de.wedoany.com-Bericht: Die ROBEL Rail Automation GmbH, ein Unternehmen der deutschen Gleisbaumaschinen-Gruppe ROBEL, hat in Zusammenarbeit mit dem Messtechnik-Unternehmen Vogel & Plötscher die neue Gleisinspektionsplattform ROSPECT vorgestellt. Das Produkt ist als flexible und effiziente Inspektionslösung für Stadtbahnsysteme und Nebenbahnen konzipiert und zielt darauf ab, die Defizite herkömmlicher Inspektionsmethoden in Bezug auf Effizienz und Anpassungsfähigkeit zu beheben.

Die traditionelle Infrastrukturinspektion von Eisenbahnen steht vor einem Dilemma. Manuelle Inspektionen sind zwar flexibel, aber langsam und arbeitsintensiv, und es ist schwierig, gleichzeitig mehrere Messtechniken auf demselben Gleisabschnitt einzusetzen. Große Messzüge hingegen stellen hohe Anforderungen an die Streckenbedingungen, benötigen in der Regel eine Betriebsgeschwindigkeit von mindestens 70 km/h, um effizient zu arbeiten, und haben lange Vorbereitungszeiten sowie hohe Einsatz- und Bereitstellungskosten, was die Abdeckung kurzer Streckenabschnitte und städtischer Straßenbahnnetze erschwert.
Die selbstfahrende Plattform ROSPECT schafft ein Gleichgewicht zwischen Flexibilität und Effizienz. Das Fahrzeug hat kompakte Abmessungen von 3,70 m Länge, 1,75 m Breite und 2,10 m Höhe, wiegt etwa 1,3 Tonnen und kann per Anhänger transportiert und mit einem Gabelstapler auf die Schiene gesetzt werden. Angetrieben wird das Fahrzeug vollelektrisch und kann mit bis zu acht ROBEL E³-Batteriepacks ausgestattet werden, die einen Dauerbetrieb von bis zu 9 Stunden mit einer einzigen Ladung ermöglichen. Bei Bedarf können die Batteriepacks innerhalb weniger Minuten gewechselt werden, um die Einsatzzeit zu verlängern. Das Fahrzeug verfügt über zwei Führerstände, bietet Platz für vier Personen und ermöglicht einen bidirektionalen Betrieb auf gesperrten Gleisen ohne Wenden.

Die Plattform zeichnet sich durch eine herausragende Spurweitenanpassungsfähigkeit aus und kann nach kurzer Umrüstung in mehrspurigen Eisenbahnnetzen von 760 mm Schmalspur über Normalspur bis hin zu 1600 mm Breitspur eingesetzt werden.

In Bezug auf die Inspektionsfähigkeiten kann ROSPECT flexibel nach Kundenwunsch konfiguriert werden. Der Partner Vogel & Plötscher liefert Messsysteme für Gleisgeometrie, Schienenprofile, Weichengeometrie und Schienenwellenschliff (RMF 1100). Darüber hinaus können Georadar zur Beurteilung des Schotterbettzustands oder 3D-Scantechnologien zur Vermessung von Fahrleitungen, Bahnsteigkanten und anderen Lichtraumprofilen integriert werden. Die erfassten Daten werden während des Betriebs in Echtzeit angezeigt und können zur tiefergehenden Analyse und Interpretation in die tmc-Software von Plasser & Theurer integriert werden.


Die Plattform hat sich bereits im realen Betrieb bewährt. Auf einer Straßenbahnstrecke in Graz, Österreich, führte ROSPECT mit dem RMF 1100-System eine Messung des Schienenwellenschliffs auf einer etwa 700 Meter langen Strecke durch und identifizierte präzise Defekte in den Wellenlängenbereichen 30-100 mm und 100-300 mm. Eine anschließende Nachmessung nach Schleifarbeiten ergab eine Verbesserung des Schienenoberflächenzustands um 40 %. Derzeit wird die Plattform auch in Japan eingesetzt, um Gleisgeometriemessungen auf Basis von Inertial Measurement Units (IMU) durchzuführen.

Im Geschäftsmodell können Kunden das Fahrzeug direkt erwerben und die Messkonfiguration nach ihren betrieblichen Anforderungen anpassen. Alternativ können Inspektionsaufgaben als Projekt beauftragt werden, bei dem von ROBEL geschulte Fachkräfte mit ROSPECT die Vor-Ort-Messungen durchführen und die Daten übergeben.

Laut ROBEL Rail Automation resultiert die Entwicklung von ROSPECT direkt aus dem Feedback von Kunden, die nach sicheren, effizienten und flexiblen Lösungen für die Gleisinspektion suchten. Die Plattform wurde unter realen Betriebsbedingungen getestet und wird derzeit weltweit vermarktet und ausgerollt.






