Airbus und Katar einigen sich im 2-Milliarden-Dollar-A350-Lackstreit und tauschen Blitzschutzmaterial aus
2026-07-11 10:06
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de.wedoany.com-Bericht: Airbus hat sich im Rechtsstreit mit Qatar Airways um Rissbildungen im Lack der A350 geeinigt und das Blitzschutz-Kupfergeflecht für seine A350-Serie ausgetauscht. Der Streit wurde Ende 2021 durch eine Klage Katars öffentlich und Anfang 2023 beigelegt, wobei Airbus im Vergleich keine Haftung anerkannte. Airbus erklärte, der Materialwechsel sei Teil der laufenden Flugzeugentwicklung und stehe nicht im Zusammenhang mit Katars Forderungen, betonte jedoch, dass das neue Material die Lackhaltbarkeit verbessere.

Im Kern des Streits stand die Kupferfolienschicht zwischen dem Kohlefaser-Rumpf der A350 und dem Außenlack. Diese Konstruktion soll die Energie von Blitzeinschlägen sicher ableiten, doch Katar reichte Klage gegen Airbus ein, nachdem bei seinen A350-Modellen Risse und Abplatzungen aufgetreten waren, die die expandierte Kupferfolie (ECF) freilegten. Katar setzte über 20 A350 aufgrund angeblicher Konstruktionsmängel außer Betrieb, während Airbus darauf beharrte, es handele sich lediglich um ein optisches Problem. Laut Reuters belief sich der Gesamtwert des Rechtsstreits auf angeblich bis zu zwei Milliarden US-Dollar.

In der ersten Klage, die Katar im Dezember 2021 vor dem Londoner High Court einreichte, forderte das Land 618 Millionen US-Dollar von Airbus sowie zusätzlich vier Millionen US-Dollar pro Tag für jedes weiterhin stillgelegte Flugzeug. In einem konkreten Fall forderte Katar 76 Millionen US-Dollar für eine A350, die für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in Katar eine Sonderlackierung erhalten sollte, und behauptete, das Flugzeug benötige 980 Reparaturstellen. Airbus wies diese Behauptungen vollständig zurück und stornierte im September 2022 alle verbleibenden A350-Bestellungen Katars.

Die Einzelheiten des Vergleichs wurden nicht öffentlich gemacht, ebneten jedoch den Weg für ein „Reparaturprojekt", um die stillgelegten Flugzeuge wieder in Betrieb zu nehmen. Katar ist derzeit einer der größten Betreiber der A350 mit 62 Maschinen in der Flotte. Beide Seiten einigten sich schließlich im Februar 2023, und Katars CEO Akbar Al Baker bezeichnete dies als eine „Win-Win-Situation".

Airbus A350 von Qatar Airways startet am Flughafen Málaga-Costa del Sol

Bereits vor dem Streit hatte Airbus ein europäisches Patent für die perforierte Kupferfolie (PCF) angemeldet, die als potenzieller Ersatz für ECF zum Blitzschutz dient. Das neu eingesetzte PCF-Material bietet zwei wesentliche Vorteile gegenüber ECF: Es ist leichter und weniger anfällig für thermische Spannungen, wodurch das Risiko sichtbarer Risse verringert wird. Airbus begann Ende 2022, bei einigen neuen A350 PCF einzusetzen, zunächst im hinteren Bereich des Flugzeugs, und integrierte es dann „abschnittsweise".

Neben Katar hatten auch Fluggesellschaften wie Finnair, Cathay Pacific, Etihad Airways, Lufthansa, Delta Air Lines und Air France wegen ähnlicher Lackabplatzungen Kontakt mit Airbus aufgenommen, die meisten gaben jedoch an, dass das Problem keine Sicherheitsbedrohung darstelle. Die A350 besteht hauptsächlich aus Kohlefaserverbundwerkstoffen und verwendet ECF zum Schutz vor Blitzeinschlägen. Die unterschiedlichen Ausdehnungskoeffizienten von Verbundwerkstoff und Kupferfolie führen jedoch zu unterschiedlichen Reaktionsgeschwindigkeiten auf Temperaturänderungen, was letztlich Risse in der Lackschicht verursacht. Airbus betonte zwar stets, dass dies die Sicherheit nicht beeinträchtige, doch durch den Wechsel zu PCF-Material konnte sowohl Gewicht eingespart als auch die Entstehung von Mikrorissen verhindert werden.

Nahaufnahme der Nase eines Airbus A350

Obwohl der Rechtsstreit zeitweise eskalierte, setzte die endgültige Einigung zwischen Airbus und Katar dem Ganzen ein Ende. Katar unterzeichnete im vergangenen Jahr zudem einen Großraumflugzeug-Auftrag mit Boeing, der 160 Festbestellungen und 50 Optionen umfasst und die Boeing 787 sowie die Boeing 777-9 betrifft. Die Fluggesellschaft bezeichnete dies in ihrem Jahresbericht als „den größten Einzelauftrag in der Geschichte der Fluggesellschaft".

Airbus A350-900 im Flug mit Airbus-Lackierung

Kohlefaser-Lackierung des Airbus A350-1000

A350 S19-Endmontagelinie in Getafe

Boeing 787-8 Langstreckenflugzeug von Qatar Airways

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