de.wedoany.com-Bericht: Die Siemens AG hat Investitionen in Höhe von 300 Millionen Euro angekündigt, um die Produktion elektrischer Schaltanlagen in Deutschland auszuweiten. Dazu gehört der Bau eines neuen Zulieferwerks in Offenbach sowie die Modernisierung zweier bestehender Werke in Frankfurt. Das Erweiterungsprojekt soll im Juli 2026 beginnen und zielt darauf ab, die weltweit stark steigende Nachfrage aus den Bereichen KI-Rechenzentren, Elektromobilität und Industrieautomation zu decken. Diese Maßnahme wirkt sich unmittelbar auf schnell wachsende Märkte wie Mexiko aus, das aufgrund von Lieferengpässen bei wichtigen Verteilungsanlagen von bis zu 18 Monaten in seiner Expansion von Rechenzentren eingeschränkt wird.

Diese Investition in Deutschland ist Teil der globalen Kapazitätsplanung von Siemens für das Jahr 2026. Bereits im März 2026 hatte das Unternehmen Investitionen in Höhe von 165 Millionen US-Dollar in sein US-Werk bekannt gegeben, um das Wachstum von KI und Rechenzentren zu unterstützen. Laut Planung soll das Zulieferwerk in Offenbach im Frühjahr 2027 die Produktion aufnehmen. Das gesamte Erweiterungsprojekt wird bis Ende 2030 bis zu 700 neue Arbeitsplätze schaffen.
Siemens ist das einzige Unternehmen weltweit, das Mittelspannungs- und Hochleistungsschaltanlagen am selben Standort produziert. Das Werk in Frankfurt fungiert als globales Kompetenzzentrum für gasisolierte Schaltanlagen. Dort wurden bereits Schaltanlagen entwickelt, die ohne das klimaschädliche Isoliergas Schwefelhexafluorid auskommen und stattdessen eine saubere Luftgaslösung verwenden, die aus natürlichen Bestandteilen der Umgebungsluft besteht.
Die ausgeweitete Produktion umfasst Mittel- und Hochspannungsschaltanlagen, die zur Verteilung von Strom aus dem Übertragungsnetz an Gebäude, Industrieanlagen und Rechenzentren dienen. Das intelligente Infrastruktur-Geschäft von Siemens erhielt im zweiten Quartal 2026 Rekordaufträge in Höhe von 1,9 Milliarden Euro aus dem Rechenzentrumsbereich; im ersten Halbjahr 2026 stiegen die entsprechenden Technologieeinnahmen um über 45 % auf 1,8 Milliarden Euro.
Die weltweite Nachfrage nach Schaltanlagen steigt weiterhin rasant, während das Angebot starken Einschränkungen unterliegt. Die Lieferzeiten für bestimmte Kategorien elektrischer Schaltanlagen haben sich auf 18 Monate oder mehr verlängert, was dazu führt, dass bereits genehmigte und finanzierte Projekte aufgrund des Wartens auf die Ausrüstung ins Stocken geraten. Die Erweiterung von Siemens in Frankfurt ist eine direkte Reaktion auf diesen Versorgungsengpass.
Die Situation in Mexiko verschärft die weltweite Geräteknappheit. Siemens beschreibt sein Mexiko-Geschäft als kapazitätsbeschränkt. Im April 2026 betrug die Betriebskapazität von Rechenzentren in Mexiko landesweit bereits 279 MW, eine Verdoppelung gegenüber 115,5 MW im Jahr 2024. Der mexikanische Rechenzentrumsverband (MEXDC) schätzt, dass die installierte Kapazität der Branche bis 2030 1516 MW erreichen und Direktinvestitionen von über 18 Milliarden US-Dollar anziehen könnte. Diese Entwicklung hängt jedoch vollständig davon ab, ob Schalt- und Verteilungsanlagen rechtzeitig die Last der Rechenzentren an das Stromnetz anschließen können. Der nationale Verband der Elektroindustrie Mexikos (CANAME) weist darauf hin, dass im Rahmen des Plans México die entsprechenden Geräte zunehmend von inländischen Herstellern geliefert werden sollten. Die Investition von Siemens adressiert diese Versorgungslücke auf globaler Ebene.






