, dass über 70 % der Märkte von einer angespannten oder übermäßig angespannten Kapazität der Auftragnehmer im Bereich Rechenzentren berichten. Im Gegensatz dazu ist die Lage in den Bereichen Hotellerie, Freizeit, Wohnungsbau und Gewerbeentwicklung deutlich entspannter: Über 79 % der Märkte verzeichnen entweder ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage oder freie Kapazitäten. Dies hat zu einer Zweiteilung der Bauwirtschaft geführt: Auftragnehmer und Zulieferer werden zunehmend von margenstärkeren, technologiegetriebenen Branchen angezogen, während traditionelle Sektoren mit nachlassendem Investorenvertrauen, wirtschaftlicher Unsicherheit und Machbarkeitsproblemen zu kämpfen haben.
Rechenzentren sind weltweit zur Branche mit der höchsten Nachfrage im Bausektor geworden, gefolgt von Industrie- und Logistikprojekten. Im Jahr 2026 verzeichnete auch die Nachfrage nach erneuerbaren Energien und sauberer Energieinfrastruktur einen deutlichen jährlichen Anstieg. Besonders ausgeprägt ist der Fachkräftemangel in den spezialisierten Gewerken, die für die Umsetzung dieser technologieintensiven Projekte erforderlich sind. Der Bericht stellt fest, dass 87 % der Märkte von Engpässen im Bereich der mechanischen, elektrischen und sanitären Installation (MEP) berichten, die für Rechenzentren und andere kritische Infrastrukturprojekte unerlässlich ist.
Der Bericht weist zudem darauf hin, dass Künstliche Intelligenz selbst zur Steigerung der Produktivität im Bausektor beitragen könnte, die Fortschritte jedoch uneinheitlich sind. Rund 66 % der Märkte gaben an, dass die Bedeutung von KI-Fähigkeiten in Ausschreibungen und Kundengesprächen in den letzten zwölf Monaten zugenommen hat.
Stephanie Marshall, Managing Director für Kostenmanagement im Immobilienbereich bei Turner & Townsend, erklärte, dass sich der globale Baumarkt tiefgreifend verändert, wobei die Nachfrage zunehmend auf KI-getriebene Branchen wie Rechenzentren konzentriert ist, während Arbeitskräfteengpässe, Lieferkettenvolatilität und geopolitische Risiken deutlicher hervortreten. Sie wies darauf hin, dass die Gefahr bestehe, dass das Wachstum der qualifizierten Arbeitskräfte für den Bau von Rechenzentren nicht mit der Nachfrage Schritt halten könne. KI habe das Potenzial, eine positive Kraft bei der Schaffung von Arbeitsplätzen zu sein, erfordere jedoch angemessene Ressourcen. Sie erwähnte auch, dass die Auswirkungen des Nahostkonflikts auf die Energiepreise indirekt und ungleichmäßig sein würden, je nach Region und Branche sowie in Abhängigkeit von der Lieferkettenstruktur und der Energieabhängigkeit. Sie empfahl Kunden mit globalen Portfolios, diese Gelegenheit zu nutzen, um internationale Pläne zu überprüfen und sicherzustellen, dass geeignete Projekte entsprechend den lokalen Gegebenheiten priorisiert werden. Dabei seien nicht nur die relativen Kosten, sondern auch Faktoren wie Zinssätze, Arbeitskräfteverfügbarkeit und der digitale Reifegrad der Lieferkette zu berücksichtigen.
Trotz der jüngsten geopolitischen Turbulenzen zeigt der Bericht, dass die Baukosten im vergangenen Jahr stabil geblieben sind und die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten im Vergleich zur Zeit der COVID-19-Pandemie zugenommen hat. Allerdings werden die Kostentreiber zunehmend lokaler und branchenspezifischer, wobei die Verfügbarkeit von Arbeitskräften nun der Haupttreiber für den Kostenanstieg auf dem globalen Baumarkt ist. Rund 71 % der Märkte melden Arbeitskräftemangel, wobei die Engpässe in Australien, Neuseeland, der EU (über 93 %) und Nordamerika (rund 79 %) besonders schwerwiegend sind.
Die globale Baukosteninflation lag 2025 bei 4,2 %, für 2026 wird ein Anstieg auf 4,5 % erwartet, während sie 2027 voraussichtlich weitgehend stabil bleibt. Der Bericht warnt, dass anhaltende Arbeitskräfteengpässe und Energieschwankungen stärker in den Vordergrund treten. Am Beispiel London, das als der fünftteuerste Baumarkt der Welt eingestuft wird, betragen die durchschnittlichen Kosten 6.032 US-Dollar pro Quadratmeter, nur übertroffen von New York, San Francisco, Genf und Zürich. Die Bauinflation in Großbritannien wird voraussichtlich 2026 auf 3,7 % und 2027 auf 4,2 % steigen, was die Umsetzung von Rechenzentren, Projekten für saubere Energie und Netzinfrastruktur weiter erschweren könnte.






